Audio-streaming im Heimnetzwerk

h^2

hat ne Keule +1
Die WG-Zeiten sind schon länger vorbei und ich bewohne mehrere Zimmer mit meiner Freundin, die bis jetzt nur mäßig mit Audio versorgt sind. Das Geld ist auch nicht mehr so knapp, und ich hätte gerne eine funktionierende Audio-Lösung, die mir ermöglicht, überall in der Wohnung die gleiche Musik zu hören.

Wie ich mir das vorgestellt habe:
  • Mein FreeBSD-Server hat eh die ganze Musik drauf, und sollte auch als Musik-Server dienen. Idealerweise gäbe es ein output-device für den music-player-daemon, welches "ins Netzwerk broadcastet".
  • Per music-player-client auf dem Smartphone oder web, kann man dem Server sagen, was er spielen sollen (das geht jetzt schon, wenn eine Box direkt per Klinke am Server hängt)
  • In den meisten Zimmern stehen WLAN-fähige Boxen, die den Stream empfangen und abspielen, wenn sie angeschaltet sind.

Was ich nicht will:
  • komplizierte Heimautomatisierung; An-/Abschalten können der Boxen vom Handy; oder gar Kontrolle der Devices von außerhalb der Wohnung.
  • An jede Box noch einen RasPi hängen müssen, der den Stream entgegennimmt.
  • Ein Gesamtsystem von einem Hersteller kaufen, wo die Musik dann von einem Extra-Gerät verteilt werden muss (und dieses Gerät dann in zwei Jahren kaputtgeht und folglich nichts mehr funktioniert).

Nice-to-have:
  • halbwegs verlustfreies Audio-Streaming (bin nicht audiophil, aber lossy-recompression a la Bluetooth finde ich auch nicht so super)
  • Wenn die einzelnen Boxen trotzdem noch Bluetooth können, falls man Besuch hat, der spontan etwas anmachen möchte oder so.

Ich habe dazu schon ein bisschen gesucht, aber weiß auch garnicht, was genau die richtigen Suchbegriffe sind. "WLAN-Boxen" scheint der Begriff für die Boxen zu sein, aber was die dann können, ist mir oft schleierhaft. Es scheint diverse Streaming-Protokolle von Google/Apple/Amazon zu geben. Da ist mir aber auch nicht klar, wie die genau funktionieren. Von "Airplay" scheint es z.B. Open Source Server Implementierungen zu geben:
* https://github.com/FDH2/UxPlay

Aber ob ich das also audio-sink für musicpd einrichten kann? Dann stehen dann so Dinge wie
now has added support for AirPlay Audio-only (Apple Lossless ALAC) streaming from current iOS/iPadOS clients.
lossless hört sich gut an, aber wieso "from current iOS/iPadOS clients", ich dachte, man streamt VOM Server und AN die clients!?

Weiter heißt es dort:
Note: AirPlay2 multi-room audio streaming is not supported: uses shairport-sync for that.
Aha, wieso braucht es dafür extra Support? Und das verlinkte shairport-sync scheint garkein Server zu sein, sondern ein Client. Ich blicke da nicht durch.

Hat jemand von euch Erfahrung mit solchen Setups und kann mir was empfehlen?
 
Da du explizit Airplay und shairport-sync ansprichst: Ich nutze shairport-sync um am meinem PC Airplay-Quellen ausgeben zu können. Ja, es ist ein Client.

Vielleicht ein wenig zu speziell, aber zumindest eine Möglichkeit: Ich nutze "MusicCast" von Yamaha. Bei mir war es naheliegend, da ich einen Surround-Verstärker von Yamaha habe, der eben MusicCast kann. In den Räumen, in denen ich die gleiche Musik hören möchte, habe ich mir die "MusicCast 20" gestellt und keine Sekunde bereut. Nach der richtigen Konfiguration läuft es auch über das WLAN komplett synchron (sogar der TV-Ton).

Lediglich bei Airplay als Quelle musst du darauf achten, dass alle Geräte Airplay 2 können, da du mit Airplay NICHT über MusicCast streamen kannst, sondern direkt Airplay auf allen Quellen nutzen musst (ich tippe auf Lizenzgeraffel oder Apple-will-das-so-Gründe).

HTH
 
Ich finde das Thema auch interessant und anspruchsvoll. Die Position der Lautsprecher muss dann aber gut geplant sein, um ein ausgewogenes Klangbild ueber alle Raeume zu haben. Sonst gibt es immer tote Zonen oder Ueberlappungszonen, in denen die Musik schrecklich klingt, wenn die Tueren zu den anderen Raeumen offen bleiben.
 
Da du explizit Airplay und shairport-sync ansprichs
Also, ich hatte Airplay erwähnt, weil es da zumindest OpenSource Server Implementierungen zu geben scheint und es außerdem relativ weit verbreitet zu seien scheint bei Boxen.

Ich nutze "MusicCast" von Yamaha. Bei mir war es naheliegend, da ich einen Surround-Verstärker von Yamaha habe, der eben MusicCast kann.

Hmja, ich will halt schon direkt von meinem Server aus streamen können, wobei ich auch noch am Überlegen bin dann einen Verstärker für den Plattenspieler zu holen, der das einspeisen kann. Auch da scheint es aber viel mit Airplay zu geben.

Die Position der Lautsprecher muss dann aber gut geplant sein, um ein ausgewogenes Klangbild ueber alle Raeume zu haben. Sonst gibt es immer tote Zonen oder Ueberlappungszonen, in denen die Musik schrecklich klingt, wenn die Tueren zu den anderen Raeumen offen bleiben.

Ja, also es wäre schon nice, wenn es keine unterschiedliche Latenzen gebe, aber das ist vielleicht etwas viel erwartet. Owntone (siehe unten) behauptet aber zumindest, dass innerhalb von Airplay die Sachen sehr synchron seien sollen. Andererseits ist die Wohnung auch groß und wenn ich vom Arbeitszimmer in die Küche gehe um mir was zu Essen oder einen Tee zu machen, dann würde man einen Latenzunterschied nicht merken.


Ich habe jetzt das hier gefunden:


Das kann Airplay2 streamen, und bietet sogar ein MPD-interface lokal an.

Außerdem gucke ich mir gerade Boxen von Teufel an (leider nicht ganz billig). Die haben dafür sogar RJ45 Buchsen und sollen ALAC verlustfrei über Airplay entgegennehmen können.

Sowas würde zB für die Küche in Frage kommen: https://teufel.de/teufel-one-m-105404000?v=105404002

Also bis jetzt habe ich zumindest nichts besseres als Airplay finden können, wobei der Server dann immer bei mir FLAC→ALAC konvertieren müsste beim Abspielen :o

Dann wiederum lese ich sowas, und frage mich ob das überhaupt geht mit lossless?

Am liebsten wäre mir natürlich die Dateien as-is an die Boxen zu streamen, die die dann selbst decoden. Und Teufel behauptet zumindest, dass die Boxen selber MP3, Vorbis und FLAC abspielen können. Aber dann wahrscheinlich nur über die Teufel-App und nicht über AirPlay :confused: Ein paar mehr Infos dazu wären hilfreich.
 
Hmja, ich will halt schon direkt von meinem Server aus streamen können, wobei ich auch noch am Überlegen bin dann einen Verstärker für den Plattenspieler zu holen, der das einspeisen kann. Auch da scheint es aber viel mit Airplay zu geben.
Du kannst direkt von deinem Server aus streamen. Selbst für den Fall, dass es keinen Airplay-Server geben sollte (ich kenne den von dir genannten owntone nicht, werde es aber gelegentlich testen) kannst du z. B. "Server" als Quelle verwenden. Das dürfte dann dlna sein.
Ja, also es wäre schon nice, wenn es keine unterschiedliche Latenzen gebe, aber das ist vielleicht etwas viel erwartet. Owntone (siehe unten) behauptet aber zumindest, dass innerhalb von Airplay die Sachen sehr synchron seien sollen. Andererseits ist die Wohnung auch groß und wenn ich vom Arbeitszimmer in die Küche gehe um mir was zu Essen oder einen Tee zu machen, dann würde man einen Latenzunterschied nicht merken.
Bei mir liegt die Küche quasi direkt neben dem Wohnzimmer (dort steht der Verstärker). Egal was läuft, hörst du von Latenzen nichts. Mit Airplay habe ich das noch nicht getestet (der Verstärker kann kein Airplay 2), aber ich gehe sehr stark davon aus, dass du damit glücklich wirst. Wenn du ein IPhone hast, macht es imho tatsächlich sehr viel Sinn, auf Airplay2-Fähigkeit (soweit ich das verstanden habe, kann nur Airplay 2 Multiroom) zu achten.

Außerdem gucke ich mir gerade Boxen von Teufel an (leider nicht ganz billig). Die haben dafür sogar RJ45 Buchsen und sollen ALAC verlustfrei über Airplay entgegennehmen können.
Löse dich von Losless. Ich sehe das zwar schon sehr ähnlich wie du, aber mit so Pupslautsprechern wie dem Teufel oder dem von mir genannten Yamaha Musiccast 20 hörst du niemals Unterschiede. Mangels Verkabelung nutze ich tatsächlich WLAN, obwohl die Yamaha auch eine RJ45 Buchse haben. Aber selbst auf meinen großen Lautsprechern (Canton Vento) am Verstärker hörst du keinen Unterschied zwischen Bluetooth-Stream oder losless per Ipad, das mit Klinke angeschlossen ist.
 
Hier im Norden Hamburgs sind wir von Schleswig-Holsteins UKW-Abschaltung betroffen, da wir teilweise auf deren Sondermasten hängen. Als es NDR Info in meinem Küchenradio traf - ja ich bin ein alter Mann - und ich aus Prinzip kein DAB+-Radio kaufen wollte, habe ich eine Lösung mit Bluetooth gebaut. Das ist aber eventuell nicht ganz das, was du haben willst:

Der "Server" ist mein Desktop. Das Mainboard hat eine Bluetooth-Karte eingebaut deckt mit seiner recht großen Antenne zuverlässig die ca. 80 m² große Wohnung einschließlich Balkon ab, obwohl der Computer an einer äußeren Ecke steht und durch die Mitte eine recht fiese Brandmauer läuft. Als Software nutze ich den guten, alten musicpd. Immer noch eine der besten Playerengines. Als Client mympd, über WLAN auch vom Smartphone aus zu erreichen. Als Lautsprecher kommen derzeit drei JBL Flip 5 zum Einsatz. Dank DSP schon sehr beeindruckend und weit mehr als ausreichend, um nebenbei Musik und Podcasts laufen zu haben.

Tatsächlich habe ich derzeit alle Flip 5 als eine gemeinsame Quelle an musicpd hängen. Ich kann also nur den gleichen Stream auf allen eingeschalteten Lautsprechern spielen. Man könnte aber auch ohne großen Aufwand für jeden Flip 5 ein eigenes virtuelles Gerät in Pipewire konfigurieren und die als individuelle Ausgabegeräte als spgenannte Partitions in musicpd integrieren. Dann ließen sich individuelle Streams pro Flip 5 spielen.

Und man kann natürlich jedes andere Bluetooth-Gerät als Lautsprecher nehmen. Der Flip 5 kann leider nur Bluetooth 4.2, ich würde inzwischen auf Bluetooth 5 achten. Alleine schon, da es eine höhere Reichweite hat.
 
Also ich bin glücklich mit minidlna. Das kann man ganz einfach auf einem Raspberry Pi installieren, (z.B. auch mit FreeBSD) und dann kann jedes Gerät, welches am Heimnetzwerk hängt, auf die mp3's (oder sogar Videos) zugreifen. Da ein Raspi einen verschwindend geringen Stromverbrauch hat, kann dieser auch 24/7 laufen. Als Client geht z.B. vlc, welches es ja für jede Plattform gibt, sogar für Android. Es gibt auch Internetradios, die DLNA unterstützen und Fernsehgeräte ebenfalls. Also jedes Gerät, welches mit dem Heimnetzwerk verbunden ist, kann die mp3's von diesem einzigen Raspi mit minidlna abspielen.
 
Also ich bin glücklich mit minidlna. Das kann man ganz einfach auf einem Raspberry Pi installieren, (z.B. auch mit FreeBSD) und dann kann jedes Gerät, welches am Heimnetzwerk hängt, auf die mp3's (oder sogar Videos) zugreifen. Da ein Raspi einen verschwindend geringen Stromverbrauch hat, kann dieser auch 24/7 laufen. Als Client geht z.B. vlc, welches es ja für jede Plattform gibt, sogar für Android. Es gibt auch Internetradios, die DLNA unterstützen und Fernsehgeräte ebenfalls. Also jedes Gerät, welches mit dem Heimnetzwerk verbunden ist, kann die mp3's von diesem einzigen Raspi mit minidlna abspielen.
Hier geht es um einen ganz anderen Anwendungsfall.

Hier soll ein Gerät z.B. mit minidlna oder irgend einer anderen abspielsoftware Musik ZU mehreren Lautsprechern mit WLAN - ohne das es an diesen Lautsprechern eine Bedienoption gibt - übertragen.
 
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