Systemadmin werden

Lateralus

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Hallo allerseits,

ich hätte da mal eine Frage in Berufssachen. Nehme man mal an, dass man gerne etwas in Richtung Systemadministrator ansteuern möchte.

1. Welche Ausbildung / welches Studium wird da am liebsten gesehen?
2. Werden duale Studiengänge genauso genommen (oder vielleicht noch lieber)?
3. Was bringt mir eine LPI-Zertifizierung für die Bewerbung / bzw. Zertifizierungen allgemein.

Wäre es sinnvoller sich als Fachinformtiker ausbilden zu lassen, als (möglicherweise auch dual) Informatik zu studieren (ich meine - dann hätte man immerhin noch den Studienabschluss, wenn man später mal was Anderes / Spezielleres machen will)?

Ist es eigentlich auch möglich "ganz" quer einzusteigen (habe einen Master in Mathematik, 15 Jahre Erfahrung mit Computer von DOS über Windows zu Linux, ein bisschen FreeBSD, habe kleine Netzwerke eingerichtet, Shell-geskriptet, schreibe in Python, mal PHP gemacht, Computer zusammengebaut...)???

Wie wichtig ist das Alter bei dem ganzen? Bin jetzt nach Zivildienst, 5-jährigem Studium, Wartezeit auf's Referendariat und einem Jahr Referendariat inzwischen 28 und darf jetzt (da ich jetzt das erste mal tatsächliche Berufserfahrung habe) feststellen, dass Lehrer wohl doch nicht so ganz der richtige Beruf für mich ist.
 
Hallo allerseits,

ich hätte da mal eine Frage in Berufssachen. Nehme man mal an, dass man gerne etwas in Richtung Systemadministrator ansteuern möchte.

1. Welche Ausbildung / welches Studium wird da am liebsten gesehen?
2. Werden duale Studiengänge genauso genommen (oder vielleicht noch lieber)?
3. Was bringt mir eine LPI-Zertifizierung für die Bewerbung / bzw. Zertifizierungen allgemein.

Wäre es sinnvoller sich als Fachinformtiker ausbilden zu lassen, als (möglicherweise auch dual) Informatik zu studieren (ich meine - dann hätte man immerhin noch den Studienabschluss, wenn man später mal was Anderes / Spezielleres machen will)?

Ist es eigentlich auch möglich "ganz" quer einzusteigen (habe einen Master in Mathematik, 15 Jahre Erfahrung mit Computer von DOS über Windows zu Linux, ein bisschen FreeBSD, habe kleine Netzwerke eingerichtet, Shell-geskriptet, schreibe in Python, mal PHP gemacht, Computer zusammengebaut...)???

Wie wichtig ist das Alter bei dem ganzen? Bin jetzt nach Zivildienst, 5-jährigem Studium, Wartezeit auf's Referendariat und einem Jahr Referendariat inzwischen 28 und darf jetzt (da ich jetzt das erste mal tatsächliche Berufserfahrung habe) feststellen, dass Lehrer wohl doch nicht so ganz der richtige Beruf für mich ist.

Morgen. :)
Also grundsätzlich gibts hier im IT Schlampen Gewerbe, immer noch sehr viel Quereinsteiger, Mathematiker, Physiker usw. sind nicht selten gesehen und auch meistens sehr willkommen.

Von Theologen, über Sozialpädagogen zu Philosophen hab ich hier schon alles gesehen. Kommt immer drauf an wie gut man ist und welchen Biss man hat, also ich persönlich bin ebenfalls Quereinsteiger und bewege mich schon länger in diesem Geschäft.

Das Thema Zertifizierung ist ziemlich zwiespältig, manche Firmen sind ganz geil auf Zertifizierungen, da können es gar nicht genug sein.
Andere schreiben schon explizit in die Stellenanzeige rein, wir wollen keine Zertifizierung in ihren Unterlagen sehen.

Eine Zertifizierung zu machen schadet nicht, aber es kommt immer drauf an was man machen will. In dem Grützellinuxmarkt wirst Du es wohl nicht einfach haben, weil so ziemlich jeder der ein ls oder df -k unfallfrei absetzen kann, sich als LInuxknecht verkaufen will, das ist mittlerweile ähnlich inflationär, wie vor Jahren die MCSE Geschichten. PHP Klopfer gibts auch mehr als genug, ich würd. Also ich würd eher mal kucken was verlangt der Markt.

Heisse THemen sind immer wieder Storage, aber das kann man zuhause nur schlecht üben. Ne HP EVA, EMC oder sonstwas in Keller stellen ist zwar möglich aber dann bist nach einem Monat pleite, oder der beste Freund deine Stromanbieters.

Es gibt aber genug Firmen die auch Quereinsteiger die hungrig sind nehmen, allerdings gibts auch genügend Firmen, die gerade bei Quereinsteigern hergehen, diese mit Dumping Preisen an sich binden und verheizen. Also
Eine Ausbildung ist sicherlich nicht schädlich, oder eben ein Duales Studium wie es z.B. die Uni Heidenheim in Zusammenarbeit mit diversen Firmen anbietet.
 
Admin wird man am einfachsten, indem man es übt. :D
Jede Firma hat da andere Ansprüche. Lass dich ausbilden und du wirst genommen. Manchmal.
 
Hmm... Wie fängt man jetzt am Besten an? Zuerst einmal würde ich dir nahelegen dir sicher zu werden, ob Administrator wirklich der Job ist, den du möchtest. Zum Beispiel mit einem Praktikum. Computer zu administrieren macht Spaß und größere Systeme zu konzeptionieren sowieso. Aber das ist halt nur ein Teil des Jobs. Sehr viel ist auch stupider Routinekram oder schlicht nervender Murks, da man sich nicht selten mit den Fehlern von vor 15 Jahren rumschlagen darf. Ungeduldige, oft inkompetente Nutzer tragen ebenfalls ihren Teil bei. Zudem gibt es ja nicht "den" Administrator. Es ist etwas ganz anderes, ob man in einem Rechenzentrum arbeitet, als beim mittelständigen Unternehmen nebenan als In-House Administrator oder bei einer Firma, die die Betreuung der Netzwerke für kleine Firmen übernimmt. Da spielt auch der Wohnort mit hinein. Wer zum Beispiel ins Rechenzentrum möchte, hat in Süddeutschland gegenüber uns Norddeutschen einen deutlichen Standortvorteil.

Welche Ausbildung man benötigt, hängt dann ebenfalls sehr von dem geplanten Profil ab. Gerade in den eher kleinen Jobs kommt man auch als Autodidakt schon sehr weit, mit den richtigen Zertifikaten sowieso. Generell ist eine Ausbildung zum FiSi (Fachinformatiker Systemintegration) im Bereich Administration sehr gesehen, mit einem Studium kommt man natürlich ebenfalls sehr weit, ist allerdings für viele der möglichen Jobs bereits überqualifiziert und verdient weniger, als man in anderen Teilbereichen der Informatik könnte. Außerdem hast du ja bereits ein Studium. Ich würde mich daher erst einmal informieren, wie gut deine Chancen mit einem Master in Mathematik sind. Einfach mal potentielle Arbeitgeber anrufen, fragen was sie sich so vorstellen. Mehr als eine blöde Antwort bekommen wirst du nicht. :) Vielleicht (das weiß ich aber nicht genau), kannst du mit deinem Abschluss auch direkt in einem Master für Informatik rutschen.
 
Hi Lateralus,


Dir sollte bewusst sein das "Administrator" kein einfacher Job ist.
Als (sys|net|win|unix|linux|bsd|**|00|bofh)Admin hast Du eine hohe Verantwortung.
Ein falscher rm -rf . / reicht und die Firma ist pleite. Das klingt zwar übertrieben, aber alles schon gesehn. Admin kann man nicht studieren oder lernen. Was man lernen kann ist Verantwortung zu haben durch die richtigen Lehrmeister. Ich hatte da auch einen BOFH an der Backe, aber das war auch gut so ;-). Je härte die Praktikas, um so besser. Der Job sollte Dir spass machen und er ist nicht zu vergleichen mit irgend welchen Home Admin spielereien am Unix / Linux Router zuhause.

Ausbildung und Studium sind eigentlich egal, Hauptsache IT :-)
Man sollte als Admin schonmal alles administriert haben um ein Firmennetzwerk aufzubauen (DNS, DHCP, Mail, Router, VPN, .....). Alles zusätzliche ist Lohnsteigernt (EMC, NET-APP, ...)

So, ich muss jetzt zurück an die bofh Shell.
 
Hi Lateralus,


Dir sollte bewusst sein das "Administrator" kein einfacher Job ist.
Als (sys|net|win|unix|linux|bsd|**|00|bofh)Admin hast Du eine hohe Verantwortung.
Ein falscher rm -rf . / reicht und die Firma ist pleite. Das klingt zwar übertrieben, aber alles schon gesehn. Admin kann man nicht studieren oder lernen. Was man lernen kann ist Verantwortung zu haben durch die richtigen Lehrmeister. Ich hatte da auch einen BOFH an der Backe, aber das war auch gut so ;-). Je härte die Praktikas, um so besser. Der Job sollte Dir spass machen und er ist nicht zu vergleichen mit irgend welchen Home Admin spielereien am Unix / Linux Router zuhause.

Ausbildung und Studium sind eigentlich egal, Hauptsache IT :-)
Man sollte als Admin schonmal alles administriert haben um ein Firmennetzwerk aufzubauen (DNS, DHCP, Mail, Router, VPN, .....). Alles zusätzliche ist Lohnsteigernt (EMC, NET-APP, ...)

So, ich muss jetzt zurück an die bofh Shell.

Wer rm -rf * macht und kein Backup hat ist selber schuld und hat es nicht besser verdient...

EMC und Schütter Netapp Zertifikate gibts auch nicht umsonst. ;)
Abgesehen davon, wie soll der Herr Kollege das zuhause üben?

Praktikas sind in jedem Fall sehr sinnvoll.
Man sollte sich aber im Vorfeld auch die Frage nach den eigenen Stärken und Vorlieben beantworten.
 
Die wohl am naeheliegenste Ausbildung ist Fachinformatiker fuer Systemintegration. Das hatte ich zumindest damahls gemacht und es wird sehr viel praktisches beigebracht. Man lernt ein wenig Programmieren (Grundkenntnisse) und man geht auch den ganzen Theoriekram wie TCP/IP und die einzelnen Protokolle (sehr im Detail) durch. Zudem hatten wir auch viel Linux Administration gemacht und zusaetzlich haben wir dort den Cisco CCNA fuer Umsonst gemacht.

Im Informatik Studium ist so gut wie nichts von der reinen System Administration zu finden. Zwar lernt man auch die Theorie der Protokolle und es wird der einfache Umgang mit Linux erwartet, aber man administriert nicht speziell irgendwelche Server.

Fuer das Wissen waere die erste Ausbildung besser, fuer eine hoehere Gehaltsklasse ist das Studium immer die bessere Wahl

Aber man kann auch beides machen. Im Endeffekt musst du das wissen.
 
Ich habe den FiSi gelernt und während meiner Arbeit danach sehr viel gelernt aber das allermeiste davon durch Selbststudium. Der Teil an der Berufsschule gibt einen kleinen Überblick aber ohne Praxis bringt das nur wenig. Sehr wichtig ist also der Betrieb! Du brauchst noch nicht mal unbedingt Leute, die richtig viel Ahnung haben, um dir was beizubringen, wenn du den Ehrgeiz hast dich da selber reinzuknien.

Nun habe ich das normale Informatikstudium begonnen aber nicht, weil mir der Beruf keinen Spaß gemacht hat, sondern weil der Arbeitsplatz nicht so toll war. Wenn du den richtigen Arbeitsplatz hast ist das ein wirklich toller Job, der einen auch immer ein bisschen auf Trab hält, weil immer wieder neue Anforderungen auf einen zukommen.

Im Studium lernt man eigentlich nichts mehr was du als normaler Admin bräuchtest. In alle wichtigen Systeme musst du dich lange einarbeiten, bevor du damit umgehen kannst. Das wird im Studium nicht beigebracht und ist da auch fehl am Platze.
 
man man wenn ich sehe was aus meinem beruf geworden ist ........
"Fachinformatiker fuer Systemintegration" prust ........

wie klingt den da "Bueromaschinenmechaniker" ................:D


holger
 
Systemadministrator?
Ist das nicht der, der sowieso nix schafft und wenn mal was kaputt geht Stunden für eine Lösung braucht? :D
Mal ehrlich - Systemadministrator ist in kaum einer Firma ein angesehener Beruf und Lob wirst Du generell mal überhaupt nirgends bekommen.

Und was daran Spass machen soll, sich gefühlte 20 Wochenenden im Jahr regelmäßig in die Firma zu hocken, um das Firmwareupdate 5.21.12.1212 release4 build121 patch99 auf 200 Router zu installieren und sich am Montag morgen dann erstmal zusammenscheissen zu lassen, warum alles auf einmal so langsam ist... ist mir auch unklar :gpaul:
 
Ich habe parallel zu meinem Studium einen Sysadmin Nebenjob angenommen.
Die Tätigkeit besteht nur zu einem kleinen Teil aus den Dingen, die man zuhause aus Spaß mit FreeBSD und Konsorten anstellt.

Typischerweise braucht man seine 5min-6h bis ein Dienst aufgesetzt ist und funktioniert. Dann kommt aber der Teil der meiner Einsicht nach der Wichtigere ist - Dafür sorgen, dass er auch zuverlässig weiterläuft, sicher ist, backups gemacht werden und Dokumentiert ist.

Die Arbeit wird oft das Managen und Debuggen des emergenten Verhaltens der zusammenhängenden Systeme. Das mag bei dem 0815 Webserver Setup weniger auftreten, wenn aber LDAP, Kerberos, NFS, DNS, Mail etc etc dazu kommt und alles integriert ist macht das einen signifikanten Teil der Arbeit aus. Hier sind nicht nur die Server zu betrachen, sondern eben auch die Clientsysteme, die diesen Servicestack nutzen.

Aus meiner (relativ geringen) Erfahrung macht sich sauberes Programmieren in Python o.Ä. (und nicht perl/sh/php) inkl. ausgiebigen Logging und Error Handling schnell bezahlt, denn oft laufen irgendwo im Systemkonglomerat Skripte, die schon etwas länger laufen und Abhängigkeiten nicht sauber deklarieren. Da passiert es schnell, dass ein shell Skript ignoriert, dass ein command nicht erfolgreich war und trotzdem weitermacht usw.

Da du eine akademische Ausbildung in Mathematik hast, kann ich mir vorstellen, dass du einen gut bezahlten Job im Finanzsektor finden könntest um dich dort um IT Dienste zu kümmern.

Gruß
FreeBSDuser
 
Aus meiner (relativ geringen) Erfahrung macht sich sauberes Programmieren in Python o.Ä. (und nicht perl/sh/php) inkl. ausgiebigen Logging und Error Handling schnell bezahlt, denn oft laufen irgendwo im Systemkonglomerat Skripte, die schon etwas länger laufen und Abhängigkeiten nicht sauber deklarieren. Da passiert es schnell, dass ein shell Skript ignoriert, dass ein command nicht erfolgreich war und trotzdem weitermacht usw.

Was hat das mit der Sprache zu tun? Wer Fehler nicht abfängt, ist selber schuld. Wichtiger ist es, dass man die Sprache beherrscht, Perl ist meine zweite Muttersprache, ich wüsste nicht, was Python besser macht...

Ich habe übrigens auch FISI gemacht, und muss leider sagen, dass der Unterricht total unterirdisch war. Wenn man nicht den Elan aufbringt, sich selbst in etwas einzuarbeiten, kann man nach der Ausbildung vielleicht ein kleines Heimnetzwerk aufbauen, mehr nicht. Von POSIX-kompatiblen Systemen mal ganz abgesehen, das war da nur ein ganz kleines Randthema.

Rob
 
Meine erste Programmiersprache war Perl.

Das Error Handling ist in Perl nicht ausgeprägt und läuft meist durch manuelles checken obs einen Fehler gab mit sowas wie doStuff() || die "bla"; wenn man es weglässt rennt es einfach weiter. Oft weiß man nicht, dass die funktion Fehlerfälle hat.
Das Python Ecosystem nutzt durchgängig Exceptions und es ist somit sehr leicht try-except-finally zu nutzen und sauber mit fehlern umzugehen.

Und vom Sprach User Interface her finde ich, dass python um Welten angenehmer ist. Programmiersprachen sind User Interfaces. Damit ist auch die Wartung durch andere einfacher.
 
moin

meins ist auch perl ,warum ?
es muss nicht installiert werden , da es schon ueberall per default installiert ist
............. ;)

holger
 
Nicht bei FreeBSD :P - Aber das gilt auch für python. Bei debian und Co ist python ebenfalls fast immer im default System drin.
 
Wie gesagt: Fast niemanden.
Ich habe einen ausgewählten und sehr angenehmen Freundeskreis.
 
Ich bin recht neu hier und habe hier bisher nicht über das Thema Apple diskutiert, mein Seitenhieb soll diesbezüglich aber auch vorerst genügen.
 
Davon mal abgesehen, benötigen viele Admins gar keine Programmiersprachen...

Was hier immer vergessen wird: Wer sich nicht einigermaßen in die Leute reindenken kann, die man betreuen und unterstützen soll, wird mit der Zeit keinen Spaß am Job finden. Zumindest behaupte ich das mal eben so ;)
 
Ich habe übrigens auch FISI gemacht, und muss leider sagen, dass der Unterricht total unterirdisch war. Wenn man nicht den Elan aufbringt, sich selbst in etwas einzuarbeiten, kann man nach der Ausbildung vielleicht ein kleines Heimnetzwerk aufbauen, mehr nicht. Von POSIX-kompatiblen Systemen mal ganz abgesehen, das war da nur ein ganz kleines Randthema.
Rob

Ich war auch am überlegen einen FISI zu machen, nachdem ich Informatik an der Uni abgebrochen hatte, weil ich mit der ganzen Theorie wenig am Hut habe. Mir wurde allerdings von 2 FISIs aus dem Studium und mehreren FIAEs gesagt, dass ich das nicht tun solle. Sie waren der Ansicht, dass ein FISI Zeitvergeudung für mich sei.
Ich hatte damals als Admin an der Uni gearbeitet und habe mich dann kurzum dazu entschieden selbstständig nebenher als Admin zu arbeiten, da ich mir einen neuen Studiengang gesucht hatte um weiter zu studieren. Außer auf den Maschinen, die ich ehrenamtlich im Verein administriere komme ich damit zwar selten mit all zu komplexen Dingen/Dingen die wirklich Spaß machen in Kontakt, aber es bringt etwas Geld neben dem Studium und meine Arbeit scheint geschätzt zu werden, da ich regelmäßig gefragt werde, ob ich nicht noch hier oder da was administrieren möchte oder bei Firma XY meine Diplomarbeit im Bereich Systemintegration machen will.

Da würde ich einfach mal sagen: Du hast mit einem Abschluss in Mathe eigentlich die besten Voraussetzung guter ITler zu werden. Die meisten Mathematiker, die ich kenne sind ziemliche Über-Programmierer ;-) und Admin.. ich denke das kann sich jeder aneignen, der über Denkvermögen, etwas Kreativität und gesunden Menschenverstand verfügt. Dinge, die ich bei einem Mathematiker voraussetzen würde.

An dieser Stelle eine Entschuldigung an alle Admins, die sich angegriffen fühlen, aber das ist nunmal meine Meinung ;-)
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich war auch am überlegen einen FISI zu machen, nachdem ich Informatik an der Uni abgebrochen hatte, weil ich mit der ganzen Theorie wenig am Hut habe. Mir wurde allerdings von 2 FISIs aus dem Studium und mehreren FIAEs gesagt, dass ich das nicht tun solle. Sie waren der Ansicht, dass ein FISI Zeitvergeudung für mich sei.

Naja, so nutzlos ist das gar nicht wie hier dargestellt wird. Ich kenne beide Seiten (Informatik Studium und FISI).

Beim FISI haben wir beispielsweise den kompletten TCP/IP Stack in der Theorie und Praxis durchgenommen, inklusive Routing Protokolle von Cisco propriritaeren (kein Plan wie man das schreibt) ueber RIP bis hin zu BGP. (Alles inklusive wie man das in der Praxis einrichtet mit echter Hardware).
Zum anderen haben wir Seitenweise Hexcode bekommen und sollten rausfinden was da passiert ist (war mitgesniffter Netzwerk traffic der sich als Google Search von den Toten Hosen herausgestellt hat).
Prozessoraufbau und Assembler programmieren war auch Teil (aber nicht so detailiert wie an der Uni). Man muss auch bedenken, dass die Ausbildung zu fast 50% einen wirtschaftlichen Teil hat.

An sich konnte ich von der Ausbildung zum Thema Netzwerk mehr mitnehmen als das was an der Uni gelehrt wird.
 
@lockdoc: Was du hier beschreibst, insbesondere der "Netzwerkkram" und Hex lesen sind aber Dinge, die einem Informatik Studenten auch nicht fremd sein sollten, sonst läuft da was falsch. Es stimmt zwar, dass man sich sachen wie BGP in der Regel im Grundstudium eher nicht in einer Lehrveranstaltung Praktisch anschaut, dem interessierten Studenten sollte aber dennoch zuzumuten sein, dass er das in seiner Freizeit hin bekommt, schließlich sollte er die Grundlagen verstanden haben. Meine Vorlesung Netzwerktechnologie ist darauf nichtmal eingegangen, dennoch hat mein eigenes Interesse und das vorhandene Grundlagenwissen mich da hin geführt, dass ich mir das mal aus Spaß an der Freude angeschaut habe.

Cisco ist wieder so ein Thema. Schön, dass man das in der Ausbildung mal praktisch macht, aber das ist genau so, wie wenn du z.B. den Umgang mit 3DsMax oder Photoshop oder sonstwas reingetrichtert bekommst. Wenn das Grundlagenwissen dazu nicht sitzt kannst du damit dann genau nichts, wenn du das Wissen nicht übertragen kannst, denn nicht jeder benutzt genau dieses Produkt, an dem du das gelernt hast in genau der Konfiguration. Deshalb finde ich solchen Produktspezifischen Kram eigentlich auch immer fehl am Platz in jedweder Form von Grundausbildung.

Ein bisschen Wirtschaft mag da schon eher eine gute Idee sein, zumindest mal für diejenigen, die vorhaben mal auf eigene Rechnung zu arbeiten. Damit habe ich (leider) momentan auch zu tun und schreibe morgen eine BWL Prüfung. Ich kann nicht sagen, dass ich Spaß daran habe, aber andererseits ist es auch (teilweise) nicht verkehrt mal was davon gehört zu haben.
 
Fassen wir zusammen: Weder Aubildung noch Studium bringen was, wenn man nicht sehr viel Engagement für die Sache mitbringt.

Nirgendwo werden die wirklich wichtigen Dinge wie Ausdauer, Liebe zum Detail und persönliches Interesse "gelehrt", wie denn auch?
 
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