In letzter Zeit hat es mal wieder Hochkonjunktur, das oeffentliche
Hinschmeisssen, das Geheul wie schlecht FreeBSD gegenueber Linux doch
sei, wie eklig die "Community" doch sei und so weiter und so weiter...
Nun und jedesmal denkt man sich dann "Geht doch!" und macht sich erst
einmal eine Flasche Wein auf. Ich habe nichts gegen diese Personen, was
mir nur auffaellt ist, das vorallem die jenigen oeffentlichkeitswirksam
FreeBSD verlassen, die dem Projekt NIE geholfen haben. Frueher, sagen
wir einmal vor guten 8 Jahren, waren FreeBSDler ein eingeschworener
Haufen. Wenige kannten FreeBSD und noch weniger Leute nutzen es. Aber
wer es nutzt, noergelte, leifte und meckerte nicht. Stattdessen half man
mit. Man schrieb PR, man schrieb Code, man disktierte, man half.
Irgendwann kippte es dann, es muss so etwa 2001 gewesen sein. Ploetzlich
tauchten immer mehr und mehr Linuxer und Opensource-Apostel auf. Und
damit begannen die Probleme. Einmal begann ein drittel der
FreeBSD-Nutzer sich praktisch nicht mehr zu engagieren. Sie nahmen und
sie gaben nichts. Ich kann inzwischen so viele Personen und
Organisationen aufzaehlen, die teils etliche Systeme auf FreeBSD
betreiben, ihr Leben verschoenern oder etliche hunderttausende Euro
Umsatz damit generieren und NICHTS, nicht einen Euro, nicht eine Zeile
Code, nicht einen PR GAR NICHTS zurueckgeben.
Das zweite Drittel sind die ewigen Noergler, so ziemlich das schlimmste,
was einem Opensource-Projekt passieren kann. Nicht nur, dass man dem
Projekt nichts zurueckgibt, hier wird in der Oeffentlichkeit mit einem
technischen Verstand von annaehrend Null gepoeblet, gezetert und Hass
verbreitet. Es kann einem so ankotzen, fuer einen Aussenstehen wohl kaum
zu verstehen. Ein beliebtes Thema ist, dass ein kein Flash fuer FreeBSD
gibt und man es daher nicht nutzen kann. Hallo? Was soll das FreeBSD
Projekt machen, wenn Adobe es nicht fuer noetig haelt, seinen Blob - der
selbst unter Linux und Windows ein Stueck fehlerhafter Schrottware der
schlimmsten Sorte ist - nicht fuer FreeBSD bereitstellt? Wenn ihn ihn
bruach, dann heult nicht der Welt die Ohren voll! Dann schreit Adobe an!
Oder investiert die Energie darein, das Pissteil endlich mal
Zurueckzuentwicklen!
Ebenso das Lieblingsthema einiger Personen, die Interruptverarbeitung.
Was meint ihr, wo FreeBSD waere, wenn wir die aus den seeligen 80ern
stammenden Verarbeitungprinzipien nicht in den Muell geworfen haetten?
Hm? Dann duerfte es kaum moeglich sein, zwei Netzwerkkarten von zwei
RAID-Controllern zu speisen und so. Unter 4.x war das naemlich schon
eine Katastrophe, bei heutigen Datenaufkommen und Interruptmengen
duerfte kaum noch was performant laufen. Tut es ja auch nicht, wie uns
einige andere Systeme zeigen...
Foren und Blogs sind also fuer die ewig gestrigen? Nunja, ich bin Admin
des groessten deutschen BSD-Forums und bei unseren immer noch stark
steigenden Mitgliederzahlen halte ich diese Aussage fuer gewagt.
Allerdings muss man auch sehen, dass ich ein System nicht aus einem
Forum heraus entwickeln moechte, dort sind Mailinglisten einfach besser
geeignet.
Java ist auch so ein Thema. Java ist eine gute Idee, aber... Alle
Javaanwendungen die ich kenne sind abartig fett, teils unbenutzbar
langsam und so weiter. Daher kann ich verstehen, wenn Java in der
Entwicklung von FreeBSD nur niedere Prioritaet hat. Aber dennoch gibt es
Version 1.6 und diese laeuft sauber und gut.
Zuletzt waere da noch das leidige Problem Marketing. Bringt es FreeBSD
irgendwelche Vorteile, wenn man bunte Flyer verteilt? Wenn man auf
Messen CDs ins Publikum wirft? Wenn man Anzeigen schaltet, so wie
Canonical? Ich denke nicht. Diejenigen die sich man damit Koedert sind
DAUs und Idioten. Diejenigen, die im Forum die Suche nicht verwenden,
diejenigen die FreeBSD nutzen wollen aber nichts zurueckgeben. Es ist
imo viel besser ein System fuer wenige zu sein, nicht so viel
Aufmerksamkeit zu bekommen und seine Dinge dafuer richtig zu machen.
Ueberlegt mal, warum wenden sich neue Kunden an mich? Nicht weil ich
Werbung mache. Yamagi findet sich nicht mal im Telefonbuch. Sie wenden
sich an mich, weil ich den Ruf habe gute Arbeit zu machen, wenn alle
anderen versagt haben. Die meisten meiner Kunden sind auch ohne
Widerspruch bereit Geld an das Projekt zu spenden... Denkt mal drueber
nach, ob das heilige Marketing nicht vielleicht der falsche Weg ist und
uns nach und nach zu einem BSDbuntu macht!