Also, das gestern Abend war die übermüdete Kurzfasung. Daher noch einmal die lange. Es gibt im Wesentlichen drei Arten dem FreeBSD-Projekt zu helfen.
1. Die FreeBSD Foundation. Sie nimmt Spenden aller Art an, allerdings nicht aufgabenbezogen. Warum? Weil die Foundation lediglich vermittelt, selbst aber keine Entwickler beschäftigt. Und weil es nach amerikanischen Recht kompliziert wird, sobald sich daran was ändert. Die Gelder fließen zu 100% zurück an FreeBSD und werden hauptsächlich für zwei Dinge genutzt. Einmal "Travel Grants", also FreeBSD-Entwicklern die Teilnahme an Konferenzen und Entwicklertreffen ermöglichen. Dann vor allem die Projektspenden. Dabei reichen die Entwickler Projektvorschläge ein, sie werden ausgewertet und einige dann unterstützt. Neben reinen Geldspenden wäre es hier denkbar der Foundation unter die Arme zu greifen und Spenden in Deutschland steuerlich absetzbar zu machen, wie z.B. Columbo0815 es vorschlägt.
2. "Bounties" oder Kopfgelder. Sie sind unbeliebt und nicht gern gesehen. Damit sind so Dinge gemeint wie "Ich zahle dem, der A implementiert X Dollar!". Führen meist zu harscher Abwehrreaktion. Dazu zählen auch Direktspenden an Committer, meist will man sowas nicht haben. Wer es als Hobby macht, macht es als Hobby. Wer dafür bezahlt wird, wird eh dafür bezahlt. Dabei gibt es Ausnahmen. Die häufigste Art ist, wenn ein Entwickler selbst um Spenden bittet. Das war z.B. Doug Barton mit seinem Portmaster und vor einigen Jahren Poul-Henning Kamp mit seinem "FreeBSD Sommer". Ab und an wird auch um Hardware gebeten, z.B. um Unterstützung für sie einzubauen. Das geht aber normalerweise per Leihgabem sobald sie nicht mehr benötigt wird, wird sie zurückgeschickt.
3. Konkrete Sachspenden. Das FreeBSD Projekt selbts braucht diverse Infrastruktur. Den Portcluster, den Netperf-Cluster zur Netzwerkstackentwicklung und andere Aufgaben, Testmaschinen, etc. Gerade die etwas exotischen Projektteile wie FreeBSD/Sparc64 und FreeBSD/PowerPC leiden immer etwas an zu wenig Hardware. Ein guter Anlaufpunkt ist da die "Wanted List" unter
http://www.freebsd.org/donations/wantlist.html aber auch das Anschreiben der zuständigen Personen direkt. In diese Kategorie fallen auch indirekte Spenden wir Spiegelserver. Diese sind aber für Privatleute kaum mehr möglich, da die Anforderungen an Speicherplatz und Bandbreite recht hoch sind. Außerdem gibt es in Mitteleuropa mehr als genug davon.
Halten wir also fest: Wer helfen will spendet am besten an die FreeBSD Foundation oder beteiligt sich an Spendenaufrufen einzelner Entwickler. Alternativ wird die Wanted List angeschaut. Vor allem muss klar sein, man kann sich nichts kaufen. Wenn wir z.B. besseres DRI / DRM haben wollen, stehen wir neben dem Geld vor allem vor der Aufgabe jemanden zu finden, der es implementieren kann und will. Was wahrscheinlich wesentlich schwerer sein wird als das Geld aufzutreiben. Wer in seiner Freizeit an FreeBSD arbeitet macht halt, was ihm Spaß macht. Wer es beruflich mach das, was der Chef haben will.
Davon einmal abgesehen ist mir ein anderer Punkt sehr wichtig, sogar wichtiger als Spenden. Das kleine Wort "Danke". Inoffiziell hatte ich z.B. immer das Gefühl, dass Robert Noland mit dem DRM auch deshalb seinen Einsatz stark zurück gefahren hat, da alle immer nörgeln konnten was wieder nicht geht, aber keiner mal "Danke, dass du dir die Nächte um die Ohren schlägst" gesagt hat. Es kann sehr motivieren, wenn sich Nutznießer der Arbeit einfach mal bedanken. Oder wenn sie einen günstigen Artikel schenken, einige Entwickler haben z.B. Amazon Wunschlisten. Dazu ist auch schön:
http://bsdimp.blogspot.com/2008/01/random-acts-of-kindness.html