Entschuldigung. So sollte man 2013 keinen Beitrag in einem Forum anfangen. Also, man sollte sich nicht gleich entschuldigen, für das, was dann kommt. Na und? Ich mache es trotzdem so und bin froh, dass ich es so machen darf. So, wie ich es will.
Wer legt denn solche Regeln fest?
Wer legt denn fest, was ein Betriebssystem ist und wie ein Desktop aussehen muss und was da integriert sein soll?
Ist es untauglich, wenn es keinen Flash kann?
Ist es Mist, wenn kein Java eingebaut hat?
Ist es einfach nur doof, wenn nicht ein eingesteckter Stick automatisch gemountet wird und dann auch noch ein Auswahldialog erscheint, der mir anbietet, was ich damit nun machen darf?
Ja, wenn das wirklich alles einheitlich geregelt ist und in einer Beschreibung zu Desktop-PC bereit steht, darf ich dann trotzdem noch was Eigenes wählen? Oder müssen dann alle Windows nutzen oder Mac-OS-X oder zumindest den gleichen Look_n_Feel haben, weil ansonsten die Mehrheit der Nutzer verwirrt werden könnte? Sollen Entwickler ihrer Software auf den Grad geistiger Verwirrung der Mehrheit achten, sollen sie Systeme so entwickeln, dass sie den Anwendern am ehesten Gerecht werden? Oder dürfen sie auch so programmieren, wie es ihnen gefällt?
Die Kritik, es tut mir wirklich leid, scheitert schon an der allerersten Vorstellung: FreeBSD hat keinen Desktop, hat noch nicht mal X und keine Grafik!
Linux auch nicht, nebenbei gesagt. Damit greife ich einen alten Streit um die Namensgebung auf, aber ich bin auch ziemlich alt und manchmal altmodisch. Linux ist nur ein Kernel, der wiederum erscheint bei FreeBSD nicht mal im Namen! Bei mir habe ich fast nur busybox/Linux im Einsatz, das ist vollkommen ohne Grafik und ohne jeden Desktop und ich bin kein Geek und nicht bewandert im Umgang mit Unix. Es ist eben das, was auf meinen Sat-Receivern läuft.
Würde ich FreeBSD mit etwas in der Linux-Welt vergleichen wollen, dann wäre das GNU/Linux und das ist auch vollkommen ohne Grafik, ohne Desktop, ohne X, ohne automatisches Mounten etc...
Es ist also vollkommen blödsinnig, Äpfel mit Birnen zu vergleichen.
GNU/Linux oder FreeBSD: beide kommen ohne jeglichen Desktop daher und ich glaube auch, dass die wenigsten Anwender überhaupt in der Lage wären, einen direkten Unterschied zwischen den beiden zu sehen.
Wenn du also über Desktop redest und weitergehende Programme und so was, dann hat dir die irgendjemand für dein Linux eingebaut! Die sind da nicht automatisch drin!
Allermeist kümmern sich Leute um so etwas, die damit ein bestimmtes Interesse verknüpfen. Vielleicht wollen sie dir nur helfen, weil sie einfach eine größere Verbreitung von OpenSource wünschen oder so was. Aber: du darfst niemals diese zusätzlichen Leistungen, die Einige freiwillig erbringen oder vielleicht auch deshalb, weil jemand sie bezahlt, mit den Eigenschaften des Betriebssystems darunter verwechseln!
Wie oft lese ich, dass man Ubuntu aufgegeben hat, seit es mit Unity als Desktop erscheint.
Ein Desktop, der einem nicht gefällt, ist doch überhaupt kein Grund ein Betriebssystem zu wechseln! Dann baut man halt einen anderen ein, der einem besser gefällt und gerade Ubuntu bietet da eine Auswahl an Tools, die es auch unbedarften Nutzers sehr einfach machen, solche an sich durchaus komplexen Aufgaben zu bewältigen.
Es gibt sogar Ubuntu-Bootonly oder wie das heißt, womit auch nur ein Grundsystem installiert wird, aber mit den typischen Tools, so dass sehr einfach ein komplettes System nach eigenem Geschmack darauf aufgebaut werden kann.
Nun gibt es von mir geschätzt wenigstens hundert mal mehr Menschen, die irgendein GNU/Linux nutzen, als es FreeBSD-Nutzer gibt. Deshalb darf es nicht verwundern, wenn es da auch geschätzte hundert mal mehr Distributionen gibt, die mit einer Auswahl an vorinstallierten Paketen und einem gebrauchsfertigen Desktop daher kommen. Bei FreeBSD gibt es derzeit nur eine gebrauchsfertige Version, das ist PC-BSD und deshalb muss die dann immer zum Vergleich mit allen anderen herhalten. PC-BSD ist aber eine super kleine Mannschaft und obwohl die schon ganz tolle Sachen machen, kann sich das ganz sicher nicht mit der Universalität der gängigen (eben deshalb gängigen) Linux-Distributionen vergleichen.
Vielleicht, weil ich altmodisch bin, aber ich verteidige da FreeBSD wie es nun ist und wünsche mir kein System, das einen vorgekauten Desktop mit sich bringt.
Ich meine, das ist ja schon vom Konzept des Grundsystems her gar nicht zu begreifen, denn das kommt ja auch vollkommen unkonfiguriert und muss erst an meine Bedürfnisse angepasst werden. Da läuft nichts von selber und es wird einem nicht automatisch ein HAL und DBUS aufgezwungen. Da steht nicht schon eine fertige IP-Adresse eingetragen oder es ist nicht schon Wlan konfiguriert und die Sysctl-Settings sind nicht automatisch so, dass sie mir gefallen und so weiter und so fort. Wer Free-BSD wählt, tut das doch auch in dem Bewusstsein, dass es so gut wie keine Automatismen gibt und dass man eben genau deshalb auch nur das einbaut, was einem gefällt und da rede ich nun nur über FreeBSD, also das Grundsystem.
In meinen Augen verträgt sich dies doch gar nicht damit, dass dann für einen Desktop alle möglichen Programme voreingestellt und schon ausgewählt sind. Das ist doch vollkommen widersinnig.
Wie schon gesagt, ich bin absolut kein Geek, habe nie Unix gelernt, nie Informatik gehabt und bin ein einfacher Endnutzer. OpenSource ist bei mir eher eine Glaubensfrage. Free-BSD ergab sich, weil es sehr gut dokumentiert war, funktionierte, wie beschrieben und weil es hier Menschen in diesem Forum gibt, die mir bei auftauchenden Problemen gut helfen. Es ergab sich nie, weil es einen tollen Desktop anbietet oder weil ich damit weiter pinkeln kann.
Free-BSD läuft bei mir auf meinem Haupt-PC und einem Netbook und beide Male nutze ich unterschiedliche Desktop-Umgebungen und bin auch froh, dass ich da wählen konnte. Einen Toaster möchte ich damit nicht betreiben und I-Phones oder Smart-Phones auch nicht und ich habe auch gar keine solchen Geräte, weil sie mir widerlich sind. Auch keine Pads. Die glitschigen Dinger ohne Tastatur will ich nicht und ich brauche auch nicht den letzten bunten Gimmick und bin froh, dass ich ein System nutzen kann, das grundsätzlich ohne diese daherkommt.