Ich habe es über die Jahre immer mal wieder mit KDE auf dem Firmenlaptop probiert, weil man da wegen der "Vorzeigbarkeit" beim Kunden etwas möglichst gut aussehendes und buntes braucht. Es ist leider so, das Auge verkauft mit... Wie dem auch sei, letztendlich ist bisher jeder Version mit KDE in diversen Versionen daran gescheitert, dass es immer Teile des Desktops gab, die nicht funktionierten, wie sie sollten. Mal waren es Kleinigkeiten, wie z.B. das man die Richtung des Mausrads zum Umschalten der virtuellen Desktops nicht konfigurieren kann. Und mal große Klopper, beispielsweise das die an NetworkManager übergebenen WLAN-Kennwörter jede Menge Datenschrott enthielten, da der String nicht terminiert war oder ähnliches. Und das zwischen den Releases auch sehr schwankend. Es gab gute Release, dann direkt darauf folgend wieder Bugwüsten. Bugs, die gefixt wurden und dann doch wieder auftauchten.
Von außen zu Meckern ist immer schwer und nicht gerecht. Denn man hat keinen Einblick in die tiefe der Probleme, ihre Gründe, etc. Meine Erfahrung sagt mit aber, dass KDE ein ganzes starkes Problem mit viel zu viel Funktionalität hat. Es erscheint auf den ersten Blick natürlich immer wünschenswert so viele Funktionen wie möglich zu bieten und das alles auch noch nahezu unbegrenzt anpassbar. Aber was bringt Funktionalität, wenn sie nicht funktioniert? Weil man nicht die Manpower hat, sie zu unterstützen und zu testen. Weil man an der Komplexität erstickt. Und so weiter, es gibt hunderte Gründe. Es ist oft besser, bewusst auf Funktionen zu verzichten und weniger Funktionalität anzubieten, gerne auch weniger frei konfigurierbar, dafür aber das, was man anbietet, sauber implementiert und durchgetestet. Man muss es ja nicht gleich auf die Ebene von Gnome treiben, was inzwischen bald weniger Funktionaltät als ein einfacher Windows Manager mit Panel hat.
Und Prinzipienreiterei ist auch so ein Punkt. KDE ist mit mehreren Monitoren nach wie vor nur leidlich benutzbar. Immer wieder ploppen Menüs auf dem falschen Monitor auf, Fenster ganz außerhalb des sichtbaren Bereichs und so weiter und so fort. Der Standpunkt der KWin-Entwickler ist stumpf "Die Anwendung macht es falsch". Natürlich macht die Anwendung es falsch. Aber Anwendungen machen es seit 20 Jahren falsch und werden es in weiteren 20 Jahren auch noch falsch machen. Warum also nicht einfach, wie jeder andere Stacking Window Manager auch, eine Heuristik für die schweren Fälle einbauen und gut ist? Das ist nicht mal so wahsinnig schwer und invasiv. In Openbox waren das vor 10 oder 15 Jahren vielleicht 50 Zeilen Code. Einfach schauen, ob das Fenster a) im sichtbaren Bereich geöffnet wird und wenn nicht es entsprechen replatzieren und b) bei Menüs und so weiter schauen ob die Platzierung sinnvoll (über dem Eltern-Fenster, etc.) ist und sie sonst eben stumpf neben den Cursor packen.