1. i hob Bairisch g'redt, des tu i oiwei, wenn i mi aufreg

bist du Hesse?
2. okay, dann haben wir unterschiedliche Denkweisen, ich gucke, daß ich kurz- und mittelfristig gut dabei wegkomme, langfristig ist eh alles risikobehaftet, da kann noch viel passieren, ich laß mich überraschen.
3. ich hab ned gesagt, daß du Sozialist bist, ich hab nur gesagt, daß das was du redest kompatibel ist mit der sozialen Sicht des Katholizismus in Zentraleuropa. Ich wollte dich jedoch nicht auf religiöser Ebene angreifen, ehrlich! Ich bin weder katholisch, noch evangelisch, sondern griechisch orthodoxer Christ. Unabhängig davon wollte ich einfach mal das einfließen lassen, was ich an der Uni gelernt hab. Und da hat uns der Bilanzen_Prof in der Vorlesung gesagt, daß die traditionelle deutsche Wirtschaft und ihre Strukturen noch aus Zeiten Schmalenbachs, der frühen sozialen Marktwirtschaft und des Katholizismus stammen. Es ging darum das HGB dem IFRS und US-GAAP gegenüberzustellen. Es ging um die geschichtliche Entwicklung von Bilanztheorien. Es ging darum zu erklären, warum wir so denken, wie wir denken. Es ging darum zu erklären, daß wir in der ökonmischen Theorie eben neue Paradigmen kennenlernen müssen, die ausm angelsächsisch-protestantischen Raum kommen. D.h. als ich geschrieben hab, daß deine Ausführungen ausm Katholizismus stammen, wollte ich dich nicht religiös angreifen, sondern deine etwas veraltete ökonomische Sichtweise kritisieren. Ich hatte mal letztes Semester eine VL Entrepreneurship bei einem österreichischen Gastdozenten gehört. Der hat erzählt, Unternehmen seien dazu da, Güter und Dienstleistungen zu produzieren und Arbeitnehmer zu beschäftigen. Das ist aber laut meinem Bilanzen Prof eine überholte Sicht. Laut seiner Meinung dient ein Unternehmen v.a. der Nutzenmaximierung seiner Anteilseigner, seien das nur normale Gesellschafter oder Aktionäre. Wenn der Nutzen aus der Unternehmensfortführung geringer ist, als die Anlage in risikoarme Wertpapiere (Bundesschatzbriefe) am Geld- und Kapitalmarkt, dann sollte man sein unternehmerisches Engagement überdenken. Und ich gebe ihm da 100% recht, denn das ist kompatibel zum Fisher Hirshleifer Modell. Wenn die eigene Firma dauerhaft eine Rendite r kleiner als der Marktzins i für risikoarme Wertpapiere (Eurobonds) erwirtschaftet, dann sollte man sie schließen, oder zugeben, daß man sie nur als Hobby betreibt. Wer sein Unternehmen als Hobby betreibt, der muß nicht gemäß der Fisher-Separation nach einem maximalen Kapitalwert streben.
und für so einen prof sind meine steuern draufgegangen, das ist ja schon fast gehirnwäsche was der da betreibt.
so nach dessen definition wäre er selber arbeitslos weil er defakto mir als steuerzahler nur kosten verursacht, und der gesellschaft keinen relevanten nachhaltigen nutzen gebracht hat

, je nachdem wie lange dieser heilsbringer des neoliberalen marktansatzes studiert hat.
achso dann ist dieser ja im öffentlichen dienst tätig, kostet der mich als sozial und steuerpflichtiges Mitglied einer timokratischen gesellschaftsform wieder geld
hatte mal eine interesante diskussion mit meinem hausarzt, da kam ich mir vor wie auf dem FDP Partei Kongress.
kurze rede langer sinn er war mein hausarzt gewsen, da habe ich dann die mikroökonomie angewendet.
auch dein godfather der ökonomie kommt nicht umhin zeytzyklen zu berücksichtigen und märkte auf ihren nutzen zu überprüfen...
hierzu zählen auch gesellschaftsformen - politische systeme - gesellschaftliche zusammensetzung - marktsystem !
stelle ihm doch mal die frage woran er erfolg eines systems egal welcher ausrichtung definiert.
über was für zeiträume er das festlegt und was höher zu bewerten wäre, wirschaftlicher wohlstand der gesellschaft oder wohlstand des individiums ?
der rein mikroökonomische ansatz biete hierzu keine erschöpfende antwort, ja wie denn auch ?
geschichtliche faktoren sind in der mikroökomie ebenfalls unterbewertet, schon alleine deshalb ist diese überbewertet.
so nun schaue dir mal den kapitalismus über einen längeren zeitraum an und bewerte ihn einmal danach ob dieser gesellschaftlichen wohlstand langfristig und nachhaltig hervorgebracht hat ?
schaue dir von mir aus auch andere länder an !
dann wirst du fesstellen das dieses nicht zutrifft !
ich rate dir mal zu den Buch "Wasserprediger und Weintrinker" des DGB ältere Ausgabe.
so gleich vorneweg bin nicht beim DGB !
in diesem Buch befinden sich Stadtkarten im Ampelsystem von allen grösseren Städten der BRD
dieses Ampelsystem stellt die gesellschaftlichen Schichten dar interesant über einen langen Zeitraum
Grün = Oberschicht
Gelb = Mittelschicht
Rot = Unterschicht ( habe ich ganz bewusst gewählt dieses Wort )
so nun siehst du zBsp von Hamburg dass dort mittlerweile die Mittelschicht sogut wie nicht mehr vorhanden ist !
Während die Farbe Grün und Rot sich immer weiter ausbreiten !
Hochinterresant das über einen Zeitraum von 20 Jahren zu beobachten, es gibt zwar Unterschiede von Stadtteil zu Stadtteil bedingt durch Migration zBsp..
Das sind Karten die vom statistischen Bundesamt verfasst wurden, also keine Gewerkschaftspropaganda.....
Achso zu Deiner Frage bin Rheinhesse aus Rheinland-Pfalz...
mfg