meine HW ist schon älter, was denn auch dafür spricht, dass es nicht ganz verkehrt war, meinen NAS so zu bauen.
Meine Motivation war damals eine leisere Lösung zu finden, als es der kleine Thecus-NAS darstellt (den ich immer noch habe aber nur selten mal einschalte). Gut am Thecus war, dass alles das drin war, was ich mir vorstellte und dass alles einfach über ein Webif zu konfigurieren und zu warten war. Schlecht war die Lautstärke durch die kleinen Lüfter und das busybox/Linux, das so, wie dort verbaut, ziemlich verschlossen und gar nicht ausbaufähig war. Auch das war mir ein Dorn im Auge und ich dachte deshalb sehr bald über einen eigenen NAS mit FreeBSD nach.
FreeBSD scheint mir auch heute noch gewisse Vorteile gegenüber FreeNAS zu bieten. Es ist nämlich sehr einfach über ssh zu beidenen und zwar ganz genau, wie wir das von unseren FreeBSD Rechnern ja schon kennen. Den zusätzlichen Ausbau mit irgendwelchen Diensten habe ich mir aber irgendwann gesteckt, dazu wäre es nötig gewesen, regelmäßig Updates zu fahren (ich weiß, wird ohnehin empfohlen, mache ich aber nicht regelmäßig). Ein NAS ist dann in Ordnung, wenn man gar nichts mehr von ihm merkt und so ein unbemerkter Rechner wird auch leicht vergessen und dann fehlen schnell die ein oder anderen Programme, die man zu einem aktuellen Ausbau noch brauchen würde. Ich erzähle das aus meiner eigenen Erfahrung, das muss natürlich nicht für jeden gelten, aber ich war eben Anfangs auch sehr viel enthusiastischer, als dann die Realität hergab.
Ein NAS hat für mich jedenfalls einen RAID zu haben und da war ich nach einigen Tests unter FreeBSD nur mit ZFS zufrieden, damit aber wirklich. Für mich kam dabei nur Z-Raid (oder heißt es Raid-Z?) in Frage und ich wollte mehrere Platten haben. Also nicht nur drei, wenigstens vier oder fünf. Aus früheren Erfahrungen mit SW-Raid-5 auf Linux-Systemen erschienen mir fünf Platten eine sehr sinnvolle Lösung für den Hausgebrauch. Es ist ein guter Kompromiss zwischen Platzverbrauch und Kosten. Mit fünf Platten kann man dann ein kleines Netzteil natürlich von Anfang an vergessen und der Stromverbrauch für CPU und MB sind auch keine echten relevanten Größen mehr. Fünf Platten in einem relativ kleinen Gehäuse bedeutet auch für ausreichend Luftzug zu sorgen oder weitergehende Kühlung zu durchdenken.
Fünf Platten im betrieb bedeutete für mich, sieben Platten zu kaufen um gleich zwei auf Reserve zu haben. Inzwischen sind diese längst verbraucht und ich musste schon wenigstens zwei mal nachkaufen. Es starben bevorzugt die Platten, die am "wärmsten hängen" (40° max und 34° Durchschnitt), während drei Platten noch seit Anfang laufen, die etwas kühler hängen (60963h, habe ich eben nachgesehen).
Man kann natürlich auch denken, dass man immer nur dann Platten kauf, wenn eine defekt ist. Aber die HW ändert sich sehr schnell, so hatte ich damals 1GB Platten und die bekommt man heute kaum noch. Größere einbauen bedeutet (bis nicht alle größer sind), Platz nicht nutzen zu können. Außerdem hatte ich immer einen Faible dafür, gleiche Platten zu benutzen (schon mit SCSI-Platten).
Ich will nicht alle Gesichtspunkte nun hier aufdecken, aber ich weiß nicht, ob ich das heute nochmal so tun würde. Der NAS hat sich sehr bewährt und dient verschiedenen busybox/Linux-Systemen und FreeBSD und OS-X und gelegentlich auch mal einem Windows als Server. Jeder aus meiner Familie kann mit entsprechenden Rechten zugreifen und das war eben ein Grund dafür, das so zu lösen. Inzwischen ziehen die Kinder langsam aus und externe USB-Speicher sind sehr schnell und ziemlich billig geworden und haben sehr viel Platz. Deshalb glaube ich, dass einige Punkte inzwischen weggefallen sind, die vor einigen Jahren noch für diese Lösung sprachen. Mein Gesamturteil könnte heute anders aussehen. Für einen Zwei-Personen Haushalt ist das ein eher unvernünftiger Aufwand. Nice to have, aber nochmal Geld dafür ausgeben? Vielleicht nicht.