Hehe, ich betreibe einen Server mit Gentoo - und muss sagen, dass mir die ewige Kompiliererei auf'n Zeiger geht. Da werden einfach Ressourcen verbraten, die ich auf einer produktiven Maschine für was anderes gebrauchen könnte.
Exakt. Was mich allerdings wundert, ist dass du einen Linux-Server und einen BSD-Desktop zu benutzen scheinst. Die meisten Leute machen das genau umgekehrt.
Back to topic: Du kannst Dir Deine eigenen Ports basteln. Dafür gibt es eine recht umfassende Dokumentation:
http://www.freebsd.org/doc/en_US.ISO8859-1/books/porters-handbook/index.html
Das klingt zumindest recht einfach. Werde ich mir das mal an einem Beispiel ausführlich zu Gemüte führen.
Stringenter in der Verwaltung ist meinem Eindruck nach Gentoo mit emerge als zentralem Werkzeug, aber portupgrade ist für mich ein adäquater Ersatz. Auch die Runlevel sind bei Linux (je nach Distribution) IMHO etwas konsequenter umgesetzt, bei BSD ist da doch einiges gewachsen. Was ich wirklich vermisse ist der runscript-Interpreter, aber der ist ohnehin eine Gentoo-Eigenheit, die es so bei anderen Linux-Distributionen ohnehin nicht gibt.
Gut, emerge ist schon ein feines Stück Python und auch dasjenige Feature, das mich bei Gentoo ursprünglich interessiert und auch lange bei der Stange gehalten hat. Allerdings finde ich die Konfiguration des Gesamtsystems doch etwas unübersichtlich und an manchen Stellen (z.B. Network) etwas aufgeblasen.
Was die Zeitersparnis anbelangt: Besonders nett bei FreeBSD finde ich ein Feature des bereits erwähnten Portupgrade, mit dem Du sagen kannst "versuch, die aktuelle Version als fertiges Paket zu bekommen und zu installieren. Wenn's die noch nicht gibt, dann bau eben selbst". Wer den Portstree häufig updatet, baut allerdings auch häufig selbst
OK, aber was ich so 'raushöre, ist für Otto Normaluser, dessen Kante nicht ganz so sehr blutet, doch eine binäre Installation der Standardfall.
Ich finde es ja auch schön, dass ich die Möglichkeit habe, neue Software unkompliziert über die Paketverwaltung ins System zu integrieren und habe grundsätzlich kein Problem damit, auch mal meinen Code selber zu backen. Mir fehlt nur die Zeit, das standardmäßig für's ganze System zu machen. Von der Frickelarbeit, wenn mal was nicht ganz so hinhaut wie vom Developer gedacht, ganz zu schweigen.
Grundsätzlich fand ich auch die USEFLAGS klasse. Leider hat es sich herausgestellt, dass sich meine Systeme dadurch mehr und mehr aufblähten, weil jedes Paket dadurch einen Rattenschwanz an Abhängigkeiten nach sich zog. Die Zusammenarbeit der Pakete untereinander war bedingt durch diese FLAGS jedoch super. Das machte es allerdings schwierig, abzuschätzen, wie dieses Feature sinvoll einzusetzen war - für mich jedenfalls.
Wie sieht es denn in puncto Cruft bei FreeBSD aus. Ich hatte bei meinen Gentoo-Systemen oft das Gefühl, viel nutzlosen Datenmüll herumzuschleppen. Die angebotenen Lösungen dafür, waren meistens eher Flickwerk und erforderten mehr Aufwand als die Sache m.E. wert war.