FreeBSD 5.2 Status

Entschuldigung wenn ich dazu auch mal etwas sagen muß:

Es ist ein Irrglaube zu meinen, daß man nur dann FreeBSD unterstützen kann, wenn man seinen gcc nimmt und proggt wie der Herrgott persönlich. Es gibt sehr viele Tätigkeiten außerhalb des committens, die zu tun sind. Von der Organisation über die Dokumentation, advocacy, Geldspenden, Hardwarespenden, bug reporting, Testen, whatever. Jedermann/jede Frau kann helfen. :)

Grüße, Daniel
 
Um Daniels Ausführung noch zu erweitern, auch die Mitarbeit hier unterstüzt FreeBSD wenn auch mehr indirekt. Usern helfen, das diese am Ball bleiben und weiterhin FreeBSD einsetzen, oder andere von dem System überzeugen, die dann evtl. wiederum andere überzeugen und/oder Programmieren können.
 
OpenSource ist in meinen Augen nicht nur die Software, nicht diese Ansammlung von Code, in deren Innerstes man blicken kann, die man bearbeiten kann, die man frei weiterkopieren kann. Frei, solange Hinweise auf die Lizenzierung eingehalten werden und man sich im Rahmen der Bestimmungen für OSS bewegt.


OpenSource ist für mich mehr als das Sichtbare, das sich in Code äußert, mehr
als die Programme, die Computer zu dem machen, was sie sind.

OpenSource bedeutet für mich Community.

Community, was ist das: Gleichgesinnte unter sich. Beratungsgruppen. Vereinigungen,
organisiert oder ungebunden. Ansammlungen von Menschen. Ansammlungen von Meinungen.
Ansammlungen von Wissen.

OpenSource, das ist Wissen, offenes Wissen, das weitergegeben wird. Nur damit, mit
dieser Grundlage, mit diesem Arbeiten mit Ressourcen, kann OpenSource existieren,
kann wachsen, kann sich weiter entwickeln, sich verfeinern, sich ausbreiten, sich
verbessern. Wissen, angefragt und weiter gereicht, immer wieder umgewälzt, nie
starr, nie unabänderbar. Immer wieder neu gedacht, neu aus den Archiven geholt,
neu übersetzt, erweitert und bereinigt.

Opensource, das bedeutet für mich: bewegte Kommunikation. Nicht nur ein Nehmen,
auch ein Geben. Ein Geben, als Gegenleistung, für ein Nehmen davor. Fragen, um
Antworten zu bekommen. Fragen, um Antworten zu bekommen und dann selbst antworten
zu können. Um die Antworten auszuarbeiten und sie zugänglich zu machen. Antworten,
um Fragenden zu helfen. Dazu kann jeder Nutzer beitragen. Natürlich, Fragen wurden
schon beantwortet, Erkenntnisse weitergegeben. Aber immer wieder neue Gesichtspunkte
treten ans Tageslicht, durch Überarbeitung, durch Neuformulierung, durch Verlagerung
der Intention. Artikel können auf Wissensbasis im Stil eines "Expertengutes" verfasst
werden, genauso ist es aber möglich, nach einer erhaltenen Hilfestellung (oftmals
mittels wechselseitiger Diskusion) das Ergebnis in einem HowTo-Bericht als [solved]-
Artikel noch einmal exemplarisch zu manifestieren. Dokumentation ist Verschriftlichung,
ist Festhalten von Einzelschritten, ist das Sichtbarmachen eines Prozesses in seiner
Gesamtheit, die aus Einzelschritten besteht.

Opensource, eine lebendige Kommunikation, ein lebendiges Projekt, das nur auf diese
Weise wachsen kann, gedeihen kann, überleben kann.

OpenSource, eine Sache der Einstellung, eine Sache der Mithilfe.

OpenSource, dazu ist jeder Nutzer fähig.

OpenSource, eine Sache der Gemeinschaft. Jeder Nutzer von OSS sollte in dieser
Gemeinschaft nach seinen Fähigkeiten helfen, dieses Projekt zu unterstützen.

OpenSource, eine Chance, ein Wagnis, eine Möglichkeit, ein Gemeinschaftsprojekt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Amen (hebr.: Ja gewiss!) .

Unbeabsichtigt hast Du mit einem Wort (Amen) alles ausgedrückt.

Ich bin beeindruckt vom Beitrag von thor, der meiner Meinung nach exemplarisch und sprachlich brilliant aufzeigt, daß *BSD keine Ansammlung irgendwelcher kostenloser Codezeilen ist, sondern eine Einstellung (Philosophie ist mir jetzt zu hochgestochen). In diesem Sinne: Mein Dank und meine Hochachtung an thor für diesen schönen Beitrag!!!

Daniel
 
Philosophie hin oder her, sie hält aber imho nur auf, und sorgt für kontroveresen wo keine sein müssten.
Ich beschränke mich da lieber auf das gute OS *BSD, sehe die Vorteile und versuche diesem jedem klar zu machen. Bei der ganzen Philosophie die mittlerweile in Linux (GPL), *BSD etc. reingesteckt wird, ist mir das Gerde zuviel.

Und doch, der Text von Thor mag für verdammt viele das sein was sie mit OSS verbinden, gut gut.
 
So, auch wenn ich jetzt ein wenig von der Gunst von Daniel vielleicht verliere ;) Ich hab das Teil schon vor einiger Zeit geschrieben, nicht gerade unbedingt für *BSD, nicht für Linux, nicht für irgendein bestimmtes System oder eine OS-Gattung, sondern, wie im Artikel angemerkt, für den Bereich OpenSource.

Urspr. erschien dieser Text zuerst auf www.mandrakeuser.de, kam dann in meine Sammlung unter http://aussatz.antville.org ,aber ich dachte mir, hier passt er auch ganz gut.

Soll meine Sinnhaftigkeit für diesenBeitrag an diesem Ort aber keineswegs schmälern.

Danke an thomasf und Daniel für ihre Comments ;)

Gruß,

Thorsten
 
asg, wie es jeder ausdrücken mag oder welcher Anschauung er genau angehört, wie er sich "die Sache" vorstellt, sei dahingestellt, uns allen ist eine Sache aber gemeinsam: Das Interesse an "offenen Systemen".

Neben der "offenen Software" wäre als nächste Stude die "offene Hardware" denkbar und dringend nötig.

Thor<OT>sten
 
@thor
Ich möchte nicht misverstanden werden, ich wollte Deinen Text nicht schmälern und nicht motzen, ich fand diesen gut, für Personen die sich Gedanken über die Philosophie machen. Ich persönliche mache das nur sehr sehr selten bis gar nicht, da ich mich auf das System an sich beschränke.

Was die offene hardware angeht, TCPA kommt, so gesehen sollte man sich gedanken um den "offenen" User machen....
 
@ asg: Hey, ich bin doch dankbar für deinen Komentar, aber im Ernst, ganz "gedankenfrei" gehst auch du nicht an das Ganze heran, aber deine "nüchterne" Art hat sicher auch Vorteile.

Offene Software wird offene Hardware benötigen, dass sie ein ofener User nutzen kann[tm].

Thorsten
 
@thor:
Offene Software - ok (wobei den meisten das egal ist und sie damit nichts anfangen können)
Offene Hardware - ok (wenn es darum geht Treiber für bestimmte devices zu erstellen soll das den Entwicklern zugänglich sein)
Offene User - ne, nicht wirklich, wenn man offen mit gläsern gleichstellt, geht es um offen == offen für dies und das, dann ok
 
Wow, da hab ich ja ganz schön was losgetreten...
Danke für die Öffnung meiner Augen :)

Ich hab mal ein bisschen gesucht und einen kleinen Artikel zum *BSD committen gefunden,
den ich jetzt mal lesen werde. Ich denke, da lässt sich was machen...

Danke nochmal.
 
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