Wenn ich mein Geld nur noch am Geldautomat bekomme, dann findet einfach kein zwischenmenschlicher Kontakt mehr statt. Diese zwischenmenschlichen Kontakte sind aber Teil der Lebensqualität. Es gäbe sicher noch viele andere Beispiele.
Das finde ich persönlich ja ein ganz schlechtes Beispiel. Geld abheben ist etwas, wo ich absolut keinen menschlichen Kontakt brauche, das zieht alles nur in die Länge…
Außerdem hasse ich nichts mehr, als beim Einkaufen o.ä. von völlig Fremden angequatscht zu werden, ich finde das unglaublich anstrengend.
Aber vielleicht bin ich auch nur „schon kaputt“

oder ich habe noch zu viele soziale Kontakte, um das noch nicht schätzen zu können.
Aber da würde ich ganz klar unterscheiden zwischen Tätigkeiten, die ich ergebnisorientiert durchführe, wie Einkaufen und Geld abheben.
Das mache ich aus purer Notwendigkeit, da brauch ich niemanden zum quatschen, ich will das möglichst schnell über die Bühne bringen.
Anders aber „erlebnisorientierte“ Tätigkeiten, die man eben nicht tut, weil man halt muss, sondern weil man will. Da könnte ich es mir schon eher vorstellen.
Aber das geht glaube ich auch in die Richtung, in die Yamagi schon wollte: Wenn die Gesellschaft Digitalisierung und Automatisierung als Chance begreifen würde,
und sich dahingehend ändern würde, dass es eben keine Zweiklassengesellschaft gibt, in der manche Arbeiten und manche nicht,
sondern „Arbeit“ ein Hobby ist wie jedes andere auch (z.B. an FreeBSD programmieren),
dann könnte man eben die notwendigen, „ergebnisorientierten“ Tätigkeiten automatisieren und dort die menschliche Interaktion herausfaktorieren,
und die „frei gewordenen (zeitlichen) Ressourcen“ könnten dann „gewinnbringend“ für die Gesellschaft an anderer Stelle zum Einsatz kommen.
Aber das ist eine reine Utopie, da so eine Situation das Weltbild unserer erzkonservativen Overlords sprengt,
in welchem sich der Mensch über Arbeit definiert.
Außerdem lassen Solidarität und Freundlichkeit unter den Menschen immer mehr nach,
so dass *leider* das Einkaufen und Geld abheben für ältere Menschen notwendig ist,
um ihre sozialen Bedürfnisse zu befriedigen.
tl;dr: Digitalisierung ist scheiße, wenn die Gesellschaft sich nicht ändert.