Freebsd - Anzahl/Größe Partitionen

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oliver_herold

Guest
Nachdem ich mir die erste Installation verhauen hatte, möchte ich nun richtig durchsteigen.

http://www.freebsd.org/doc/en_US.ISO8859-1/books/handbook/install-steps.html

Gemäß der Beschreibung im Handbuch wäre ein Swap Speicher von 2-3x Größe des Hauptspeichers ratsam ... in meinem Fall ( 1Gb ) als 2-3Gb. Desweiteren sollte man dies der Performance wegen auf, falls vorhanden, 2 Platten verteil - Platte 1 z.B. 1.5Gb Swap, Platte 2 ebenso 1.5Gb Swap.
Ich habe also nun auf der ersten Platte ( 80Gb ) und der zweiten Platte ( 120Gb ) je ein Slice angelegt, dazu die Swap Partitionen mit je 1.5Gb. Den Rest auf der 120Gb Platte verwende ich für /usr, was aber mache ich auf der ersten Platte? Je die Hälfte für / und /var oder ist das der overkill in puncto Größe?

Im Handbuch steht 100Mb für / und 50Mb für /var - ist das aktuell und realistisch? Bzw. wenn dem so ist und das ausreicht, kann ich auf der ersten Platte für den Rest ein zusätzliches /usr erstellen und wie wird das von Freebsd genutzt?
Kann ich mir das so vorstellen, wenn /usr auf Platte 1 voll ist wird /usr auf Platte 2 genutzt oder wird da nach irgendeinem Schema jeweils beides genutzt?

gruß Oliver
 
oliver_herold schrieb:
Gemäß der Beschreibung im Handbuch wäre ein Swap Speicher von 2-3x Größe des Hauptspeichers ratsam ... in meinem Fall ( 1Gb ) als 2-3Gb. Desweiteren sollte man dies der Performance wegen auf, falls vorhanden, 2 Platten verteil - Platte 1 z.B. 1.5Gb Swap, Platte 2 ebenso 1.5Gb Swap.
Ich habe also nun auf der ersten Platte ( 80Gb ) und der zweiten Platte ( 120Gb ) je ein Slice angelegt, dazu die Swap Partitionen mit je 1.5Gb. Den Rest auf der 120Gb Platte verwende ich für /usr, was aber mache ich auf der ersten Platte? Je die Hälfte für / und /var oder ist das der overkill in puncto Größe?

Das der Swap-Bereich 2-3 mal dem Arbeitsspeicher entsprechen soll, ist aus einer lang, lang entfernten Zeit.
512MB sind vollkommen ausreichend für Swap. Ansonsten kannst du die 80GiB Platte folgendermassen aufteilen:

512MB für /
512MB für Swap
256MB für /tmp
512MB für /var
20Gig für /usr
Rest für /home (da kannst du dann Daten oder sonstiges draufspeichern bzw. kannst du dir ja noch ein Verzeichniss anlegen wie /filme, /mp3 /$whatever mit dem entsprechenden Speicherplatz)

Die andere Platte würde ich dann einfach für Daten nehmen oder ein anderes OS, wie du lustig bist. Bei 1GiB Ram wird dein FreeBSD denke ich nie in die Verlegenheit kommen zu swappen, zumindest nicht für den normalen Desktop-User (ausser du benutzt Anwendungen die sehr Speicherintensiv sind, oder Desktop Environments wie z.B. KDE, wobei da 1GiB auch mehr als ausreicht).

oliver_herold schrieb:
Kann ich mir das so vorstellen, wenn /usr auf Platte 1 voll ist wird /usr auf Platte 2 genutzt oder wird da nach irgendeinem Schema jeweils beides genutzt?

Nein. Es gibt nur eine /usr Partition und diese wird als /usr eingebunden. Mach einfach eine /usr Partition die gross genug ist, das ist am einfachsten.
 
oliver_herold schrieb:
Gemäß der Beschreibung im Handbuch wäre ein Swap Speicher von 2-3x Größe des Hauptspeichers ratsam ... in meinem Fall ( 1Gb ) als 2-3Gb.
Diese Faustformel hauptsächlich historische Gründe; sie ist zu Zeiten entstanden, als Hauptspeicher eine sehr begrenzte Resource war und niemals ausreichte. Bei modernen Rechnern muss man im Normalfall selten auf den Swap zurückgreifen, es langt, wenn du einmal 2 GB Swap anlegst. Wie üblich gibt es auch hier Ausnahmen, aber wenn dass der Fall wäre, wüsstest du es.

Desweiteren sollte man dies der Performance wegen auf, falls vorhanden, 2 Platten verteil - Platte 1 z.B. 1.5Gb Swap, Platte 2 ebenso 1.5Gb Swap.
Ich habe also nun auf der ersten Platte ( 80Gb ) und der zweiten Platte ( 120Gb ) je ein Slice angelegt, dazu die Swap Partitionen mit je 1.5Gb.

Wie wäre es, wenn du Platte 1 komplett für BSD verwendest und Platte 2 als Datengrab benutzt?

Code:
Platte 1:
/     1 GB
swap  2 GB
/tmp  4 GB
/var  1 GB
/usr 24 GB
/home rest

Platte 2:
/storage alles

Alternativ könntest du die gesamte Platte 1 und die ersten 80 GB von Platte 2 als RAID 1 via Softraid (GEOM mirror Approach 2: Single Slice, Preferred, More Flexible)konfigurieren, und die restlichen 40 GB von Platte 2 als Datengrab benutzen.
Somit wärst dein System weitestgehend gegen einen Ausfall einer Platte geschützt, und du würdest dabei noch einiges über FreeBSD, Partitionierung und Slices lernen.

Den Rest auf der 120Gb Platte verwende ich für /usr, was aber mache ich auf der ersten Platte? Je die Hälfte für / und /var oder ist das der overkill in puncto Größe?

Man muss schon verdammt viel Software installieren, um auf über 20 GB Platzverbrauch unter /usr zu kommen.

Im Handbuch steht 100Mb für / und 50Mb für /var - ist das aktuell und realistisch?

Für / ist das realistisch, allerdings würde ich doch etwas mehr Platz vergeben, bei den heutigen Festplattendimensionen kann es nicht schaden, etwas Reserve vorzusehen.

Für /var ist das je nach Anwendungszweck auch realistisch, auch wenn ich in Anbetracht von Mails mit 10-MB-Anhängen hier lieber wesentlich großzügiger wäre (1 GB kann nicht schaden).

Bzw. wenn dem so ist und das ausreicht, kann ich auf der ersten Platte für den Rest ein zusätzliches /usr erstellen und wie wird das von Freebsd genutzt?
Kann ich mir das so vorstellen, wenn /usr auf Platte 1 voll ist wird /usr auf Platte 2 genutzt oder wird da nach irgendeinem Schema jeweils beides genutzt?

FreeBSD nutzt immer nur eine Partition für /usr. Es gibt die Möglichkeit, z.B. /usr/local auf Platte 2 zu mounten (wobei unter /usr/local der Großteil der Software landet).
Ferner gibt es noch die Möglichkeit, /usr auf ein RAID 0 zu legen, womit dann /usr effektiv auf zwei Platten verteilt wäre.

Summa sumarum würde ich dir aber den Ansatz mit dem RAID 1 ans Herz legen, damit dürftest du eindeutig am meisten lernen.
 
Wenn du 2GB Arbeitsspeicher hast brauchst du eigentlich nur noch bei ganz bestimmten Einsatzzwecken überhaupt Swap. Seitdem ich 1.25 GB habe hat mein System noch nie geswapt. Nicht mal wenn ich OpenOffice 2.0 compiliere.
 
Also kann ich sicherheitshalber auch 2Gb für Swap setzen ohne irgendwelche Nachteile - sprich der einzige wäre, ich würde halt eventuell Speicher "verschwenden". Mit Desktop meinte ich genauer Openoffice, Grass GIS und ein wenig Tex - für Grass, je nach Geodaten, könnte ich mir u.U. den Gebrauch des Swap Speichers vorstellen. Also kein Server, was man hier sehr oft hört :), dennoch auch mal recht große Aufgaben neben dem üblichen Krempel auf dem Desktop.
Danke für die Beispiele :-)
 
FreeBSD gibt selbst nur 930mb swap vor,
warum gibst du /usr soviel..deine heimatverzeichnis ist doch /home und das system brauch weniger wie 24gb
 
@tib:
Wenn du ein System betreiben willst, dessen Datenbestand sich ohne deine
Interaktion schnell vergrössern kann, z.b. Mail-Server oder Firewall mit exzessivem
Logging o.ä., würde ich Partitionen anlegen wohin diese Datenbestände geschrieben werden.

Wenn nämlich bei einem Angriff oder einer Misskonfiguration nur die Partition
mit dem Filesystem vollgeschrieben wird, in der du die Log-Dateien schreibst, ist der Rest deines Systems nicht betroffen.

Dies wäre beim Setup mit /, swap und /home nicht der Fall.

Da wird einfach geschrieben, bis kein Platz mehr da ist.
Dann steht dein System.



Darum würde ich /var, /tmp, /usr und /home in eigene Filesysteme tun.
 
Endnutzer, soll das so was wie das Konsument/Verbraucher - Konzept aus der Wirtschaft
angewandt auf die IT sein?



Ich biete ähnliches, wie morpheus und azazyel:
1. Platte
/ - 256 mb
/var - 2gb
/tmp - 2gb
/usr - 15gb (Open Office - Kompilation benötigt schon 6-9GB iirc)
/home - Rest

auf 2. Platte spiegeln (siehe Mirror-Link oben) und den Rest als Datenpartition.

EDIT:
Hmm, swap hab ich vergessen.
Wie Björn, würde ich swap so gross wie RAM wählen, aus genannten Gründen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich habe kein besseres einzelnes Wort.

Ich schlage daher vor, die Anforderung einfach mit mehr Worten zu beschreiben.
 
Ein kleiner Hinweis zu der Größe der swap-Partition:

Wenn der Kernel in Panik ausbricht und ein Speicherabbild erstellen möchte, dann muss dieses in die Swap-Partition hereinpassen; sonst funktioniert's nicht. Vielleicht ist das in deinem Fall gar nicht notwendig, da du sowieso nicht vor hast, nachträgliche Fehleranalyse zu betreiben. Ich wollte es nur mal erwähnt haben, weil man das auch mal schnell vergisst.

Wenn man die Swap-Partition kleiner gewählt hat als die Größe des Arbeitsspeichers beträgt, dann bleibt einem nur die Möglichkeit, den Speicher nachträglich mit hw.physmem in loader.conf zu verringern. Allerdings ist das unpraktisch, wenn der Grund für einen Absturz nicht bekannt oder nicht reproduzierbar ist.

Gruß Björn
 
Meine letzte Panic wurde durch

# atacontrol detach ata0

verursacht. Da erübrigt sich die Analyse. ;)
 
tib schrieb:
Aber wieviel Kernelpanics hast Du denn so (pro Tag, Woche, Monat, Jahr)?

Spielt das eine Rolle? Selbst wenn ich durchschnittlich nur etwa alle 700 Tage eine Kernelpanik habe, ist es vielleicht schon hilfreich zu wissen, weswegen das auftrat. So kann man dann ggf. ein Problem beseitigen, so dass es nie wieder passiert. Gleichzeitig trägt das zur Qualität des Systems bei, wenn man Fehlern nachgeht anstatt sie zu ignorieren bzw. zu hoffen, dass es nicht wieder passiert.

Neulich ist ein Rechner von mir in einem Rechenzentrum nach 198 Tagen spontan einfach abgeschmiert. Da hätte ich schon gerne einen Anhaltspunkt gehabt; allerdings war die Auslagerungspartition zu klein. :p

Björn
 
tib schrieb:
Björn König schrieb:
Spielt das eine Rolle?
It depends!
Ich habe von vornherein geschrieben, dass das nur dann von Bedeutung ist, wenn man nachträgliche Fehleranalyse betreiben möchte. Wer das nicht will, der braucht gar nichts weiter dazu sagen und kann von mir aus die Auslagerungspartition so klein wählen wie er will, oder sie gleich ganz weglassen. Da habe ich keinen Einwand. :belehren:

Gruß Björn :D
 
Nun ja ich denke mal die Lösung liegt so mittendrin, ob nun z.B. Swap in der Größe des Hauptspeichers vorhanden ist ist heutzutage Jacke wie Hose. Die Platten sind groß genug und einen nachteiligen Effekt gibts auch nicht - oder? Also habe ich Swap gewählt in der doppelten Größe des Hauptspeichers.
 
Meine traurige Erfahrung mit Swap und Hauptspeicher ist:

Compilieren mit gcc und -O3 ist wahnsinnig speicherintensiv.
Ich kann mit Borland C++, MSVC und Sun Studio mit 1 GB auskommen aber der gcc braucht etwa 2,5 GB Speicher für dasselbe Eiffel Programm (GNU Eiffel compiliert nach C das dann an gcc verfüttert wird).

Da ich jeden Monat einiges an Zeilen hinzufüge, befürchte ich das es nur eine Frage der Zeit ist bis ich die 4 GB Grenze knacke.
 
Ich wärm' das leidige Thema mal wieder auf :-) ...
Ich habe eine 160GB-Platte und will ausschließlich FreeBSD drauf installieren. Wie ich's bei allen meinen bisherigen Linux-Installationen und vor einiger Zeit auch mit FreeBSD-5.4 gemacht habe, will ich nur Partitionen für / und swap anlegen. (Jaa, ich weiss um die Nachteile).
Meine eigentliche Frage ist aber: Da die /-Partition ja nun recht groß ist, und die viel benutzten Systemdateien wohl am Anfang liegen, ist es besser, die swap-Partition vor oder nach der /-Partition anzulegen? Damit, wenn swap benutzt wird, nicht immer vom Anfang der Platte zum Ende und wieder zurück gesucht werden muss? Ist das überhaupt wichtig? Darf die ad0s1b vor der ad0s1a liegen? Möglicherweise mache ich mir hier ja zu viele Gedanken, aber nach der halben Nacht im FreeBSD-Handbuch und dem Rest bei Google, wollte ich mal hier nachfragen...
 
Ich denke das es egal ist da es jeweils auf die Position des Lese/Schreibkopfes ankommt und den Weg den er zurücklegt von Ausgangspunkt bis er die Datei oder Daten liest oder gefunden hat.Und die Köpfe sind bei einer arbeitenden Platte in ständiger Bewegung und damit auch die Abstände...ich denke mal es ist egal +-=0 Gewinn.
 
Die Zugriffszeit ist innen besser als außen. Deshalb sollte der Swap möglichst am Anfang liegen.
 
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