Also, wir können das gern alles nochmal durchkauen, aber für das Erste beschränke ich mich auf die Kurzfassung. Intel-Chips sind allgemein gut unterstützt, leider hat es in den letzten Jahren durch recht diskoordiniertes Gefrickel seitens der Treiberentwickler, einer verfrühten Umstellung auf GEM und KMS und dem Abschaffen von Entwicklungszweigen stark gelitten. Vor allem unter BSD, wo es noch kein GEM und kein KMS gibt. Besonders toll ist, dass die aktuellen Versionen des Treibers ohne GEM und KMS gar nicht mehr laufen, man sie aber für aktuelle Intel-Chips wie den Ironlake (die GPU der Core i3 und i5 Serien) benötigt. Dazu kommt, dass Intel-Chips technisch gesehen halt reine Desktop-GPUs sind. In Sachen 3D bilden sie im Moment den Bodensatz, technisch sind die irgendwo im Bereich einer Geforce 3 oder so. Zwar wird zumindest GEM wohl in absehbarer zeit auf FreeBSD portiert werden, doch alles in allem sind Intel-GPUs schlicht keine Option, solange man nicht sehr niedrige Ansprüche hat.
Bleibt also Radeon. Die Radeon-Familie unterteilt sich grob in vier Hauptgenerationen, welche jeweils durch einen DRM-Treiber abgedeckt wird. Der X.org-Treiber xf86-video-radeon unterstützt sie alle:
r100 -> ATIs erste echte 3D-Karte, im modernen Sinne. Stand damals gegen nVidias Geforce 2, war an sich keine schlechte Hardware doch mieserable Treiber, schlechte Firmware und einige schwer verständliche Designentscheidungen beim Chip verhagelten den Erfolg. Daher blieb die darauf basierende Radeon 7000 Serie ein Achtungserfolg. Ist zwar vollständig unterstützt, aber nur noch historisch relevant.
r200 -> ATIs zweiter Versuch, stand gegen die Geforce 3. Machte eine weitaus bessere Figur als der Vorgänger, hatte aber weiterhin starke Treiberprobleme. Heute auch nur noch historisch interessant, aber vollständig unterstützt. War als Radeon 8000 Serie im Handel.
r300, r400, r500 -> Mit dem R300 schaffte ATI seinerzeit den wirklich großen Durchbruch. Es war streng genommen keine Eigenentwicklung, stattdessen basierte der R300 zum größten Teil auf den Entwicklungen der von ATI gekauften SGI-Ausgründung ArtX. Der R300 war ein Monster, teils um bis zu 150% schneller als die dagegen stehende Geforce 4. John Carmack bezeichnete den R300 einmal neben dem 3Dfx Voodoo und der Geforce 256 als den wichtigsten Chip der Grafikgeschichte, da er Dingen wie Antialiasing zum Durchbruch verhalf. Der R300 bekam nur leicht überarbeitete zwei Nachfolger, den R400 und den R500. Die ganze Familie wurde anders als ihre beiden Vorgänger von ATI lange nicht mit Spezifikationen versorgt, die freien Treiber entstanden fast ausschließlich aus Reverse Engineering. Als ATI die Spezifikationen offen legte, war es es nur noch eine Frage von Wochen, die Karten komplett zu unterstützen. Die freien Treiber sind die im Moment vielleicht besten, der "r500" Treiber unterstützt die R300, R400 und R500 Familien. Die Handelsnamen waren: R300 -> Radeon 9000 Serie ; R400 -> Raden X800 Serie ; R500 -> Radeon X1000 Serie. Dazu einige Zwischengenerationen. Diese Karten sind natürlich durchgehend veraltet, wirklich empfehlen kann man nur noch die X1000 Serie, da sie als einzige ein sinnvolles Verhältnis aus Leistung und Stromverbrauch bietet. Ich habe hier einen Test einer X1950 pro geschrieben, dem damaligen "Performance Modell" der Serie:
http://www.bsdforen.de/showpost.php?p=196839&postcount=2
r600, r700, r800 -> Die Serie ist die derzeit aktuelle, sie wird vom "r600"-Treiber unterstützt. Sie basiert auf dem "Xenos"-Chip, welchen ATI für die Xbox 360 entwickelte. Anders als alle Vorgänger ist es weitgehend eine "Unified Architekture", es gibt also keine speziellen Recheneinheiten mehr, stattdessen nur noch SIMD-Gatter (sogenannte Shader, welche zu Quads angeordnet sind). Das macht die Architektur sehr einfach, kostengünstig und gut zu erweitern, aber das Programmieren wird sehr schwer. Da benötigt man Just in Time VLIW-Compiler und solche Nettigkeiten, das ist alles nicht ohne. Auch wenn es Spezifikationen gibt, wirkt es sich auf die freien Treiber aus, es geht nur langsam voran. Vollständig ist noch keiner, doch es wird langsam. Im Handel sind: R600 -> Radeon HD2000 Serie, Radeon HD3000 Serie ; R700 -> HD4000 Serie (derzeit am besten von allen r600-Abarten unterstützt); R740 -> Radeon HD4700 Serie, eine Zwischengeneration, erst ab X.org 7.5 wirklich sauber unterstützt ; R800 -> Radeon HD5000 Serie, unter Linux nur unbeschleunigtes 2D, unter FreeBSD nicht unterstützt.
==> Wenn du heute halbwegs optimales 3D willst, kaufe eine X1950 Pro. Sofern du noch eine auftreiben kannst. Wenn du bereit bist zu warten, eine HD4850. In Sachen realer Leistung mit freien Treibern sind beide grob gleich, in der Theorie ist die HD4850 natürlich deutlich schneller. Sie benötigt aber auch viel mehr Strom, vor allem kann sie anders als eine X1950 Pro im freien Treiber nur verkrüppeltes Powermanagement.