Daniel Seuffert
Well-Known Member
ww said:Ich habe die Sendung nicht gesehen, aber es ist klar, daß einfache Jobs nicht zu den in D üblichen Tarifen existieren können. Deshalb boomt das Opelwerk in PL, während Bochum oder Rüsselsheim in D dichtgemacht wird. Wegen der hohen Arbeitskosten (NICHT der hohen Nettoeinkommen) sowie der Sozialgesetzgebung muß man sich als Arbeitgeber sehr gut überlegen, ob man jemanden einstellt.
Wenn ich ein wenig verbessern darf: Die Automobilindustrie hat in den letzten Jahren enorme Investitionen z.B. auch in Polen vorgenommen, aber nicht vorrangig wg. etwaiger Lohnkostenvorteile, die spielen bei moderner Produktion kaum eine Rolle (unter 10%), da ist Kapitalbindung wesentlich wichtiger (ca. 25%) je nach Situation. Das ist eine ziemliche komplexe Entscheidungsmatrix in einem strategisch-heuristischen Szenario, die man nur mit fortgeschrittenen Methoden des Operations Research abbilden kann, das ist hier unmöglich wiederzugeben. Nur soviel: Lohnstückkosten sind heute in der Automobilindustrie eher von nachgeordneter Bedeutung.
Ansonsten stimme ich dem Rest deines Beitrages voll und ganz zu. Ich wage eine sehr provokante These, die jetzt gleich für das unweigerliche Auftreten bestimmter Personen sorgen wird (Verharmloser-Fraktion, es ist ja alles nicht so schlimm etc.): Deutschland ist auf dem besten Weg zu einem Entwicklungsland zu werden und es wird verdammt hart daran gearbeitet...

