Hach ist das herrlich sinnfrei über die Bedeutung irgendwelcher sexy hardware, plüschiger Designs und sonstigen Belanglosigkeiten tausende von Mannjahre weltweit binnen weniger Tage zu verblasen. Da das ganze so sinnfrei ist darf ich ja wohl auch mal meinen geistigen Müll abladen:
1. Die Firma Apple ist kein hardware-Produzent verdammt nochmal. Die lassen irgendwelche Sachen irgendwo von irgendwem zusammenschrauben. Ob das jetzt Prozessoren betrifft oder die begnadeten Netzwerkkarten von Broadcomm oder sonstwas ist komplett Banane.
2. Ich habe in meinem ganzen Leben noch keinen kompletten Rechner von irgendwem gekauft und werde das auch weiterhin nicht tun. Meine Kisten sind custom und da kommt exakt das rein, was ich für richtig halte, und damit Ende.
3. Bei den modernen 3-GHz-Schleudern ist imho ausreichend power vorhanden, um 98% aller normalen Anwendungen abzudecken. Und dabei ist es komplett Banane, ob da ein Power-Prozessor, Intel, AMD oder sonstwas drinsteckt. Ok, Rendering für HDTV in Echtzeit und ausreichend performance für Longhorn ist noch nicht drin, aber das wird noch.
4. Sicher über 90% der Käufer irgendeiner hardware wissen überhaupt nicht, was da drinsteckt, und das ist auch gut so. Weil 98% der Forumsmitglieder hier sind auch nicht in der Lage einen Ventildeckel von einem Hydro-Stössel in ihrem geliebten Auto zu entscheiden und die Bedeutung des Motors ist wohl ziemlich kongruent zum Prozessor in einem beliebigen Rechner.
5. Das Kernproblem moderner Prozessoren ist die Leistungsaufnahme und zwar sowohl für unsere Umwelt mitsamt unseren Kindern, die das letztendlich irgendwann zu Bewältigen haben end of the pipe als auch für den einzelnen Nutzer in Form von Stromrechnung, Lärm, Abwärme etc. Und hier wird wohl niemand behaupten, daß die Power-Architektur Maßstäbe setzen konnte. Vielleicht sollte man da mehr Wert drauf legen als tagelang darüber zu Sinnieren, ob das Gehäuse jetzt lilablassblaukariert besser aussieht.
6. Wenn all die Leute hier, die über die ach so schicken Rechner von Apple und deren metrosexuellen Reiz fabulieren, ihr Geld in hardware-RAID, Backup, USV oder FC-equipment etc. investieren würden, anstatt trendy lifestyle-Produkte zu kaufen, dann hätten sie imho mehr davon.
7. Egal was hier fabuliert wird über zukünftige Entwicklungen bei Apple und deren Auswirkungen und egal wer hier seine Kristallkugel aus der Schublade holt: Es geht um Knete, nichts anderes. Und wer hat die? Der Käufer. Und wer will die? Alle Anbieter von hardware und software. Wer kriegt die meiste Knete vom Käufer? Derjenige, der ihm glaubhaft vorgekault das beste Produkt zum günstigsten Preis verkaufen zu können. Wer will wissen, welcher Prozessor in einem Rechner steckt? Eine verschwindende Minderheit von geeks. Wer interessiert sich für geeks? Niemand. Ok, go figure.
8. Die Gossenschen Gesetze bzw. Johann Heinrich von Thünens Gesetz des sinkenden Grenzertrags dürften dem geneigten Durchschnittsbürger nicht geläufig sein, aber ich empfehle ein dringendes Studium derselbigen (ja, auch hier hilft Google + Lesen!). Wenn wir uns vor Augen führen, daß bei einem Anstieg der Komplexität eines Prozessors (in Anzahl Transistoren, xFlops oder wie auch immer gemessen) im Quadrat die Entwicklungs- und Kapitalkosten bei gegebener Technologie näherungsweise in der dritten Potenz steigen, dann darf jeder darüber sinnieren, wieviel Prozessorproduzenten es in Zukunft geben wird... Wer das etwas einfacher haben will, der soll Heise von dieser Woche Lesen und sich Überlegen, was Agilent (chip-Sparte), Siemens Handysparte, Apple usw miteinander zu tun haben und warum das so ist. Man darf sich auch gerne Überlegen, was es für eine Firma wie Intel bedeutet ca. 20 Milliarden Dollar in 6 Fabriken mit 65 nm-Prozesstechnolgie und 300 mm Wafern zu stecken, wieviel output dabei rauskommt und wie wichtig es ist, neue Märkte in consumer-Bereich, Spielkonsolen usw. aufzutun.
9. Der Kampf der Zukunft findet um Inhalte bzw. software statt, nicht um hardware. Die hardware eilt zum einen der software seit Jahren immer mehr voraus und zum anderen lässt sie sich nahezu beliebiger Menge produzieren, solange genug Energie da ist zu halbwegs akzeptablen Preisen und solange der Kapitalmarkt nicht weiß, wohin mit der Liquidität und ansonsten halt Staaten mit Bürgschaften etc. einspringen. Medien bzw. Inhalte sind hingegen nicht grenzenlos bzw. so einfach zu vermehren. Achja, da war auch noch was mit DRM, TPM und son Kram.
So, genug gelabert, Prost!
