Erfahrungen mit FreeBSD 14 im Alltag?

JensM

Member
Hallo zusammen,

ich habe mich in den vergangenen Monaten intensiver mit FreeBSD 14 beschäftigt, vorwiegend mit Blick auf den Einstieg und typische Anwendungsszenarien (Installation, Grundkonfiguration, erste Dienste etc.).

Dabei ist mir aufgefallen, dass viele Informationen entweder recht verstreut sind oder sich auf ältere Versionen beziehen. Deswegen habe ich die Inhalte für mich strukturiert zusammengefasst und dabei auch ein deutschsprachiges Handbuch daraus entwickelt.

Mich würde interessieren:
Wie sind eure Erfahrungen mit FreeBSD 14 im Alltag? Nutzt ihr es eher im Serverbereich oder auch produktiv als Desktop?

Falls Interesse besteht, kann ich gerne ein paar der Inhalte bzw. Beispiele hier zur Diskussion stellen.

Viele Grüße
Jens
 
Warum ausgerechnet FreeBSD 14 ? Hat das eine besondere Bewandtnis?

Dabei ist mir aufgefallen, dass viele Informationen entweder recht verstreut sind oder sich auf ältere Versionen beziehen.
Das offizielle Handbuch entspricht eigentlich immer fast so ziemlich gut jeweiligen Version. Ebenso wie die Manpages. Und sind ja auch die ersten Anlaufstellen für Informationen. Insofern stelle ich mir gerade die frage, was Du mit verstreuten Informationen meinst.

Deswegen habe ich die Inhalte für mich strukturiert zusammengefasst
Sowas klingt immer ganz interessant. Was für Inhalte sind das denn?

Wie sind eure Erfahrungen mit FreeBSD 14 im Alltag?
Gut. :-)

Nutzt ihr es eher im Serverbereich oder auch produktiv als Desktop?
Sowohl als auch.
 
Hallo Andy,

gute Punkte

Zu FreeBSD 14:
Ich habe mich darauf konzentriert, weil es aktuell die Version ist, mit der ich selbst am meisten gearbeitet habe. Viele Anleitungen und Beispiele beziehen sich ja noch auf ältere Versionen, und gerade beim Einstieg fand ich es hilfreich, alles auf einem möglichst aktuellen Stand zu haben.

Zum Thema „verstreut“:
Du hast absolut recht, das offizielle Handbook und die Manpages sind eine sehr gute Grundlage. Mir ging es eher darum, dass man sich als Einsteiger die Informationen oft aus verschiedenen Quellen zusammensuchen muss – also Handbook, Manpages, zusätzliche Tutorials oder Forenbeiträge.

Ich habe versucht, das Ganze etwas „durchgängiger“ aufzubereiten, also z. B.:

  • Installation und erste Einrichtung
  • Netzwerk-Grundkonfiguration
  • typische Dienste (SSH, ggf. Webserver etc.)
  • grundlegende Systemverwaltung
Also weniger als Ersatz für das Handbook, sondern eher als eine Art strukturierter Einstieg bzw. roter Faden.

Viele Grüße
Jens
 
Also weniger als Ersatz für das Handbook
Aber die angesprochenen Themen sind doch genau die, die auch das Handbuch gut abdeckt.
Informationsbedarf besteht eigentlich meiner Ansicht nach weniger für Basis-Dinge wie Installation oder Netzwerkkonfiguration, sondern für Dinge, die darüber hinaus gehen. Zum Beispiel ein How-To für spezielle Netzwerk-Setups.

Insofern ist mir immer noch nicht klar, was Dein Handbuch jetzt so abdeckt. Vielleicht solltest Du es einfach mal online stellen. Dann kann man sich auch mal ein Bild machen und das ist vielleicht hilfreicher als das abstrakt zu erklären.
 
Zu FreeBSD 14:
Ich habe mich darauf konzentriert, weil es aktuell die Version ist, mit der ich selbst am meisten gearbeitet habe.
Die Basisdinge sind gleich, du kommst mit 13 und 15 automatisch klar.

beim Einstieg fand ich es hilfreich, alles auf einem möglichst aktuellen Stand zu haben.
15 ist aktuell.

So wie du das beschreibst, machst du dir vielleicht zuviel Stress/Aufriss/Vorplanung. Das Handbuch ist eigentlich die Anlaufstelle die alles abdeckt. Weicht etwas ab oder ist unklar -> googlen, Forum befragen oder neuerdings kann man das auch mit der KI seiner Wahl machen (wenn man halbwegs weiß, was man da tut und nicht blindlings rm -rf tippt, weil die KI das so meint ;) ). Meistens lernt man noch viel mehr bei der taglichen Benutzung, das lässt sich nicht vorausplanen.
Sinnvoll wäre auf jeden Fall ein Testgerät/Zweitrechner/Laptop für die ersten Versuche. Damit verhunzt man nicht seinen Hauptrechner, bleibt online und kann Probleme ergooglen. Zur Not problemlos alles plätten und von vorne beginnen. Es sollte nur keine uralte Möhre aus dem vorletzten Jahrhundert sein (Dualcore und schlimmer!) und auch kein BIOSverbackenes Laptop vom Discounter, Ausnahmen gibts natürlich.

Nutzt ihr es eher im Serverbereich oder auch produktiv als Desktop?
Beides.
 
Mich würde interessieren:
Wie sind eure Erfahrungen mit FreeBSD 14 im Alltag? Nutzt ihr es eher im Serverbereich oder auch produktiv als Desktop?
Sehr gut. "Meine" 4 Server (2x dedicated Server, 2x VPS) mit jeweils mehreren Jails liefen alle reibungslos mit 14, sind aber mittlerweile auf 15 umgestellt. Mein Haupt-Laptop verwendet noch 14, weil ich beim Versuch der Umstellung auf 15 ein Problem mit der Grafikkarte hatte. Ich vermute, dass das meine Doofheit war, aber ich warte jetzt auf 15.1 bevor ich es noch einmal probiere - eben weil es mein Haupt-Arbeitsgerät ist. Mit ZFS-Snapshots konnte ich das Upgrade gefahrlos ausprobieren und zurückrollen. 14 läuft weiterhin auf dem Laptop ohne Probleme.
 
fühl dich nicht angegriffen, jeder, der anderen hilft, ist ja stets willkommen.

Aber ein Grund dafür, dass man viel Mist bei seinen Suchen als Anfänger findet, ist eben auch der, dass jeder genau seinen Mist unkontrolliert publiziert und meist nicht aktuell hält, aber auch nicht löscht.
Konzentriert man seine Suche etwa so:
Handbuch (gerne die englische Version, weil oft etwas aktueller) -> Manpage zur jeweiligen Version -> Beschreibung der erwünschten SW, am liebsten auf den git-Seiten des Projektes, dann kommt schon sehr weit und findet so gut wie keinen Mist auf seinem Weg.

Selbst nutze ich FreeBSD 14 noch auf meinem Haupt-PC, weil der Umstieg nach 15 mir hier misslungen war. Es fehlt mir natürlich der Vergleich, aber ich sage mal so, dass ich in meiner Arbeitsumgebung mit LABWC sehr zufrieden bei der täglichen Arbeit bin und sie auch auf meinem Laptop unter FreeBSD 15 nutze.
Dass FreeBSD darunter arbeitet, tut mir sehr wohl, weil ich mich daran am ehesten gewöhnt habe und ehrlich gesagt, weil ich die Hilfe hier im Forum großartig finde. Mit anderen Systemen (vielleicht außer OpenBSD), bin ich da schnell verzweifelt, weil einfach nur viel dummes Zeug verzapft wird, das einem nicht wirklich hilft, etwas vom System zu verstehen.
 
Mich würde interessieren:
Wie sind eure Erfahrungen mit FreeBSD 14 im Alltag? Nutzt ihr es eher im Serverbereich oder auch produktiv als Desktop?

Falls Interesse besteht, kann ich gerne ein paar der Inhalte bzw. Beispiele hier zur Diskussion stellen.

Viele Grüße
Jens


Ich verwende sowohl privat als auch beruflich FreeBSD 14 und 15 (großteils bin ich schon migriert aber noch nicht alles) als ServerOS und könnte nicht klagen. Man muss halt wie bei jedem OS, vor dem Einsatz wissen, für was es taugt, und für was nicht.
Am Desktop habe ich *BSD bisher eher gemieden.
 
Hallo Andy,

ich habe mal ein kleines Beispiel zusammengestellt, wie ich den Einstieg nach einer frischen Installation strukturiere.

Vorweg: Ich greife selbst regelmäßig auf das Handbook und die Manpages zurück, gerade wenn es um Details geht. Für mich sind das weiterhin die wichtigsten Quellen.

Nach der Installation gehe ich typischerweise so vor:

  1. System aktualisieren
    freebsd-update fetch install
    pkg update && pkg upgrade
  2. Basis-Tools installieren
    pkg install sudo bash vim git
  3. Benutzer konfigurieren (z. B. in wheel-Gruppe für sudo)
  4. Netzwerk prüfen / ggf. anpassen
    (z. B. rc.conf, resolv.conf)
  5. SSH aktivieren
    sysrc sshd_enable="YES"
    service sshd start
  6. Firewall (optional)
    erste einfache Regeln mit pf oder ipfw
  7. Zeit / Zeitzone prüfen
    tzsetup
Das sind alles keine komplizierten Dinge, aber genau diese Schritte sind für Einsteiger oft über mehrere Quellen verteilt.

Mir ging es darum, solche Abläufe kompakt und nachvollziehbar zusammenzuführen, sodass man einen klaren roten Faden hat.

Viele Grüße
Jens
 
Hallo Stefan,

danke dir für die Einschätzung.

Das deckt sich auch mit meinem Eindruck, gerade was Stabilität und Zuverlässigkeit angeht. Ich nutze FreeBSD inzwischen ebenfalls sowohl auf dem Server als auch auf dem Desktop und komme im Alltag gut damit zurecht.

Mich würde interessieren:
Wie sieht dein Desktop-Setup konkret aus? Also eher klassisch mit X11 und z. B. XFCE/KDE, oder gehst du da einen anderen Weg?

Viele Grüße
Jens
 
Die Basisdinge sind gleich, du kommst mit 13 und 15 automatisch klar.


15 ist aktuell.

So wie du das beschreibst, machst du dir vielleicht zuviel Stress/Aufriss/Vorplanung. Das Handbuch ist eigentlich die Anlaufstelle die alles abdeckt. Weicht etwas ab oder ist unklar -> googlen, Forum befragen oder neuerdings kann man das auch mit der KI seiner Wahl machen (wenn man halbwegs weiß, was man da tut und nicht blindlings rm -rf tippt, weil die KI das so meint ;) ). Meistens lernt man noch viel mehr bei der taglichen Benutzung, das lässt sich nicht vorausplanen.
Sinnvoll wäre auf jeden Fall ein Testgerät/Zweitrechner/Laptop für die ersten Versuche. Damit verhunzt man nicht seinen Hauptrechner, bleibt online und kann Probleme ergooglen. Zur Not problemlos alles plätten und von vorne beginnen. Es sollte nur keine uralte Möhre aus dem vorletzten Jahrhundert sein (Dualcore und schlimmer!) und auch kein BIOSverbackenes Laptop vom Discounter, Ausnahmen gibts natürlich.


Beides.
Hallo mr44er,

ja, da hast du absolut recht – vieles ergibt sich tatsächlich erst in der Praxis, und das Handbook ist auf jeden Fall die wichtigste Grundlage.

Mir ging es auch weniger darum, jeden Schritt im Voraus zu planen, sondern eher um einen etwas strukturierten Einstieg. Gerade am Anfang hatte ich öfter die Situation, dass ich zwar wusste, wo die Informationen stehen, aber nicht unbedingt, in welcher Reihenfolge ich sinnvoll vorgehen sollte.

Der praktische Teil und das „Lernen beim Tun“ kommen dann sowieso automatisch dazu.

Viele Grüße
Jens
 
Sehr gut. "Meine" 4 Server (2x dedicated Server, 2x VPS) mit jeweils mehreren Jails liefen alle reibungslos mit 14, sind aber mittlerweile auf 15 umgestellt. Mein Haupt-Laptop verwendet noch 14, weil ich beim Versuch der Umstellung auf 15 ein Problem mit der Grafikkarte hatte. Ich vermute, dass das meine Doofheit war, aber ich warte jetzt auf 15.1 bevor ich es noch einmal probiere - eben weil es mein Haupt-Arbeitsgerät ist. Mit ZFS-Snapshots konnte ich das Upgrade gefahrlos ausprobieren und zurückrollen. 14 läuft weiterhin auf dem Laptop ohne Probleme.
Hallo,

danke dir für den Einblick, das ist super interessant

Gerade das Thema Upgrade und mögliche Stolperstellen finde ich spannend, vor allem wenn man das System auch produktiv nutzt. Mit ZFS-Snapshots ist das natürlich eine sehr angenehme Absicherung.

Das mit der Grafikkarte beim Wechsel auf 15 klingt nachvollziehbar – solche Dinge sind ja oft schwer vorher abzuschätzen.

Wie sieht dein Desktop-Setup aktuell aus? Nutzt du eher klassisch X11 oder schon Richtung Wayland?

Viele Grüße
Jens
 
fühl dich nicht angegriffen, jeder, der anderen hilft, ist ja stets willkommen.

Aber ein Grund dafür, dass man viel Mist bei seinen Suchen als Anfänger findet, ist eben auch der, dass jeder genau seinen Mist unkontrolliert publiziert und meist nicht aktuell hält, aber auch nicht löscht.
Konzentriert man seine Suche etwa so:
Handbuch (gerne die englische Version, weil oft etwas aktueller) -> Manpage zur jeweiligen Version -> Beschreibung der erwünschten SW, am liebsten auf den git-Seiten des Projektes, dann kommt schon sehr weit und findet so gut wie keinen Mist auf seinem Weg.

Selbst nutze ich FreeBSD 14 noch auf meinem Haupt-PC, weil der Umstieg nach 15 mir hier misslungen war. Es fehlt mir natürlich der Vergleich, aber ich sage mal so, dass ich in meiner Arbeitsumgebung mit LABWC sehr zufrieden bei der täglichen Arbeit bin und sie auch auf meinem Laptop unter FreeBSD 15 nutze.
Dass FreeBSD darunter arbeitet, tut mir sehr wohl, weil ich mich daran am ehesten gewöhnt habe und ehrlich gesagt, weil ich die Hilfe hier im Forum großartig finde. Mit anderen Systemen (vielleicht außer OpenBSD), bin ich da schnell verzweifelt, weil einfach nur viel dummes Zeug verzapft wird, das einem nicht wirklich hilft, etwas vom System zu verstehen.
Hallo,

ja, das kann ich gut nachvollziehen.

Gerade als Einsteiger ist es oft schwierig einzuschätzen, welche Informationen aktuell und sinnvoll sind und welche eher nicht. Mir ging es am Anfang ähnlich, dass man sich vieles zusammensucht und erst mit der Zeit ein Gefühl dafür entwickelt, welche Quellen zuverlässig sind.

Das Handbook und die Manpages sind für mich auch die wichtigste Grundlage, gerade wenn es um Details oder tiefergehende Themen geht.

Mein Ansatz war eher, für den Einstieg einen klareren roten Faden zu haben, damit man sich nicht komplett durch verschiedene Quellen durcharbeiten muss, sondern eine strukturierte Orientierung bekommt.

Viele Grüße
Jens
 
Ich verwende sowohl privat als auch beruflich FreeBSD 14 und 15 (großteils bin ich schon migriert aber noch nicht alles) als ServerOS und könnte nicht klagen. Man muss halt wie bei jedem OS, vor dem Einsatz wissen, für was es taugt, und für was nicht.
Am Desktop habe ich *BSD bisher eher gemieden.
Hallo,

danke dir für den Einblick.

Das mit der klaren Trennung nach Einsatzgebiet kann ich gut nachvollziehen. Gerade im Serverbereich scheint FreeBSD ja sehr stabil zu laufen, während der Desktop je nach Setup etwas individueller wird.

Viele Grüße
Jens
 
Hallo Stefan,

danke dir für die Einschätzung.

Das deckt sich auch mit meinem Eindruck, gerade was Stabilität und Zuverlässigkeit angeht. Ich nutze FreeBSD inzwischen ebenfalls sowohl auf dem Server als auch auf dem Desktop und komme im Alltag gut damit zurecht.

Mich würde interessieren:
Wie sieht dein Desktop-Setup konkret aus? Also eher klassisch mit X11 und z. B. XFCE/KDE, oder gehst du da einen anderen Weg?

Viele Grüße
Jens

Hallo Jens,

ich habe ein klassisches Setup mit XFCE und X11. Ich verwende auch noch FreeBSD 14 auf allen meinen Rechner. Läuft stabil, ist ausgereift und wird noch bis Ende 2028 mit Updates versorgt. Für mich gibt es keinen Grund, auf FreeBSD 15 zu wechseln. Bin froh, dass ich hier noch den 5-jährigen Support habe ... meine Rechner sollen einfach nur laufen ... bin da Oldschool und nicht so experimentierfreudig ;-)

Viele Grüße
Stefan
 
weil ich beim Versuch der Umstellung auf 15 ein Problem mit der Grafikkarte hatte. Ich vermute, dass das meine Doofheit war, aber ich warte jetzt auf 15.1 bevor ich es noch einmal probiere - eben weil es mein Haupt-Arbeitsgerät ist.
dito, nebenher angesprochen, denn es tut hier eigentlich nichts zur Sache.
Meine GraKa ist eine nvidia und die Erfahrung lehrte, dass ich die kmods nicht erfolgreich nutzen konnte und wayland erst lief, wenn ich die gleichen Module von Hand aus den Ports gebaut hatte. Dies ist diesmal misslungen, aber, ich nutze freebsd-rustdate zum updaten und hatte auch einen reboot vergessen, der ausdrücklich gefordert wird. Als ich das bemerkte, startete der PC nicht mehr wieder, weil gleichzeitig einer der Pools aus alten SSDs gestorben war. Shit happens, aber Gottlob gibt es ZFS und Backups.

Vielleicht eher auch hierher gehört aber, dass ich glücklicherweise noch nicht die neuen ZFS-Features von 15 auf meine Pools losgelassen hatte (ZFS upgrade, wenn ich recht entsinne). Denn dann hätte wohl ein zurück-Rollen auf einen älteren Stand nicht mehr funktioniert, weil die neuen Features ja von der vorhergehenden Version natürlich noch nicht verstanden werden.
Meine Erfahrung lehrt mich, vor einem Upgrade auf eine neue System-Version, einen laufenden Klon auf einem externen Medium zu erstellen (oder dort ein anderes Live-System gleicher Version zu haben), von dem aus ich im Notfall starten und einen Rollback durchführen kann. Details erspare ich mir nun, aber so ganz einfach wie Regen vom Himmel fällt, geschieht so etwas nicht.
Natürlich Punkt zwei: mehrere Backups der letzten Daten. Sollte man immer haben, ist aber in so einem Fall wichtig, sie außerhalb der PC-HW leicht verfügbar zu haben.
Damit ist dann auch eine vielleicht notwendige oder wünschenswerte Neuinstallation weniger schmerzhaft.
Hilfreich ist es, die notwendigen Daten in eigenen Datasets zu horten.


Mein Ansatz war eher, für den Einstieg einen klareren roten Faden zu haben, damit man sich nicht komplett durch verschiedene Quellen durcharbeiten muss, sondern eine strukturierte Orientierung bekommt.
Das verstehe ich nun besser. Du zeigst es ja auch:
  1. System aktualisieren
    freebsd-update fetch install
    pkg update && pkg upgrade
  2. Basis-Tools installieren
    pkg install sudo bash vim git
  3. Benutzer konfigurieren (z. B. in wheel-Gruppe für sudo)
  4. Netzwerk prüfen / ggf. anpassen
    (z. B. rc.conf, resolv.conf)
  5. SSH aktivieren
    sysrc sshd_enable="YES"
    service sshd start
  6. Firewall (optional)
    erste einfache Regeln mit pf oder ipfw
  7. Zeit / Zeitzone prüfen
    tzsetup
Aber: das unterstellt ja auch gewisse Grundkenntnisse, aus denen heraus die Erwartung an die Eigenschaften des Systems sich bilden.
Wer diese Grundkenntnisse hat, wird vielleicht aber auch eine eigene Struktur und Vorgehensweise haben. Ich selbst habe nun schon lange kein FreeBSD mehr installiert (oder irgendein anderes System). Bei mir sähe das aber ein wenig anders aus:

0 Installation und Pools einrichten, Datasets mit Eigenschaften
1. Netzwerk einstellen/anpassen
1.a locale einstellen
1.b NTP
1.c Freebsd,conf, dev.hints, sysctl.conf, loader.conf und rc.conf sichten, bzw ergänzen
1.d Nutzer einrichten
1.e aktualisieren, upgraden
2 Grafik und sound einrichten
3 zusätzliche Pakete einspielen
4 zusätzliche Dienste konfigurieren und automatisch starten
5 cron-jobs inklusive automatischer Backups einrichten

und ob ich mich daran dann auch wirklich halten würde? Das ist nur, was mir eben durch den Kopf ging, nachdem ich deinen zitierten Beitrag gelesen habe.
 
Nutzt ihr es eher im Serverbereich oder auch produktiv als Desktop?

Früher hatte ich alles auf FreeBSD (privat wie professionell). Auch meine Kunden hatten größtenteils FreeBSD im Einsatz.

Dann habe ich irgendwann mal mein Desktop zu Linux migriert, weil FreeBSD auf dem Desktop stehengeblieben ist, während die Anforderungen gewachsen sind. Die Serversysteme blieben privat wie professionell bei FreeBSD.

Zwischendurch sind auch all meine Kunden weg von FreeBSD hin zu Linux gewandert (über die Gründe habe ich im Laufe der Jahre mehr als nur einen Beitrag hier im Forum geschrieben).

Inzwischen sind meine privaten Server (fast alles virtualisiert) parallel (bis auf einen FreeBSD-Fileserver) ebenfalls zu Linux gewandert.

Dank dem zwischenzeitlichen Support von cloud-init (es ist so bitter, dass so ein wichtiges Feature von FreeBSD erst 2024 unterstützt wurde) könnte ich privat jetzt mal wieder einen größeren Anlauf mit FreeBSD nehmen. Aufgrund der Vielzahl an Themen in der IT, die momentan meine Aufmerksamkeit haben möchten, steht das aber sehr weit hinten in der Prioritätenliste.

Am Desktop habe ich *BSD bisher eher gemieden.

Am Desktop war für mich als Softwareentwickler FreeBSD in den vergangenen 10 Jahren auch einfach keine Option. Nicht erst seit 2016 mit dem Erscheinen von Testcontainers waren und sind OCI-Container aus der Entwicklerwelt praktisch nicht mehr wegzudenken.

Erst jetzt, ein Jahrzehnt später, kommt dank podman und Projekten wie runj oder ocijail langsam wieder die theoretische Möglichkeit in Griffweite, dass FreeBSD als Entwicklerdesktop nicht völlig unbrauchbar ist.
 
Also ich nutz FreeBSD quasi garnicht, hab aber einen Laptop mit FreeBSD-Desktop zum herumprobieren (KDE+Wayland momentan) und bin bei der installation einfach nach Handbuch vorgegangen, das fand ich eigentlich relativ easy und strukturiert, für ein paar Detailthemen (Ich glaube es ging darum wie ich den Loginmanager meiner Wahl starte und wie ich das GPU-Kernelmodul lade) hab ich kurz gegoogelt, aber ich fand das eigentlich recht eingängig.

Aus diversen gründen fahre ich privat Linux & Windows als Desktop und Linux und OpenBSD für Server und Netzwerkthemen.
 
Ich bin faul und wuerde gern das gleiche OS fuer alles einsetzen. Viel Erfolg auf deinem B(L)SD-Weg! ;]
Beruflich geht es fuer mich von $Platzhalter-OS nach BSD, wo auch immer moeglich. Das ist viel Aufwand. Broadcom ist aber aktuell der neueste player der geradezu danach schreit mit seiner Lizenzanpassung. Die user-wall ist ggf. undurchdringbar.^^
 
also, grade wenn du vorrangig nen Desktop installieren möchtest, da gab es i.d.V. mehrere Möglichkeiten, das auch skriptiert ablaufen zu lassen, es gibt z.B. auch den sysutils/desktop-installer [1] sowie etliche weitere auf github (hier sei mal [2] exemplarisch genannt, ist das nicht zufällig auch vom Kollegen @Rakor hier :D)

[1] https://www.freshports.org/sysutils/desktop-installer/
[2] https://github.com/rakor/freebsd-desktop
Guten Abend,
Danke dir für die Links, die kannte ich so noch nicht.
Solche Tools sind auf jeden Fall praktisch, gerade wenn man sich bestimmte Setups schneller zusammenstellen möchte.
 
Hallo Jens,

ich habe ein klassisches Setup mit XFCE und X11. Ich verwende auch noch FreeBSD 14 auf allen meinen Rechner. Läuft stabil, ist ausgereift und wird noch bis Ende 2028 mit Updates versorgt. Für mich gibt es keinen Grund, auf FreeBSD 15 zu wechseln. Bin froh, dass ich hier noch den 5-jährigen Support habe ... meine Rechner sollen einfach nur laufen ... bin da Oldschool und nicht so experimentierfreudig ;-)

Viele Grüße
Stefan
Hallo Stefan,

danke dir für die Einblicke

Das mit XFCE und X11 klingt nach einem sehr soliden Setup. Gerade wenn alles stabil läuft, kann ich gut nachvollziehen, dass man nicht unbedingt sofort auf die nächste Version wechselt.

Der längere Support-Zeitraum ist natürlich auch ein gutes Argument.

Viele Grüße
Jens
 
dito, nebenher angesprochen, denn es tut hier eigentlich nichts zur Sache.
Meine GraKa ist eine nvidia und die Erfahrung lehrte, dass ich die kmods nicht erfolgreich nutzen konnte und wayland erst lief, wenn ich die gleichen Module von Hand aus den Ports gebaut hatte. Dies ist diesmal misslungen, aber, ich nutze freebsd-rustdate zum updaten und hatte auch einen reboot vergessen, der ausdrücklich gefordert wird. Als ich das bemerkte, startete der PC nicht mehr wieder, weil gleichzeitig einer der Pools aus alten SSDs gestorben war. Shit happens, aber Gottlob gibt es ZFS und Backups.

Vielleicht eher auch hierher gehört aber, dass ich glücklicherweise noch nicht die neuen ZFS-Features von 15 auf meine Pools losgelassen hatte (ZFS upgrade, wenn ich recht entsinne). Denn dann hätte wohl ein zurück-Rollen auf einen älteren Stand nicht mehr funktioniert, weil die neuen Features ja von der vorhergehenden Version natürlich noch nicht verstanden werden.
Meine Erfahrung lehrt mich, vor einem Upgrade auf eine neue System-Version, einen laufenden Klon auf einem externen Medium zu erstellen (oder dort ein anderes Live-System gleicher Version zu haben), von dem aus ich im Notfall starten und einen Rollback durchführen kann. Details erspare ich mir nun, aber so ganz einfach wie Regen vom Himmel fällt, geschieht so etwas nicht.
Natürlich Punkt zwei: mehrere Backups der letzten Daten. Sollte man immer haben, ist aber in so einem Fall wichtig, sie außerhalb der PC-HW leicht verfügbar zu haben.
Damit ist dann auch eine vielleicht notwendige oder wünschenswerte Neuinstallation weniger schmerzhaft.
Hilfreich ist es, die notwendigen Daten in eigenen Datasets zu horten.



Das verstehe ich nun besser. Du zeigst es ja auch:

Aber: das unterstellt ja auch gewisse Grundkenntnisse, aus denen heraus die Erwartung an die Eigenschaften des Systems sich bilden.
Wer diese Grundkenntnisse hat, wird vielleicht aber auch eine eigene Struktur und Vorgehensweise haben. Ich selbst habe nun schon lange kein FreeBSD mehr installiert (oder irgendein anderes System). Bei mir sähe das aber ein wenig anders aus:

0 Installation und Pools einrichten, Datasets mit Eigenschaften
1. Netzwerk einstellen/anpassen
1.a locale einstellen
1.b NTP
1.c Freebsd,conf, dev.hints, sysctl.conf, loader.conf und rc.conf sichten, bzw ergänzen
1.d Nutzer einrichten
1.e aktualisieren, upgraden
2 Grafik und sound einrichten
3 zusätzliche Pakete einspielen
4 zusätzliche Dienste konfigurieren und automatisch starten
5 cron-jobs inklusive automatischer Backups einrichten

und ob ich mich daran dann auch wirklich halten würde? Das ist nur, was mir eben durch den Kopf ging, nachdem ich deinen zitierten Beitrag gelesen habe.
Hallo,

ja, genau so meinte ich das

Am Ende entwickelt wahrscheinlich jeder mit etwas Erfahrung seine eigene Struktur und Vorgehensweise. Dein Ablauf zeigt das ja ganz gut – da sind viele Punkte dabei, die ich ähnlich sehe, nur vielleicht etwas anders gewichtet oder in einer anderen Reihenfolge.

Gerade für den Einstieg fand ich es hilfreich, zunächst einen etwas einfacheren roten Faden zu haben, bevor man sich dann mit der Zeit seine eigene Herangehensweise aufbaut.

Viele Grüße
Jens
 
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