juedan schrieb:
Wie wäre es mit Biogas? Wird im Chiemgau seit Jahren erfolgreich für die dezentrale Energiegewinnung verwendet. Es gibt in Deutschland genügend landwirtschaftliche Betriebe, die Biogas aus Gülle erzeugen könnten. Denke auch an Mülldeponien (Deponiegas) oder Kläranlagen (Methan). Damit wäre es möglich die Importabhängigkeit zu reduzieren
Ich wollte schon in meinem vorherigen Posting im Bezug auf Wasserstoff auf Methan zu sprechen kommen, es war aber auch so schon lang genug. Das ist in der Tat eine sträflich ungenutzte Energiequelle, die im Hype um Wasserstoff viel zu kurz kommt.
Da gibt es aber noch weitere Projekte: ein Forschungsprojekt im Braunkohlerevier in Ostdeutschland ist gerade erfolgreich dabei, CO2-freie Kraftwerke zu entwickeln.
Das klingt interessant. Hast du einen Link zum Thema?
Ein weiteres Projekt wäre die Kraft-Wärme-Kopplung: Strom + Fernwärme.
Die von mir angesprochenen Blockheizkraftwerke verfolgen genau dieses Prinzip und erreichen dadurch im Idealfall (im Winter) einen sehr hohen Wirkungsgrad.
Es gibt auch die Möglichkeit der Geothermie-Kraftwerke in Deutschland - speziell in Süddeutschland ist es aufgrund der geologischen Gegebenheiten sehr interessant.
Leider ist Anzahl der dafür verwendbaren Standorte recht begrenzt, dort ist es aber wohl die beste Lösung überhaupt.
Wasserkraftwerke müssen nicht unbedingt die Umwelt zerstören: Walchensee-Kraftwerk, moderne Flußkraftwerke usw.
Die gibt es, sie produzieren aber nur verhältnismäßig geringe Mengen Energie. Leider sind bislang große Staudämme mit all ihren Nachteilen die effektivste Methode zur Stromerzeugung durch Wasserkraft.
Es geht meines Erachtens nur deswegen nichts in Richtung alternativer Energieerzeugung, weil es eine zu starke Verflechtung zwischen Politik und Energiewirtschaft gibt: Laurenz Meier - RWE, Werner Müller - RWE, EDF - französischer Staat, usw.
Das ist kein Problem der Art der Energieerzeugung, sondern der Monopolisierung auf dem Strommarkt durch die Liberalisierung. Sobald alternative Energiequellen wirklich Profit versprechend sind, werden wir zuschauen können, wie die vier großen Energiekonzerne alles aufkaufen.
Die Kraftwerke Ohu1+2 will die Staatsregierung durch zünden von Nebelwerfern vor Terroranschlägen schützen.
Mal abgesehen davon, das die Terrorismusgefahr sehr konstruiert ist, war diese Aussage natürlich selten blöd. Für Terroristen gäbe es in Deutschland aber so viele Ziele (man denke nur an all die chemischen Werke, die mit großen Mengen toxischen Materialien arbeiten), die sich im Bezug auf die Folgen wenig nehmen, dass es kaum einen Unterschied macht.
Nach Revisionsarbeiten an einem Ventil zur Kühlmitteldurchflußregulierung wurden Kugellagerkugeln vermißt; Antwort des Betreibers: nicht so schlimm
Die übliche Standardtaktik: Beschwichtigen, egal ob es schlimm ist oder nicht. Das wirst du aber bei jedem Unternehmen, egal welcher Branche, vorfinden.
Tschernobyl: Der damalige Innenminister Zimmermann hat steif und fest behauptet, dass die Strahlenbelastung im Voralpenland nicht steigen werde. Wir dürfen heute noch keine Waldpilze essen, Wild nur in kleinen Mengen, Wildschwein sollte eigentlich garnicht verzehrt werden, weil die Cäsiumbelastung zu hoch ist. Kartenmaterial des deutschen Wetterdienstes hat zwei Wochen nach dem Unfall gezeigt, dass das Voralpenland zur starke belasteten Region geworden war. Warum? Ganz einfach: es gab eine starke Nordost-Strömung, die Regenwolken gegen die Alpen gedrückt hatte.
Das die Politiker erstmal abwiegeln und alles herunterspielen, dürfte eine Konstante im Universum sein.
Eine gehäufte Anzahl von Leukemiefällen in der Nähe vom AKW Brunsbüttel wird verharmlost.
Das Problem damit ist, dass je nach Bevölkerungsdichte um ein AKW schon ein einziger Leukämiefall über dem Schnitt liegen kann. Es gibt Regionen in Deutschland, in denen die Leukämierate höher ist als um jedes AKW, ohne das es Stirnrunzeln hervorruft. Zumal die Bewohner im Umfeld eines AKW meist auch dort arbeiten und damit eine erhöhte Chance haben, mit kontaminiertem Material in Berüherung zu kommen.
Unabhängig davon gehört das AKW Brunsbüttel (neben 3 oder 4 anderen AKWs) abgeschaltet, nachdem die Sicherheit dort nicht mehr modernen Standards entspricht.
In Rosenheim stand sehr lange ein Güterzug mit durch Tschernobyl verstrahltem Molkepulver. Wo das heute ist, weiß kein Mensch.
Es gab 1996 ein Anfrage im Bundestag, die
beantwortet wurde. In wieweit die den Tatsachen entspricht, ist eine andere Frage.
Es gibt noch mehr Beispiele, die das Vertrauen in die Atomkraft nicht gerade fördern.
Wie jede Technik hat auch die Atomkraft ihre Probleme, die wir auch in Deutschland vor allem bei sehr alten AKWs zu Gesicht bekommen. Nachdem die anderen fossilen Brennstoffe aber immer knapper werden und noch nicht abzusehen ist, ob und in wieweit regenerative Energiequellen unseren Bedarf decken können, halte ich es für fahrlässig, diese Energiequelle nicht zu nutzen.
Wenn wir nicht mehr genug Strom für unseren Bedarf erzeugen können, wird er eben importiert werden - dann wahrscheinlich aus AKWs in Osteuropa.
Gerade die THTR-Technik (Thorium-Hochtemperatur-Reaktor) ist sehr interessant und auch sehr sicher. Würde mir in D als Energieversorgung gefallen. Gleichzeitig sollte JEDES AKW sein eigenes Zwischenlager bekommen.
So etwas schwebt mir auch vor: Wiederaufbereitung direkt vor Ort, moderne Reaktoren, Entsorgung der Abfallprodukte per Rubbiatron und gleichzeitig Ausbau regenerativer Energiequellen.
Es ist auch ein Märchen, dass Atomkraft eine CO2-freie Energiequelle ist. Da wird aber nur sektoral gedacht und nicht global. Wie kommt das Uran zu uns? Wie wird es produziert?
Im Vergleich zu der produzierten Energiemenge ist der Treibhausgas-Ausstoß durch Förderung, Aufbereitung und Transport von Uran nicht mehr als Rauschen in der Statistik, der bei Verwendung moderner Technik wäre er vollkommen unbedeutend.