Leute, haltet euch fest. Jetzt haut's dem Faß wirklich den Boden raus...
Um das erstmal klar zu sagen: im Gegensatz zu einigen hier war ich bisher mit der Telekom, der gebotenen Qualität, dem Service und der Leistung allesamt rundum zufrieden, und hatte in den ~28 Jahren, die mein Vertrag besteht, keinen Grund zur Klage. Dass die Werbeanrufe stören, ist eher ein Korrollar, ein Randthema, das auch eher deshalb auffällt, weil es nicht recht zu einem ansonsten guten Anbieter passt.
Aber was sie sich letzte Woche geleistet haben...
Donnerstag, 01:50
Warnlicht am Telefon: Link ist weg.
Check: DSL ist auch weg. Check, reboot Modem. Kein DSL.
Donnerstag, 02:10
Anruf bei Störungsstelle. Auskunft: man kann keine Störung aufnehmen, weil der Tarif gerade gewechselt wird - ich hätte das angeblich beauftragt, und das hätte alles seine Richtigkeit.
Ich solle mich an die Vertragsbearbeitung wenden, ab 08:00.
Donnerstag, 08:00
Anruf bei dem Laden. Selbe Auskunft. Ich frage, warum ich davon nichts weiß, kein Auftrag, keine Mitteilung, keine Rücksprache. Erklärung: ja, das kommt schon vor, dass Mitarbeiter so einen Auftrag einfach mal erzeugen, weil sie dafür Provision kriegen. Aha.
Man versteht offenbar das Problem und will es in Ordnung bringen.
Freitag, 12:00
Immer noch kein DSL. Also wieder angerufen. Erklärung: angeblich liegt jetzt VDSL an (womit ein ADSL Modem natürlich nichts anfangen kann). Das wieder zurückzukonfigurieren sei gaaaanz schwierig und kompliziert. Man geht der Sache nach und will mich um 18:00 zurückrufen.
Freitag, 21:00
Kein DSL. Kein Rückruf. Also wieder angerufen. Antwort: Was, Sie haben seit zwei Tagen kein Telefon? Das geht ja gar nicht! Wir kümmern uns drum, aber heute ist schon zu spät. Wir rufen morgen gegen 16:00 zurück.
Samstag, 16:30
Kein DSL, aber Rückruf. Ich werde mit einer Frau vom Vertrieb verbunden, die mir langatmig erklärt, wie gut es doch sei, dass ich jetzt mehr Bandbreite hätte. Und ich bräuchte diese Bandbreite unbedingt, weil man ansonsten nicht richtig surfen kann. Auf meinen Einwand, dass das Unsinn ist, hat sie mir erklärt, dass ich das nicht beurteilen könne. Und ich soll doch unbedingt für 200 € einen Router bestellen, weil meiner ja veraltet sei.
Mein Einwand, dass erstmal ein Vertragsbruch vorliegt und ich den vertragsgemäßen Zustand unverzüglich wieder hergestellt haben will, hat ihr nicht imponiert. Stattdessen hat sie damit gedroht, dass es sicher eine Woche Arbeit ist, den Anschluss zurückzukonfigurieren, und man auch noch nicht sagen kann wann mit der Arbeit angefangen werden kann - also solle ich doch besser einen passenden Router kaufen.
Erst auf explizite Nachfrage hat sie eingeräumt, dass zusätzlich auch der neue Tarif monatlich teurer ist - aber da könne man halt nichts machen.
Ich hab dann auf weitere Telefonate verzichtet und den Montag damit verbracht, einen Rechtsanwalt zu suchen. Das ist nicht ganz einfach, weil der Streitwert naturgemäß eher gering ist, aber das Vertragswerk recht diffizil - das lohnt sich also für einen RA nicht besonders.
Man hat mir auch zu verstehen gegeben, dass die Telekom diese Situation durchaus kennt und darauf baut.
Dienstag, 03:00 war das DSL dann wieder da. Also hab ich dem RA, der mich Dienstagmorgen anrufen wollte, erstmal abgesagt, weil keine akute Dringlichkeit mehr besteht.
Und jetzt bin ich am überlegen, wo man dieses Ei am besten plaziert nachdem es ein bischen gefault ist. Prinzipiell könnten die ja dieses Spielchen nach Lust und Belieben wiederholen so oft sie wollen.