"Undervolting" ist so ziemlich das Gleiche wie "Overclocking", nur dass die Herstellerspezifikation an einer anderen Stelle verlassen wird, um die Eigenschaften der CPU zu ändern. Der Effekt ist der gleiche, man gibt Stabilität auf.
Also noch einmal,
meiner Meinung und Praxiserfahrung nach leidet die Stabilität
nicht, wenn man es
richtig macht. Ich gehe mit einem frisch installierten OS und ohne Datenplatten so vor:
* zuerst stellt man den niedrigsten Takt der CPU fix ein.
* dann fängt man an, die Spannung in den kleinstmöglichen Schritten zu erniedrigen.
* es gibt dann einen Punkt, wo der Rechner einfriert oder abstürzt.
* nach dem Reboot wird nun die Spannung auf den letzten stabilen Wert eingestellt und die Frequenz bleibt fix auf den vorher eingestellten Wert.
* nun wird ein Benchmarkprogramm (mprime ist sehr gut geeignet) gestartet, der den Rechner ordentlich auslastet.
* wenn nun nach einigen Stunden kein Fehler auftritt, dann wird diese Frequenz und diese Spannung für Stabil erklärt.
* falls ein Fehler auftretten sollte, dann wird die Spannung wieder um einen Schritt erhöht -> ist bei mir aber noch nie vorgekommen.
* bei den anderen möglichen CPU-Frequenzen werden dieselben Schritte durchgeführt, sofern bei denen auch undervolting zur Anweundung kommen soll.
Und auch bei Notebooks und Desktop-PCs finde ich es wenig sinnvoll, seine Daten zu gefährden. Auch mit der Standardbegründung der Overclocker/Undervolter/$PC-Bastler, dass es bei ihnen immer einwandfrei funktioniere wird es nicht besser.
Ich gefärde meine Daten damit nicht, viel wahrscheinlicher ist ein Plattenausfall oder dergleichen.
Wenns tatsächlich keine Probleme machen würde, würde der CPU-Hersteller es schon gleich ab Werk so verkaufen. Es gibt nämlich auch mit besonders sparsamen CPUs richtig Geld zu verdienen. Und selbst ab Werk sind CPUs schon Fehler-behaftet genug, man schaue nur mal auf die Takt-abhängigen Bugs der 45 nm-Generation von Intel oder das ebenso Takt-abhängige TLB-Problem bei AMDs Quadcores.
Du kannst ja die teuren CPUs der Hersteller kaufen (die freuen sich sicher), ich nutze eigentlich nur die gute Herstellungsverfahren der Hersteller aus.
Die CPU-Hersteller können nicht alle CPUs als teure CPUS verkaufen, solange es eine Konkurrenz und die eigenen Marketingabteilungen gibt, die die CPUs in unterschiedliche Leistungs und Preisstufen einteilen.
Dabei geht das Ganze doch heute auch oftmals viel einfacher durch den Einsatz von EIST/CnQ. Bei FreeBSD dann eben mit powerd(8). Damit kann man ohne viel Zauberei 80% des Erfolges von Undervolting erreichen, ohne die Stabilität zu gefährden und innerhalb der Spezifikation und ohne viel Zeit zu verschwenden.
Da es erst ein erstes funktionierendes Konzept ist, ist natürlich nicht auf die Benutzerfreundlichkeit geachtet worden. Ich mache keine Zauberei und die Zeit nehme ich mir auch.
Es wird ja keiner gezwungen undervolting anzuwenden, jedoch sollte jenen Leuten, die es ausprobieren bzw benutzen wollen, zumindest die Möglichkeit gegeben werden.