Erpressung?

ww said:
Ich habe die Sendung nicht gesehen, aber es ist klar, daß einfache Jobs nicht zu den in D üblichen Tarifen existieren können. Deshalb boomt das Opelwerk in PL, während Bochum oder Rüsselsheim in D dichtgemacht wird. Wegen der hohen Arbeitskosten (NICHT der hohen Nettoeinkommen) sowie der Sozialgesetzgebung muß man sich als Arbeitgeber sehr gut überlegen, ob man jemanden einstellt.

Wenn ich ein wenig verbessern darf: Die Automobilindustrie hat in den letzten Jahren enorme Investitionen z.B. auch in Polen vorgenommen, aber nicht vorrangig wg. etwaiger Lohnkostenvorteile, die spielen bei moderner Produktion kaum eine Rolle (unter 10%), da ist Kapitalbindung wesentlich wichtiger (ca. 25%) je nach Situation. Das ist eine ziemliche komplexe Entscheidungsmatrix in einem strategisch-heuristischen Szenario, die man nur mit fortgeschrittenen Methoden des Operations Research abbilden kann, das ist hier unmöglich wiederzugeben. Nur soviel: Lohnstückkosten sind heute in der Automobilindustrie eher von nachgeordneter Bedeutung.

Ansonsten stimme ich dem Rest deines Beitrages voll und ganz zu. Ich wage eine sehr provokante These, die jetzt gleich für das unweigerliche Auftreten bestimmter Personen sorgen wird (Verharmloser-Fraktion, es ist ja alles nicht so schlimm etc.): Deutschland ist auf dem besten Weg zu einem Entwicklungsland zu werden und es wird verdammt hart daran gearbeitet...
 
Ich denke ändern können wir alle nichts und die Erde ist rund und eines Tages fällt auch den Firmen das auf die Füße, ich ziehe einfach meine Konsequenz zum Bsp. und kauf keine Philips Geräte, Philips hat das ja auch angekündigt und mein letzter Fernseher war ein Philips und wird bei Umsetzung der Patentrechte was auch passieren wird der letzte gewesen sein, ich kann auch auf ein Mao Fernseher gucken oder Modell Kim Il Sung, sowas hat sowieso nichts mit Geschäft.- oder Geschäftsmoral zu tun, das ist eine ganz billige Masche unterster Schublade mit der Patentumsetzung. und wie das versucht wird durchzudrücken, kann man echt nur jeden raten auch keinen Fertig-PC aus Aldi und Co mit Win zu kaufen, ich mach das z.B, mein Nachbar hab ich für seinen neuen Rechner ein Knoppix empholen was er auch tatkräftig zum surfen einsetzt, man kann einfach durch kleine Dinge im Bekanntenkreis wie ein freies OS emphelen mithelfen oder mal hellfen bei einer Installatiomn eines OS Vorurteile bekämpfen und den Bekanntheitsgrad freier Software zu fördern.
 
Daniel Seuffert said:
Ich wage eine sehr provokante These, die jetzt gleich für das unweigerliche Auftreten bestimmter Personen sorgen wird (Verharmloser-Fraktion, es ist ja alles nicht so schlimm etc.): Deutschland ist auf dem besten Weg zu einem Entwicklungsland zu werden und es wird verdammt hart daran gearbeitet...

Ja, du rufst mich auf den Plan.
Entwicklungsland trifft es nicht. In dem Begriff steckt, dass das Land im Aufbau/However begriffen ist. Und sei es nur fiktiv.
Was wir hier erleben ist IMHO der Untergang einer Industrination, der auch meiner Meinung nach nicht mehr zu bremsen ist.
In unserer gesamten Politik geht es nur noch um Schadensbegrenzung bei gleichzeitigem Sichern der eigenen Pfründe. Es ist nichts Positives mehr zu hören, keine Innovation. Es wird nicht mehr regiert, sonder es wird reagiert.

CU

Martin
 
Hmmmm.
Hab noch nicht alles gelesen. Weiß also nicht ob die Frage schonmal gestellt wurde.

Wirft das nicht ein komisches Licht auf den plötzlichen Sinneswandel unserer FänchenimWindministerin Zypris?
 
ww said:
Sorry Leute, ich kann das Gelaber vom Großkapitalismus nicht mehr hören. Wenn in D mit seinem ausufernden und unbezahlbaren Sozialsystem etwas nicht regiert, dann ist es das "Großkapital".

Imho ist es so wie immer: der Markt wird´s richten. Dort, wo die Kräfte des Marktes staatlicherseite behindert werden, gibt es Verwerfungen (bsp. Gesundheitsmarkt, Kündigungsgesetze, Antidiskriminierungsgesetze ) oder Katastrophen (Nordkorea).

Gäbe es mehr Markt, wäre die Lage in Banana Republic Deutschland viel besser....

Frage: Wie nennt man so etwas?
Antwort: Es handelt sich um eine reflexartige Absonderung von ideologischen Blubberbläschen... :ugly: :rolleyes:
 
steinlaus said:
Frage: Wie nennt man so etwas?
Antwort: Es handelt sich um eine reflexartige Absonderung von ideologischen Blubberbläschen... :ugly: :rolleyes:

Nö, eventuell kannst Du einem alten Sack zugestehen, daß er nicht nur Reflexe hat, sondern auch eine eigene Meinung (@DS: evidenzbasiert ;-)), die in Jahren der Selbständigkeit gestählt wurde.

Und troll hat Recht: Ganz sachlich betrachtet, schrumpft das Land Richtung Verarmung, allen fragwürdigen Deklarationen ("Exportweltmeister") zu Trotz. Den jetzigen Status in Sachen Sozialstaat kann sich D schlicht nicht leisten: Renten werden kreditfinanziert, obwohl die unausweichliche demographische Entwicklung noch gar nicht eingesetzt hat, Schulden in unvorstellbarem Maß aufgetürmt. See: http://www.steuerzahler-hessen.de/

Gleichzeitig wird mit Gewalt versucht, das jetzige Niveau an staatlicher Fürsorge - auf Kosten derer, die arbeiten, die noch nicht arbeiten oder noch nicht einmal geboren sind - zu halten, koste es was es wolle. Das muß eigentlich in einem Crash enden.

Wäre ich entscheidungsbefugt, würde ich folgendes machen:

- Völlige Abschaffung des Kündigungsrechts
- Völlige Freigabe aller Löhne
- Freie Vereinbarung der Wochenarbeitszeit
- Steuerfreiheit für Einkommen bis EUR 1000
- Einführung einer Pauschale für die Krankenversicherung nach schweizer Vorbild
- Einführung von Studiengebühren, Auswahl der Studierenden durch die Unis -> Bildung von Eliten
- Verdopplung der Abgeordnetendiäten, Wegfall der Altersversorgung
- Einheitlicher Steuersatz (z.B. 25 oder 30%) == Flat Tax, keine Ausnahmen
- Verbot aller Subventionen (Steinkohle, Eigenheim, Windkraft) mit Ausnahme von Kindergeld
- Verbot staatlicher Schuldenaufnahme, Einführung des Straftatbestands der Steuerverschwendung
- Vereinfachung von Gewerbegründungen (Auflösung IHK, kostenlose Beratung)
- Vereinfachte Genehmigungsfachen (d.h. kein Widerspruch innerhalb X Wochen == Zustimmung)
- Verbot von Windows XP
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OK, nur das letzte war nicht ernstgemeint. Ich verabschiede mich aus diesem Thread und gehe jetzt meine Arbeitssklaven ausbeuten. Have Fun.
 
Last edited:
Wo wir schon beim Träumen sind:

- Aufhebung aller Sonderrechte der Kirchen
- Abschaffen steuerlicher Vergünstigungen für Spenden
- Verbot von Nebentätigkeiten für MdBs
- ca. 25% Steuern auf jegliches Einkommen ab dem ersten Euro
- Steuererklärung abschaffen
- So viele Steuern und Gesetze und Beamte abschaffen wie möglich
- Abschaffung des Hoheitsrecht der Länder in Sachen Bildung -> Verbot jeglicher Studiengebühren
- Die Bundeswehr abschaffen
- Viel mehr Kindergeld
- Telekom, Stromanbieter, Bahn, Post zerschlagen
- Öffentlich eingesetzte Software muss offene Formate/Protokoll unterstützen
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Jaja, Träumen ist was schönes :)
 
@ww

Ich bin in der Nähe eines KZs aufgewachsen und war bereits mit 10 Jahren von der Schule aus dort. Das war ein bleibender Eindruck. Du brauchst also nicht so tun, als ob ich nicht wisse worum es da ginge. Im Gegenteil.

Aber ich mußte dieses Beispiel bringen, damit klar wird wie absurd die absolute Unterordnung aller Belange unter die Arbeitsplatzproblematik ist. Ein Staat, eine Gesellschaft besteht eben aus mehr als Arbeitsplätzen und Sparzwängen. Ansonsten hätte er absolut keine Existenzberechtigung, keinen Sinn. Für sinnloses kann man keine Menschen begeistern. Genau das ist der Punkt.

Dein Einwand mit den "Hängemattennutzern" paßt hier nicht ganz. Die Politik läßt sich von kurzfristigen Gewinnerzielungsabsichten der Wirtschaft leiten und erpressen ohne die Langzeitwirkung zu sehen. Angeblich dient es dem oberen Staatsziel, der Erhaltung von Arbeitsplätzen. Das kann nicht das oberste Ziel sein, weil es in die gleiche Schiene läuft wie ich schon in einer anderen Diskussion hier versucht habe darzulegen. Arbeitsplätze um der Arbeitsplätze willen sind genauso absurd wie Gewinnerzielung um der Gewinnerzielung wegen. Der Politik und Wirtschaft - unserer Gesellschaft - ist vollkommen der Kontext abhandengekommen. Wie bereits erwähnt, möchte ich hier eben nicht den Freizeitstaat ausrufen, aber das was passiert führt in die Sackgasse der Sinnlosigkeit.

Wenn mit dem Wegfall von Arbeitsplätzen seitens der Wirtschaft gedroht wird, um politische Entscheidungen zu beeinflussen, dann kann man getrost davon ausgehen, daß diese Arbeitsplätze in jedem Fall zur Disposition stehen. Also kein Grund für Politiker, da nachzugeben. Die Arbeitsplätze sind eh schon pfutsch. Sollte das Unternehmen - was äußerst selten ist - wirklich auf genau diesen Standort angewiesen sein, so ist es erst recht kein Grund nachzugeben. Also nicht erpressen lassen sondern siehe @kberg !!!
 
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