Wenn wir es mal klipp und klar aussprechen, wird genau das passieren. xf86-video-intel ist schon heute nicht mehr aktualisierbar, weshalb die Ironlake-GPU der Core i3 und i5 Prozessoren nicht unterstützt wird. Ab Anfang 2011 bringt Intel mit Sandy Bridge eine neue Micorarchitektur, die wahrscheinlich eine überarbeitete Ironlake-Karte haben wird. Und Intel wird damit den gleichen Weg wie AMD gehen, jede Intel-CPU - egal ob billig oder verdammt teuer - wird dann eine integrierte Grafikkarte haben. Sie ist auf dem gleichen Die wie die CPU selbst untergebracht, da Intel traditionell das ganze Produktprogramm aus nur zwei bis drei unterschiedlichen Wavern schneidet, kann man sie auch überall aktiviert lassen. Man muss sie ja nicht nutzen, wenn man nicht will, genauso wie man die inzwischen kaum mehr vermeidbare AMD-IGP nicht nutzen muss.
Dann ist das xf86-video-ati, der angeblich umbenannt werden soll, wenn die Marke ATI nun verschwindet und die Grafikkarten wohl ab der nächsten Generation auch unter dem Namen AMD segeln werden. Noch läuft er ohne KMS und co, allerdings schon heute wesentlich schlechter als unter Linux. Auch da ist das Ende absehbar, die HD5000 Serie wird bis heute von FreeBSD nicht unterstützt, die HD6000-Serie startet in einigen Wochen...
Alles andere neben diesen beiden Großen kannst du praktisch in Tonne treten, wenn es um Xorg geht. xf86-video-openchrome gibt es noch, die zugehörigen Karten sind einzeln aber praktisch nicht aufzutreiben und eine VIA-CPU wird sich heute niemand mehr in den Desktop-Rechner stecken wollen. Bleibt als pragmatische Lösung halt der nVidia-Blob. Auch wenn es böse klingt, C. Zander von nVidia ist so gesehen ein Geschenk Gottes für FreeBSD-Desktop-Grafik. Nicht umsonst steht eine nVidia-Karte (wahrscheinlich eine GTX 460) im Moment ganz oben auf der Einkaufsliste.
Was kann man machen? Spenden sammeln wäre eine Idee. Aber da der Ekelfaktor für DRI / DRM groß ist und der Rückstau ebenfalls, muss das schon eine nennenswerte Summe sein. Rechnen wir mal 50 Arbeitsstunden, um den Anschluss an Linux wiederzufinden. Allein das ist nur dann realistisch, wenn jemand in die Tasten haut, der in der Materie steckt. Die Arbeitsstunde bekommen wir zum Freundschaftspreis von ca. 75 Euro. Das ist in etwa das, was andere bezahlte Commiter für spezifische Aufgaben genommen haben. Bei Doug Barton war sein "Portmaster Funding" z.B. mit 100$ die Stunde kalkuliert. Ich weiß, es klingt viel. Aber man muss bedenken, dass davon normalerweise noch Steuern abgehen, Sozialversicherung und co. Das wären dann 50 * 75 = 3750, eine Menge Holz. Da müsste man schon international einen Spendenaufruf machen, BSDForen.de ist zu klein.
Bleibt also Möglichkeit 2, die FreeBSD Foundation. Da könnte man schon eher was machen. Einfach mal anfragen, wie es aussieht. Vielleicht kann man auch was organisieren, dass man unter die Mail die Namen von mehreren Nutzern schreibt, wie wir es schon mal in einem (missglückten) offenen Brief an freebsd-current@ zu einem anderen Thema gemacht hatte. Eventuell gleich mit dem Hinweis, dass jeder 25 Euro (oder meinetwegen auch mehr, je nach Rahmen der Möglichkeiten) geben würde.