Nabend,
ich hab seit Juli eine GbR mit einem Kollegen zusammen. Kosten für den Gewerbeschein sind 20 Euro angefallen
Die laufenden Kosten sind auch sehr gering. Steuerberater haben wir bis jetzt noch nicht gebraucht, die Buchhaltung machen wir selbst (bzw. ich, da ich auch eine kaufmännische Ausbildung habe).
Der Riesennachteil bei einer Personengesellschaft ist halt die Haftung. Wenn du Mist baust haftest du persönlich mit deinem gesamten Privatvermögen. Das kann schneller gehen als du denkst, ich hatte mal so einen Fall, damals noch als Angestellter. Der Rechner des Kunden ist abgenippelt während ich dran zugange war und damit war eine teure Datenrettung fällig. Dabei habe ich überhaupt nichts falsch gemacht, wenn der Kunde selbst in genau dem Moment am PC gesessen hätte wäre die Kiste genauso abgenipelt. Das hat der Kunde im Grunde auch so gesehen (er war zum Glück sehr nett), aber so war ich halt schuld und die Firma bzw. die Versicherung hat zahlen müssen. (Sicher, man hätte es auch auf ne Klage ankommen lassen können, von wegen der Kunde hätte vorher eine Datensicherung machen müssen und so weiter und so fort, aber so ein Prozess ist im Zweifelsfall auch nicht billig, von dem damit verbundenen Stress mal ganz abgesehn).
Zum Dasein eines Kleinunternehmers gehört also immer ein bisschen Harakiri dazu. Bei der GbR und soweit ich weiss auch bei der OHG ist das sogar noch viel schlimmer, falls deine Partner/Kollegen/Angestellten mal Mist bauen bist du ebenfalls persönlich in der Haftung mit drin. Ich will nicht schwarzmalen aber ich denke dessen sollte man sich immer bewusst sein.
Eine Alternative wäre die GmbH oder, falls du das nötige Kleingeld für das Stammkapital nicht hast, eine Ltd. Mit dem Gedanken spiele ich im Moment ernsthaft, die Gründungskosten sind überschaubar und das Risiko, persönlich haften zu müssen, ist weitaus geringer als bei einer Personengesellschaft. Ein Nachteil sind wiederum die laufenden Kosten. Bei einer Kapitalgesellschaft kommt man um doppelte Buchführung, Bilanz etc. und somit um einen Steuerberater nicht drumrum. Ausserdem hat die Ltd zur Zeit ein ziemlich mieses Image, obwohl es eine völlig seriöse Form der Kapitalgesellschaft ist, aber gerade weil man wenig Stammkapital braucht und in der Regel nicht persönlich haftet gründen viele eine Ltd, fahren den Karren an die Wand, lösen die Ltd wieder auf und sind fein raus.
Ansonsten kann ich meinen Vorrednern nur zustimmen (kleine Korrekur zur Ich-AG: für die braucht man keinen Businessplan, den braucht man nur für das sogenannte Überbrückungsgeld, ne sehr gute Seite zu dem ganzen Thema ist
www.ueberbrueckungsgeld.de).
Noch ein Wort zum Thema Kundengewinnung: Versuch auf jeden Fall, die Kunden, die du schon hast, mit allen Mitteln zu behalten. Wie hier schon gesagt wurde, kommt es natürlich darauf an was du machst. Im Bereich Internet bzw. EDV-Dienstleistung zumindest ist Neukundenakquise praktisch unmöglich (so zumindest meine Erfahrung bis jetzt). Wenn überhaupt dann geht nur was über Mundpropaganda. Aber auch da ist es sehr schwierig, fast alle haben/kennen schon jemand, und Firmen sind fast nie zu einem Wechsel bereit, auch (oder vielleicht gerade?) nicht wenn man die Konkurrenz im Preis deutlich unterbietet.
Grüsse
Joshua