FreeBSD Vs Linux Vs DragonflyBSD

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oliver_herold

Guest
Eines voraus, das soll definitiv kein flamewar werden!

Soweit es möglich ist in einem BSDForum ;) würden mich die harten Fakten interessieren, sprich etwas allgemein - nicht nur die persönlichen Vorlieben. Dabei interessiert der Desktop, als auch der Server. Denn was für den Server recht und billig ist - sprich Stabilität und Performance, interessiert auch den Desktop-User.


-Linux bietet eine bessere Hardwareunterstützung ( Treiber ) etc. auf der Basis das diese in vielen Bereichen oft mit der heißen Nadel gestickt wurden.
-Linux bietet eine gute Unterstützung für Hyperthreading, SMP ...
-Linux unterstützt diverse Filesysteme unterschiedlichster Güte
-Linux ist eine Art "Frickel-OS", sprich jeder kocht sein eigenes Süppchen; Vielfalt ist immer gut, kann aber auch zum Albtraum ausarten ( Distro-DJs ;) )
-die asynchrone Schreibmethode beim Linux-FS ist flinker, jedoch anfälliger?

Das Linux mehr kommerzielle Software besitzt ist für mich kein Qualitätsmerkmal, da das auf quasi willkürlichen Entscheidungen diverser Firmen basiert.

-FreeBSD bietet weniger Treiber, dafür stabilere(?) Vertreter.
-die Unterstützung für SMP ist nicht derart ausgereift(?).
-der Scheduler unter BSD ist mehr oder weniger gut für Server geeignet, jedoch weniger ideal für den Desktop? Der "neue" SCHED_ULE ist reichlich instabil, sprich besitzt immer noch diverse Kinderkrankheiten?
-das Filesystem UFS2 mit Softupdates ist schneller und stabiler als diverse Linux-FS. Gilt dies nur für ext2/3 oder auch für XFS/JFS/ReiserFS?
-FreeBSD ist aus einem Guss, sprich in sich konsistent ( siehe auch die Verquickung mit den Ports etc. )

-DragonflyBSD stellt quasi aber FreeBSD5 die Strukturen des Systems in Frage
-bietet besseres SMP
-bessere Treiberschicht
-besseres Paketsystem ( aktuell von NetBSD übernommen? )
-will in vielen Bereichen alles besser machen. Realität oder Wunschdenken?



Warum diese Fragerei? Nun weil es mich interessiert :D ich habe diverse Mailinglisten durchstöbert, US-Foren etc. Überall bekommt man jedoch nur bruchstückhafte bzw. teils widersprüchliche Infos. Logischerweise wird dies auch hier passieren, nur kristalisiert sich in einer Diskussion eventuell eine vorherrschende Quintessence heraus ...
Ich hatte mal unter einem Amiga 1200 noch einen Ausflug auf ein frühes NetBSD, bin ein Kind der 8-Bit Zeit, sprich begann mit einem ZX81, über den CPC6128 mit CP/M etc. bis hin zum PC und in den 90ern ersten Linux-Gehversuchen. Bis dato fuhr ich immer parallel, sprich hauptsächlich NT-Systeme und Linux. Gelangte nun zum "Schluß" hin zu ArchLinux und war begeistert von dessen einfach gehaltenen Strukturen und dem teilweise vorherrschendem BSD-Stil. Letzteres war für mich auch ausschlaggebend mir mal FreeBSD näher anzuschauen, Begeisterung ist noch gelinde ausgedrückt ;-)
Allerdings wirft das natürlich auch Fragen auf. Es fing an mit Treiberproblemen, sprich gewisse Hardware die unter Linux funktionierte lag hier brach. Aber da ich flexibel bin, "flog" halt das gute Stück und wurde ersetzt. Das "Flashplugin-Gefrickel" z.B. interessiert mich nicht viel, da ich es nicht benötige und derlei Seiten ohnehin nicht mag. Aber warum ist das so? Wird FreeBSD von den meisten immer noch nur als reines Server OS betrachtet?
Teils wurde mir auch die Frage gestellt "und schon wieder eine neue Linux-Distro" oder "na ist die Nostalgiewelle ausgebrochen" ( sprich veraltet ) etc. Mal davon abgesehen das vieles daraus aus Unkenntnis heraus kulminiert, was ist einigermaßen objektiv betrachtet dran an dem Linux Vs BSD Thema. Vor- u. Nachteile wirds immer geben, bei jedem System, interessant ist jedoch wo am Schluß unterm Strich die meisten positiven Punkte über bleiben ( Desktop/Server ).


gruß Oliver
 
Hallo Oliver :)

Ich schreibe soeben an einem flyer BSD versus Linux, der nächste Woche in groben Zügen fertig sein wird.

Ich habe dazu intensiv nach Quellen geforscht und sichte diese gerade. Dieses Thema ist extrem komplex und kann imho nicht mit hinreichender Genauigkeit beantwortet werden ohne in den spekulativen Bereich abzugleiten. Man kann höchstens einzelne, sehr eng begrenzte Details vergleichen und die Bewertung der Differenzen artet regelmässig in die Wiederholung moderner Mythen aus. Dein eigener post beziehungsweise einige Postulate darin weisen darauf hin, sicher nicht in negativer Absicht.

Im allgemeinen Gebrauch haben sich gewisse Vorurteile dermassen gefestigt, daß sie kaum noch zu korrigieren sind.

Ich werde dir nach vorläufigem Abschluß meiner Arbeiten den Rohentwurf zukommen lassen. Ich nenne jetzt nur mal eine Quelle, die meines Erachtens sehr gut ist, soweit das Thema es zulässt (btw kann man hier im Forum auf suchen, es gibt ungezählte threads zu dem Thema, naturgemäß ohne klare Quintessenz):

http://www.over-yonder.net/~fullermd/rants/bsd4linux/bsd4linux1.php

Es kann und wird keine wirklich eindeutige Antwort zu deinen Fragen geben. Die Komplexität des Themas, Definitionsprobleme und der ständige Wandel der software machen dies unmöglich.

Grüße, Daniel
 
Vielen Dank für die Infos. Das ich teils irgendwelchen urban legends aufsetze, darüber bin ich mir im klaren, gerade im Internet. Ich bin hier schon eifrig am stöbern ;-) teils hakelig wurde es halt als ich mich über spezielle Dinge informieren wollte, die da wären SMP/Hyperthreading und die diversen Filesysteme. Während es kein Problem darstellt Informationen über die Technologien an sich zu erhalten, ist es teils chaotisch wenn es in den Bereich der einzelnen Systeme bzw. den Vergleich untereinander geht.
Von dem Wiki bzw. den Infos hier im Forum konnte ich schon massiv profitieren im Zusammenhang mit meinem vor kurzem erfolgten Umstieg auf FreeBSD :)

gruß Oliver
 
Du gehst die Sache mMn auch ein wenig von der falschen Seite an, weil du immer nach "besser" fragst. Und "besser" gibt es so nunmal einfach nicht. Ja, die Scheduler in FreeBSD koennen nicht so wirklich mit HT umgehen, der Scheduler in DragonFly wurde/wird(??) umgeschrieben, ob sie "besser/schlechter" sind als der Linux 2.6er Scheduler laesst sich niemals pauschal sagen.

Aehnliches gilt fuer die Dateisysteme, ja ext2fs saugt derbst, UFS _sollte_ i.A. sicherer sein, aber dank Softupdates und Write-Caching ist das ebenfalls nicht gewaehrleistet. Unter Linux gibt es deshalb JFS, welche diese ganzen Probleme umgehen, die sind dann aber wieder potentiell langsamer, etc. pp.

Treiber: Linux hat wohl definitiv eine hoehere Treiberquantitaet, wie es mit der Qualitaet aussieht laesst sich dagegen schwer beurteilen. Natuerlich gibt es schlechte Linux-Treiber, aber es gibt auch schlechte *BSD-Treiber.

Wo *BSD mMn definitiv "besser" ist, ist die _mitgelieferte_ Doku, also Manpages. Vor allem die 3-Sektion unter gaengigen Linux-Distros stinkt, waehrend die BSD manpages hier glaenzen. Aber wenn es dann an diese unsaeglichen HowTos geht, stellt sich wieder die Qualitaet<->Quantitaet-Frage. Es gibt auch wesentlich mehr Buecher und Schulungen bzgl. Linux (damit meine ich natuerlich nur den Kernel), also gibt es hier auch keine klaren Sieger.

(alle Angaben ohne Gewaehr)
 
@MrFixit - "besser" muß es nicht überall sein. Von Vorteil sollte ein System unterm Strich sein und die Information zu derlei Dingen - ich nutze btw. schon FreeBSD ausgiebig - interessiert natürlich auch.
Irgendwelche Technologien haben immer Vor- u. Nachteile, eben diese interessieren mich. Warum benutze ich z.B. BSD? Weils für mich aus einem Guss ist und ich hier mehr über die grundlegende Bedienung gelernt habe als bei jedem Linux System zuvor.
 
Ich habe hier einen 08/15-PC, welcher als Server fungiert - mit div. Linux-Distri's und Solaris 10 x86 hatte ich massive Probleme auf dieser Kiste - Hardwarekomponenten funktionierten nicht, Instabilität usw. (dieser PC wurde wohlgemerkt mit SuSE Linux ausgeliefert!).
Dann hab ich einfach mal FreeBSD (damals noch 4.10) ausprobiert, und dass lief ohne Probleme und erkannte die ganze Hardware; zwischenzeitlich läuft 5.4 drauf.
Ist aber vermutlich eher ein Einzelfall...
 
Btw. immer kontinuierlich geupdatet oder jeweils neu augesetzt?
 
oliver_herold schrieb:
-DragonflyBSD stellt quasi aber FreeBSD5 die Strukturen des Systems in Frage
Wie viele FreeBSD-User *duck*
-bietet besseres SMP
siehe http://www.dragonflybsd.org/docs/LISA200512/ und http://video.google.com/videoplay?docid=-3205048442935479525&q=baylisa
-besseres Paketsystem ( aktuell von NetBSD übernommen? )
Bei ports vs pkgsrc gibt es viele Meinungsverschiedenheiten. Eine Liste von funktionierenden pakages findest du auf: ftp://packages.stura.uni-rostock.de/pkgstat/last/broken.html
-will in vielen Bereichen alles besser machen. Realität oder Wunschdenken?
Wer will das nicht? Siehe Portierungen von DragonFly nach FreeBSD.

Derzeit gibt es großteils Verbesserungen, die das System clusterfreundlicher machen. Für weitere (teils aber veraltete) Informationen siehe englischen Wikipediaartikel.
 
Zuletzt bearbeitet:
oliver_herold schrieb:
Btw. immer kontinuierlich geupdatet oder jeweils neu augesetzt?

Beim Umstieg von 4.10 auf 5.3 hab ich neu aufgesetzt; allerdings nur, weil ich eine grössere HD eingebaut habe; von 5.3 auf 5.4 hab ich nur upgedatet - hat im übrigen völlig problemlos funktioniert...
 
Ich meinte damit SuSE und Redhat, welche wohl immernoch die dominierenden Distros sind. Und nein, mit ktrace(1) sollte einem wirklich nicht gelingen den Kernel abzuschiessen. Leider bleibst du uns schuldig zu erklaeren, wie genau du das gemacht hast ...
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich kenne niemanden der Suse und Redhat einsetzt. Ich kenne aber sehr viele Leute die Gentoo und Debian einsetzen. Und die Systeme finde ich im Grunde nicht schlecht.
 
@[LoN]Kamikaze
Schau Dir Notes an, oder Blade-Center von IBM. Was wird offiziell unterstützt? Genau SuSE/GNU-Linux.
Nun installiere da drauf ein anderes OS, rufe bei IBM an und verlange support, Pustekuchen, ist nicht, da Dein OS nicht offiziell unterstützt wird. Das geht soweit das die sogar bei HW-Problemen Dir nicht weiterhelfen wollen.
Denke weiter und erkläre dies Deinem Chef der meist nicht soviel Ahnung von der Materie hat. Der hält Dir vor warum denn kein OS nutzt was offiziell unterstützt wird, und wird dies als grobe Fahrlässigkeit Deinerseits auslegen und das DU keine Ahnung hast.
 
Dann frag bei IBM nach support für Free-, Net-, oder OpenBSD. Wenn man so einen Maßstab ansetzt kann man die BSDs gleich in die Tonne schmeißen.
 
@[LoN]Kamikaze
Nichts anderes wollte ich sagen ;-)
Es ging um die beherrschenden Distributionen, oder? Und darum das "tib" meint das Leute die wissen was sie tun diese nicht einsetzen, und Du auch meintest das Du keinen kennst (privat?) der diese einsetzt (sondern eben andere Distributionen).
Ich wollte mit meiner kurzen Ausführung nur darlegen wie es meist aussieht und woher der Wind weht. Wenn es anders ist, bei uns zum Beispiel, da habe ich recht viel Freiraum, dann ist das schön, es ist aber nicht das gros dessen.
 
tib schrieb:
Korrekt!
Allerdings solltest Du noch Erwähnen, dass als erstes die Frage kommt, welche Software X auf welchem OS Y.
Wenn da NICHT die Versionen passen hast Du ebenfalls verloren.
Da werden Betriebssysteme NICHT upgegradet weil die darauflaufenden Applikationsserver das neue OS nicht unterstützen.

Beispiel IBM und On-Demand Client: Unter Windows vorhanden, unter Linux seit 2 Jahren angekündigt. Darauf verlassen, wir waren verlassen. Webclient ist Krampf, also doch Windows-Server und RDP.
Notes Domino. Unter 6.5 rennt unsere angpasste Software auf SuSE Linux, unter 7.0, uih uih, das kostet ja wieder. Und schön das SuSE Linux nun mit 7.0 und auch der FF 1.0.7 offiizielle unterstützt wird, nun kann man calls ohne ende aufmachen. Davor, Pustekuchen. Unter Debian, *BSD immer noch Pustekuchen. Also nimmt die firma das was unterstützt wird.
 
tib schrieb:
Wenn sich das ktrace-Programm konsistent zu seiner Man-Page verhalten hätte,
dann wäre es mir wohl kaum gelungen (unbeabsichtigterweise) damit den Kernel abzuschiessen!
Das kann und ist aber kein Problem der Manpage. Eine gute Manpage verhindert weder Fehler im übrigen System, noch darf sich eine Inkonsistenz der Manpage auf die Stabilität des Kernsl auswirken.

Aber wem erzähl ich das? :rolleyes:
 
also meiner meinung nach wird die betriebssystemfrage überbewertet.
ich nutze viel open source software, die meisten programme laufen auf allen 3 genannten systemen.
dragonfly hatte ich noch nicht im einsatz, aber bei gnu/linux (in meinem fall hauptsächlich gentoo) und freebsd konnte ich keinerlei unterschiede in der stabilität oder performance feststellen, selbst wenn welche da wären wären diese mit sicherheit minimal (gleiche "config" vorausgesetzt :D ).
vom handling gefallen mir gentoo und freebsd sehr gut, freebsd ein kleine bisl besser.
im multimedia bereich hinkt freebsd meiner meinung nach (software wie treibermäßig gesehen) etwas hinterher (siehe XGL oder DVBT, wers braucht ;) ).
bei mir läuft im moment gentoo aufm desktop und freebsd aufm server, könnte meinetwegen aber auch genauso gut umgekehrt sein :D
ich verstehe nicht warum sich da so viele leute nassmachen...
 
[FLAME]Jaja, FreeBSD wird immer mehr zu GNU/Linux (und GNU/Linux zu Windows) *gaaanz schnell duck*[/FLAME]

Ja, die Frage des OSs wird sehr überbewertet (besonders im "Desktopbereich")
 
ich finde es beeindruckend wie überzeugend eure argumentationen sind...
man sollte immer einfach nur mit thesen um sich schmeissen, damit kommt man im leben bestimmt weiter.
 
oliver_herold schrieb:
> [OS wird ueberbewertet]
Tatsächlich? Ich denke dieser Bereich wird noch eher arg unterbewertet ..
Nein, wieso? Wen interessiert denn das zugrundeliegende OS? Ich will/brauche einen Browser, einen sinnvollen Mailclient, IM und natuerlich Editoren und sonstige "Bueroanwendungen". Auf welchem OS die arbeiten ist doch piep-egal! Solange es einfach tut und sich bequem administrieren laesst (Ideal waere wohl das selbst-administrierende OS), kann dem Anwender das OS egal sein.

Wenn es zB einen "vernuenftigen" Windowmanager fuer Win32 gaebe, koennte ich auch durchaus damit arbeiten. Es gibt schliessliche cygwin, und somit habe ich fast alle Anwendunge die ich brauche.

Fazit: Man arbeitet mit Anwendungen, nicht mit dem Betriebsystem.
 
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