Mein erster Eindruck von GhostBSD

pit234a

Well-Known Member
klassischerweise liegen alle Treiber in /boot/kernel, die FreeBSD direkt mitbringt und im Falle von Wlan automatisch bei Bedarf lädt.
Es ist nicht einfach (und sollte auch unterbleiben), zusätzliche Module hier einzubauen.
Es gibt aber noch /boot/modules und da können zusätzliche Treiber liegen.

Es könnte also sein, dass GhostBSD zusätzliche (etwa unfreie) Module anbietet, die in FreeBSD nicht vorhanden sind.
 

Lance

Well-Known Member
Die Basis bilden FreeBSD und TrueOS.

Zitat Website: "GhostBSD is built with TrueOS base on FreeBSD STABLE..."
 

Lance

Well-Known Member
Es könnte also sein, dass GhostBSD zusätzliche (etwa unfreie) Module anbietet, die in FreeBSD nicht vorhanden sind.
Gut möglich und das ist auch gut so! Ich beführworte nahzu alles was FreeBSD einem weniger bedarften näherbringt und es ihm ermöglicht, das System zu nutzen oder vorher zig Seiten Forenbeiträge oder Handbücher zu lesen!
 

i18n

Well-Known Member
klassischerweise liegen alle Treiber in /boot/kernel, die FreeBSD direkt mitbringt und im Falle von Wlan automatisch bei Bedarf lädt.
Es ist nicht einfach (und sollte auch unterbleiben), zusätzliche Module hier einzubauen.
Es gibt aber noch /boot/modules und da können zusätzliche Treiber liegen.

Es könnte also sein, daß GhostBSD zusätzliche (etwa unfreie) Module anbietet, die in FreeBSD nicht vorhanden sind.
Nee, ich habe täglich mit Eric Kontakt, da gibt es nichts Unfreies! Für TrueOS zeichnen die Leutchen natürlich nicht verantwortlich, deshalb finde ich FuryBSD vom Ansatz besser, aber, tut mir leid, es ist wenig ausgegoren.
 

i18n

Well-Known Member
Besser als was? TrueOS oder GhostBSD?
Oh, da habe ich mich wohl etwas verzwickt ausgedrückt. Ich finde den Ansatz von FuryBSD besser, einfach ein FreeBSD mit grafischer Oberfläche sein zu wollen. So bleibt man 100%ig zu FreeBSD kompatibel.

GhostBSD hat eigene Mirrors, leider insgesamt nur drei weltweit. Die Ports müssen durch einen eigenen Befehl auf dem neuesten Stand gehalten werden, portsnap sollte man nicht nutzen. So ist es eher ein Hybrid zwischen FreeBSD und TrueOS. Im Großen und Ganzen gefällt es mir grafisch besser und läuft auf meinem Laptop out of the box.

Zweitens hat GhostBSD eine sehr gute Community, die sich rege austauschen, so werden Fehler sehr schnell behoben und man bekommt schnell Hilfe, wenn etwas schiefgeht. Handbücher sollte man natürlich weiter studieren.
 

Lance

Well-Known Member
Ich hab z.B. gesehen dass ein "service netif restart" nicht geht, liegt das an OpenRC? Wäre ja mal interessant wo da die unterschiede zum FreeBSD System sind.
Ja die Optik von dem Mate ist dank des (an macOS) angelehnten Themes echt gut, das "Original" sieht da ja echt sehr oldskool aus.
Und GhostBSD läuft um so viel besser als TrueOS/PC-BSD es je tat.
Die exfat-fuse pkgs habe ich mit einem virtuellen FreeBSD kompiliert aus den Ports, die haben ja auch kaum Abhängigkeiten und laufen daher absolut stabil auf GhostBSD. Mischen Possible also.
 

Lance

Well-Known Member
Momentan verlangt mir das letzte Update einiges an Geduld und Hingabe ab, denn so langsam summieren sich diverse Fehlerchen auf ein Niveau, dass mich ein wenig ins Grübeln versetzt, ob ich auf Dauer damit glücklich werde. Denn ich möchte mit dem Desktop wenigstens mehrere Monate fehlerfrei arbeiten ohne immer wieder durch Probleme ausgebremst zu werden. Mal geht Firefox nicht, dann der PDF Reader, dann werden plötzlich Laufwerke nicht mehr eingebunden. Und ich mache damit noch recht wenig im Vergleich.

ich bete dass die Situation sich bessert.

Liebe Grüsse
 

cabriofahrer

Well-Known Member
Momentan verlangt mir das letzte Update einiges an Geduld und Hingabe ab, denn so langsam summieren sich diverse Fehlerchen auf ein Niveau, dass mich ein wenig ins Grübeln versetzt, ob ich auf Dauer damit glücklich werde. Denn ich möchte mit dem Desktop wenigstens mehrere Monate fehlerfrei arbeiten ohne immer wieder durch Probleme ausgebremst zu werden. Mal geht Firefox nicht, dann der PDF Reader, dann werden plötzlich Laufwerke nicht mehr eingebunden. Und ich mache damit noch recht wenig im Vergleich.

ich bete dass die Situation sich bessert.

Redest Du jetzt von Ghost- oder FreeBSD? Also ich habe mein System bestimmt seit einem Jahr nicht mehr upgedatet und habe keine Probleme.
 

Lance

Well-Known Member
Redest Du jetzt von Ghost- oder FreeBSD? Also ich habe mein System bestimmt seit einem Jahr nicht mehr upgedatet und habe keine Probleme.
Teils/Teils. Als zB der Firefox bzw Xorg/mesa oder so ähnlich nicht gingen , betraf das ja sowohl Ghost- als auch FreeBSD. Ich hab das Gefühl das hier durch Updates schneller mal was kaputt geht. Jetzt zB geht Atril (mate pdf reader) nicht, morgen vielleicht thunderbird und übermorgen libreoffice? So überspitzt gesagt.
Wie gesagt, so kommt es mir ein wenig vor, denn mein "Supportaufwand" ist deutlich höher als zB bei Ubuntu wo dieser quasi seit Jahren fast gen Null liegt.
Ich möchte ein stabiles lauffähiges System ohne Angst vor einem Update zu haben (=Windows 10!).

Aber ich halte GhostBSD nach wie vor die Treue.

Bei macOS Catalina übrigens erlebe ich ähnliche Situationen.
 

pillow

Well-Known Member
....
Bei macOS Catalina übrigens erlebe ich ähnliche Situationen.

Kann ich zustimmen, hab jetzt mal auf den iMac ein
Code:
Distributor ID:    LinuxMint
Description:    Linux Mint 19.1 Tessa
Release:    19.1
Codename:    tessa

Läuft ohne Probleme, ich werde eventuell die tage ein Debian auf dem Apfel testen wird denke ich ohne Probleme laufen.
Aber genug des OT sorry

ciao
 

cabriofahrer

Well-Known Member
Teils/Teils. Als zB der Firefox bzw Xorg/mesa oder so ähnlich nicht gingen , betraf das ja sowohl Ghost- als auch FreeBSD. Ich hab das Gefühl das hier durch Updates schneller mal was kaputt geht. Jetzt zB geht Atril (mate pdf reader) nicht, morgen vielleicht thunderbird und übermorgen libreoffice? So überspitzt gesagt.
Wie gesagt, so kommt es mir ein wenig vor, denn mein "Supportaufwand" ist deutlich höher als zB bei Ubuntu wo dieser quasi seit Jahren fast gen Null liegt.
Ich möchte ein stabiles lauffähiges System ohne Angst vor einem Update zu haben (=Windows 10!).

Aber ich halte GhostBSD nach wie vor die Treue.

Bei macOS Catalina übrigens erlebe ich ähnliche Situationen.

Hmm, das scheint schon mal vorzukommen, dass es irgendein Problem mit irgendeinem Port gibt. Aber durch Googeln habe ich oft das Gefühl, dass genau die gleichen Probleme in der Linux-Welt existieren, schließlich sind es die gleichen Pakete/Programme. Der beste Rat ist konservativ zu bleiben, also hier quarterly packages. Selbst so verwendet FreeBSD aktuellere Packages als so manche Linux-Distri, kannst ja mal bei Distrowatch vergleichen. Deswegen kann es sein, dass so manche Linux-Distri vielleicht ein Trugschluss diesbezüglich ist. Ganz hintendran was Aktualität von Packages angeht, m.E. z.B. CentOS. Zu Windows 10: Kostet viel Geld, dafür kann man auch etwas erwarten. Also dafür, dass wir hier kostenlos fahren, fahren wir nicht schlecht...
 

Azazyel

Well-Known Member
Aber durch Googeln habe ich oft das Gefühl, dass genau die gleichen Probleme in der Linux-Welt existieren, schließlich sind es die gleichen Pakete/Programme.

Wie ich leider am eigenen Leibe feststellen muss, hat man auf dem Linux-Desktop weniger Probleme. :(

Zum einen nutzen deutlich mehr Open-Source-Entwickler Linux denn BSD als Entwicklungsplattform, d.h. es wird schon während der laufenden Entwicklung kontinuierlich auf Linux getestet.

Zum anderen laufen praktisch alle integrierten Continuous-Integration-Lösungen (z.B. GitHub Actions) unter Linux. Ein Open-Source-Entwickler kriegt also die Ausführung seiner Tests unter Linux frei Haus, ohne dass er sich um viel kümmern müsste. Ferner setzen viele moderne CI-Lösungen heutzutage auf Container, für die die BSDs nach wie vor keine Unterstützung bieten.

Sofern man eine halbwegs populäre Linux-Distro nimmt, hat man auch eine ungemein größere Nutzer- und Testerbasis und damit eine deutlich größere Community, die testet, frühzeitig Probleme entdeckt und im Zweifelsfalle gleich Fehlerbehebungen beisteuert.

Der beste Rat ist konservativ zu bleiben, also hier quarterly packages. Selbst so verwendet FreeBSD aktuellere Packages als so manche Linux-Distri, kannst ja mal bei Distrowatch vergleichen. Deswegen kann es sein, dass so manche Linux-Distri vielleicht ein Trugschluss diesbezüglich ist.

Das hängt ganz von der Distribution ab.

Mit FreeBSD recht artverwandt, bringt Arch Linux selbst dicke Brocken wie KDE, Gnome oder Libreoffice wenige Tage nach dem Upstream-Release auf die Straße. Arch Linux kann sich hier - als Linux - ins gemachte Nest setzen und praktisch alles ohne irgendwelche Anpassungen von Upstream übernehmen. Das Resultat ist eine fehlerärmere Desktop-Umgebung, als man sie selbst mit quarterly packages erreichen kann.

Ich denke, mit der Konzentration auf Wayland und dem Abzug fast aller Entwicklerkapazitäten von X.Org wird sich die Situation auf dem Desktop noch verschärfen. Leider hat X.Org aktuell schon Probleme, ein Minor Release zu paketieren, was schon ein Armutszeugnis darstellt. :ugly:

Zu Windows 10: Kostet viel Geld, dafür kann man auch etwas erwarten.

Umgerechnet 10€ pro Jahr ist jetzt nicht so viel Geld, da gibt es andere Lizenzen... ;)

Also dafür, dass wir hier kostenlos fahren, fahren wir nicht schlecht...

Es gibt aber ebenfalls kostenlose Konkurrenz, die gefühlt in Summe eine deutlich bessere Desktop-Erfahrung auf die Beine stellt. :)
 

Lance

Well-Known Member
Es gibt aber ebenfalls kostenlose Konkurrenz, die gefühlt in Summe eine deutlich bessere Desktop-Erfahrung auf die Bein
Das auf jeden Fall!

Aber nach wie vor läuft GhostBSD zB im Verhältnis dazu sehr gut. Fedora spackt dagegen häufig rum, immer wieder mal kommt ne Fehlermeldung, da kommt keine Freude auf. Ubuntu LTS ist quasi Rock-solid.

Ich würdige die Leistung von den Free- und Ghost BSD Leuten sehr, deshalb bleibe ich da auch hartnäckig dabei (hab mich auch zum bug reporten registriert kürzlich) aber es darf nicht schlimmer werden.
 

cabriofahrer

Well-Known Member
Bei allem, was gegenüber FreeBSD bei Linux so viel besser sein soll, frage ich mich immernoch, warum konnte ich mich nie so richtig mit irgendeiner Linux-Distro anfreunden und hatte immer das Gefühl, dass FreeBSD in der Administration (mit Kommandozeile) viel einfacher ist als Linux? Alleine die Handhabung des Networkmanagers von Linux erscheint mir schon ein Albtraum. Wieso wurde da z.B. ifconfig aufgegeben? Es gab immer Beschwerden über ALSA, pulseaudio, systemd, etc. Dann ist ja Linux nicht gleich Linux. Will man aufgrund des Paketverwaltungssystems eher eine Debian- oder Red Hat basierte Distribution? Wenn ich mir dann noch angucke, wie man je nach Distribution zuerst noch ellenlange URL's von irgendwelchen Repositories umständlicherweise in eine Konfigurationsdatei hineinkopieren muss, bevor man überhaupt gewisse Pakete installieren kann, während ich bei FreeBSD sofort mit pkg install loslegen kann, wird es mir spätestens dann zu blöd. Und hat dann auch jede Distribution Zugriff auf ca. 33.000 Packages, so wie FreeBSD?
 

Azazyel

Well-Known Member
Fedora spackt dagegen häufig rum, immer wieder mal kommt ne Fehlermeldung, da kommt keine Freude auf.

Fedora ist auch die Spielwiese für RHEL bzw. CentOS. Nicht umsonst gibt es jetzt mit CentOS Stream gewissermaßen das "Debian testing" für RHEL. ;)

Ubuntu LTS ist quasi Rock-solid.

Allerdings.

Ich würdige die Leistung von den Free- und Ghost BSD Leuten sehr, deshalb bleibe ich da auch hartnäckig dabei (hab mich auch zum bug reporten registriert kürzlich) aber es darf nicht schlimmer werden.

Ich bin da zwiegespalten.

Auf der einen Seite habe ich Respekt vor der Leistung, so ein Projekt anzugehen. Es bleibt natürlich auch jedem selbst überlassen, wofür er seine Zeit verwendet.

Auf der anderen Seite geht es mir wie bei OpenSolaris, illumos und Konsorten - es steckt einfach nicht die notwendige Manpower dahinter und ich wüsste auch nicht, woher die kommen sollte.

Bei allem, was gegenüber FreeBSD bei Linux so viel besser sein soll, frage ich mich immernoch, warum konnte ich mich nie so richtig mit irgendeiner Linux-Distro anfreunden und hatte immer das Gefühl, dass FreeBSD in der Administration (mit Kommandozeile) viel einfacher ist als Linux?

Geschmäcker und Distributionen sind unterschiedlich. :)

Alleine die Handhabung des Networkmanagers von Linux erscheint mir schon ein Albtraum. Wieso wurde da z.B. ifconfig aufgegeben?

Es gab keine Maintainer (Quelle):
In my article detailing the command line utilities available for configuring and troubleshooting network properties on Windows and Linux, I mentioned some Linux tools that, while still included and functional in many Linux distributions, are actually considered deprecated and therefore should be phased out in favor of more modern replacements.

Specifically, the deprecated Linux networking commands in question are: arp, ifconfig, iptunnel, iwconfig, nameif, netstat, and route. These programs (except iwconfig) are included in the net-tools package that has been unmaintained for years. The functionality provided by several of these utilities has been reproduced and improved in the new iproute2 suite, primarily by using its new ip command. The iproute2 software code is available from kernel.org. Iproute2 documentation is available from the Linux Foundation and PolicyRouting.org.
Es hat sich auch kein Maintainer gefunden und man hatte eine modernere und gut gewartete Alternative zur Hand.

Es gab immer Beschwerden über ALSA, pulseaudio, systemd, etc.

Der übliche Zyklus:
  • Neue Software kommt auf die Bühne, die ebenso neue Möglichkeiten wie Kinderkrankheiten mitbringt
  • Early Adopter nutzen die neue Software und setzen sie ein
  • Es wird über die neue Software geschimpft
  • Die Zeit zieht ins Land, die neue Software wird weiterentwickelt, die Bugs gefixt
  • Die neue Software überflügelt die alte Software und etabliert sich als neuer Standard
  • Die alte Software wird deprecated
  • Das Gejammer fängt an
  • Die alte Software wird entfernt
  • Das Gejammer wird groß
  • Man gewöhnt sich zwangsweise an die neue Software und nimmt sie als gegeben hin
  • Die Anforderungen entwickeln sich weiter und das Spiel geht von vorne los
Man darf nicht vergessen, über das neue und völlig überflüssige ifconfig wurde 1983 auch geschimpft. Braucht kein Mensch und die ganzen Skripte gehen nicht mehr. ;)

Ich kann mich auch an das Gejammer über ZFS (RAM-Fresser und durch COW für manche Einsatzzwecke viel zu langsam) und reichlich andere Software erinnern. :rolleyes:

Wenn ich mir dann noch angucke, wie man je nach Distribution zuerst noch ellenlange URL's von irgendwelchen Repositories umständlicherweise in eine Konfigurationsdatei hineinkopieren muss, bevor man überhaupt gewisse Pakete installieren kann, während ich bei FreeBSD sofort mit pkg install loslegen kann, wird es mir spätestens dann zu blöd.

Welche wäre das? Selbst RHEL/CentOS braucht inzwischen nur noch ein sudo yum -y install epel-release. Beim Rest war es eigentlich schon immer ein trivialer einmaliger Aufwand, wenn überhaupt.

Und hat dann auch jede Distribution Zugriff auf ca. 33.000 Packages, so wie FreeBSD?

Es gibt bei Wikipedia eine Vergleichstabelle:
  • Arch: 73k
  • Debian: 110k
  • Fedora: 89k
  • Gentoo: 29k
  • SUSE: 35k
  • Ubuntu: 58k (die Zahl in Wikipedia ist 5 Jahre alt)
  • RHEL/CentOS: 3k (plus 9k in EPEL plus SCL, für das ich auf die Schnelle keine Zahl gefunden habe)
Bis auf den Ausreißer RHEL/CentOS (dort gibt es aber auch für alle Base-Packages mindestens 10+ Jahre Support) würde ich deine Frage für so ziemliche alle relevanten Distros bejahen.
 

Lance

Well-Known Member
CentOS habe ich aber auch dermassen stabil in Erinnerung, ich glaube da kommt vielleicht höchstens Debian ran, aber das hatte ich kaum benutzt.

Auf der anderen Seite geht es mir wie bei OpenSolaris, illumos und Konsorten - es steckt einfach nicht die notwendige Manpower dahinter und ich wüsste auch nicht, woher die kommen s
Naja ein FreeBSD zu nehmen und daraus lediglich einen (benutzerfreundlichen) Desktop zu nehmen, dazu brauchts nicht zig Leute.
Aber ich denke der Desktop und eine gewisse Benutzerfreundlichkeit sind wichtig um Leute und vielleicht eben auch Entwickler dafür zu begeistern.

Ich muss gestehen, wenn GhostBSD wegfiele würde ich kein pures FreeBSD für den Desktop nehmen wollen, da ich mir vor Jahren mühevoll alles dokumentiert hatte, wie man den Desktop aufbaut und einstellt, und bei der nächsten Hauptversion funktionierten diverse angelernte bzw dolumentierte Sachen nicht mehr.

Ich möchte mich eben nach wie vor - daran hat sich bis heute nix geändert - nicht zu viel mit einem Betriebssystem auseinandersetzen müssen. Bisserl schadet nie aber man wird auch nicht jünger...
 

cabriofahrer

Well-Known Member
Bei der hier vorhandenen Linuxfreudlichkeit hoffe ich mal, dass hier keiner die Vorteile von FreeBSD als Serverbetriebsystem, seinem eigentlichen Zweck, anzweifelt. Oder ist da Linux etwa auch besser oder reine Geschmacksache? Alleine die Implementierung von ZFS und die Einfachheit der Installation mit bsdinstall lässt für mich FreeBSD überlegen aussehen. Das Basissystem bringt gleich Dienste wie ftp, nfs, sendmail und vieles mehr mit. FreeBSD ist eben ein Serverbetriebssystem. Die Nutzung als Desktopsystem ist ohne Weiteres wunderbar zu realisieren, dies scheint aber nach wie vor eine Art Geheimtipp für Enthusiasten zu sein. Den Enthusiasmus oder die Freude, FreeBSD als Desktop zu nutzen, würde ich aber nicht davon abhängig machen, ob es irgendwelche Projekte gibt, die FreeBSD gleich zusammen mit einem DE auf die Platte spielen.

... und bei der nächsten Hauptversion funktionierten diverse angelernte bzw dolumentierte Sachen nicht mehr.

Solche Dinge sind mir auch passiert: Großer Ärger damals beim Wegfall von GDM2 und Gnome2. Dann auf KDE4 umgestiegen. KDE4 gab es dann irgendwann plötzlich nicht mehr. Mal LightDM mit MATE benutzt. Dann funktionierte LightDM nicht mehr. Nutze jetzt SDDM. Probleme jetzt mit xfce. Aufpassen beim Upgrade mit nvidia-driver. Der unterstützt vielleicht plötzlich die alte Karte nicht mehr, dafür liegt aber dann nvidia-driver-XY bereit. Da muss man halt durch...

Und so wie ich das sehe, kann man FreeBSD durch die Jahre hindurch von Major-Version zu Major-Version upgraden. Bei Linux soll das angeblich nicht gehen. Da kann man sich irgendwann ein Backup seiner Dateien machen und dann die neue Majorversion frisch aufspielen, oder gibt es dieses Handicap bei Linux mittlerweile auch nicht mehr?
 

juedan

FreeBSDler
Moin, moin und frohe Ostern!

Dass es Umbrüche beim Wechsel der Hauptversionsnummer gibt, ist und sollte jedem klar sein - deswegen wechselt die Hauptversionsnummer ja auch :) . Bei solchen Umbrüchen besteht auch immer die Gefahr, dass Software plötzlich nicht mehr richtig funktioniert, weil Neues eingeführt und Altes entfernt wird. Manchmal läuft der Wechsel geräuschlos, manchmal eben nicht. Das ist bei jedem Betriebssystem der Fall. Bei FreeBSD kann man sich eigentlich recht gut auf einen Wechsel der Hauptversionsnummer einstellen, weil es meist drei gibt wie es aktuell der Fall ist: FreeBSD 11.3 (11.4), 12.1 und 13.0. So hat man die Möglichkeit, immer die neueste Version auf einem Testsystem zu testen, zu erarbeiten und zu erfahren und die aktuellen Versionen im produktiven Umfeld zu betreiben.

Manchmal knallt halt eben mal die Anwendersoftware, unabhängig davon welches Betriebssystem man verwendet. Auch das gab, gibt und wird es immer geben. Mal tritt dies bei Betriebssystem A gehäuft auf, mal bei B und so weiter. Manchmal reicht auch ein Wechsel des Compilers aus und eine Software funktioniert nicht mehr wie erwartet.

Bei meinem Webserver war es so, dass der Wechsel von 10.3 auf 12.0 - so wie es offiziell beschrieben wurde - in die Hose gegangen ist. Aktuell verwende ich FreeBSD 11.3, das ich demnächst auf 11.4 ziehen werde.

Dass es bei Linux scheinbar(!) besser ist als bei FreeBSD dürfte wohl daran liegen, dass mächtige Geldgeber das Projekt unterstützen.

In diesem Sinne: grämt Euch nicht oder wie man in Bayern so schön sagt:
Wead scho wieda wean, sagt Frau Kern.
Bei da Frau Horn iss a wieda worn.
Bei da Wimmer da wars schlimmer.

Frohe Ostern!
 

pit234a

Well-Known Member
Wie gesagt, so kommt es mir ein wenig vor, denn mein "Supportaufwand" ist deutlich höher als zB bei Ubuntu wo dieser quasi seit Jahren fast gen Null liegt.
Zum einen nutzen deutlich mehr Open-Source-Entwickler Linux denn BSD als Entwicklungsplattform, d.h. es wird schon während der laufenden Entwicklung kontinuierlich auf Linux getestet.
Dann ist ja Linux nicht gleich Linux.
Und hat dann auch jede Distribution Zugriff auf ca. 33.000 Packages, so wie FreeBSD?

Seit Jahren habe ich auch Ubuntu am Laufen und zwar sowohl auf einigen Macs als in der VirtualBox und in unterschiedlichen Versionen.
Ubuntu scheint wesentlich seltener Updates von Third-Party zu fahren, als das bei FreeBSD der Fall ist.
Zusammen mit den oben genannten Argumenten ergibt das dann natürlich ein "gutmütigeres" System.

Wer nicht updatet, kann ein FreeBSD sehr lange sehr problemlos nutzen: mein Fileserver läuft noch immer auf FreeBSD 7 und absolut stabil und zuverlässig. (Die HW hat sich mehrfach geändert im Laufe der Zeit).

Deshalb denke ich immer wieder, dass man von den allgemein üblichen Namen wirklich weg muss und ich selbst nutze auch aus anderem Grund immer GNU/Linux (oder busybox/Linux), wo ich etwas meine, das wie FreeBSD daherkommt und nenne die komplette Distribution, wo ich eine eher komplette Lösung mit Desktop meine. Das ist natürlich auch bei mir nicht genormt und geht durcheinander, ich bemühe mich aber ein wenig.

Also, ein grundsätzlicher Fehler in LibreOffice ist ein Fehler, den man sowohl unter GNU/Linux, als auch unter FreeBSD, als auch unter Solaris, Windows, OS-X und so weiter bemerkt. Da ist einfach was schief gegangen und es wurde Code veröffentlicht, der irgendwie nicht funktioniert. Das ist natürlich mit LibreOffice nur ein beliebiges Beispiel, aber deshalb ganz treffend, weil es eben auf vielen Plattformen auftaucht. Das gilt bei weitem nicht für alle Freie Software.
Solche Fehler schlagen deshalb durch, weil alle ihre Pakete automatisch bauen. Niemand, weder bei FreeBSD, noch "bei Windows", noch bei GNU/Linux sieht sich vorher detailliert den Code an und sucht nach Fehlern oder Unverträglichkeit zum eigenen System. Der fertige Code wird laufend veröffentlicht und daraus kompilieren "Robots" automatisch Ports und Pakete, also meist Pakete, weil fast niemand mehr selbst kompilieren möchte und deshalb Ports immer mehr obsolet werden (in anderen Systemen heißen Ports mitunter anders, ich nutze die FreeBSD Bezeichnungen für Ports als Installation aus Quellen (selbst kompilieren) und Pakete für Binärpakete, die auf Plattform und System angepasst sind).
Und so ist das dann auch für die zahlreichen Abhängigkeiten eines Pakets.
LibreOffice sagt das mitunter vielleicht nicht, aber es braucht natürlich ein funktionierendes X und zwar mit bestimmten Eigenschaften, die es nutzten möchte.

Dann kommen die oben zitierten Nachteile von FreeBSD voll zum Tragen:
Die aktuellen Entwicklungen im OpenSource-Bereich, oder vielleicht besser, die im Desktop-Bereich erfolgreichen Entwicklungen, finden fast allesamt nicht mit FreeBSD im Fokus statt.
Das ist milde ausgedrückt.
Es gibt ernsthafte Stimmen, die solche Systeme verdammen und nicht weiter suporten wollen, die sich einen eigenen Weg bewahren möchten. Sie empfinden das als eine Schwächung der erfolgreichen Nutzung von OpenSource-Systemen und die Argumentation ist alt und geht etwa so, dass es doch viel besser wäre, den ewigen Glaubenskrieg um unterschiedliche Lizenzen in der Freien-SW-Welt endlich zu begraben und gemeinsam ein wirklich erfolgreiches OpenSource-System zu basteln, das dann alle Nutzer glücklich machen und endlich von der Last der proprietären Systeme befreien könnte. Auch, wenn sich das nun nicht so anhört, habe ich für diese Gedanken grundsätzlich viel Sympathie.
Andererseits weiß ich aber um den Vorteil von Diversität.

Ja, FreeBSD bietet einen Zugriff auf über 30.000 Ports.
Das ist enorm.
Aber wie viele davon funktionieren echt?
Das ist keine ketzerische Frage.
Auch Ubuntu hat einen Zugang zu ähnlich vielen Paketen und die können auch nicht immer alle funktionieren, weil mache einfach mit Fehlern in den Quellen ausgeliefert werden. Natürlich merken das die Nutzer eines Ubuntu und weil es davon sehr sehr viel mehr gibt, als Nutzer eines BSDs, wird das eher erkannt und dann werden auch eher Lösungen etabliert.
Die hier gefundenen Lösungen können oft auch den Maintainern von FreeBSD-Ports nützlich sein. Manchmal aber auch nicht und wieder zieht FreeBSD oder eigentlich ziehen alle anderen Systeme außer GNU/Linux, Windows und OS-X, eine schlechtere Karte.
Im Vergleich zu den anderen Systemen hat FreeBSD aber so gut wie keine Man-Power, um Lösungen in die Ports zu integrieren.
Und nochmal: die Ports-Maintainer kümmern sich darum, Third-Party-SW aus Quellen für FreeBSD einfach verfügbar zu machen. Sie bauen den Ports-Tree, der die Information enthält, wie ein Bau aus den Quellen unter FreeBSD vereinfacht möglich ist.
Mit der eigentlichen Entwicklungsarbeit an FreeBSD, also dem Pendant zu einem GNU/Linux, haben die nichts zu tun und sie bedienen sich der gleichen Quellen, die jeder GNU/Linux-Distribution offen stehen und von diesen genutzt werden.
Die Pakete werden wiederum zyklisch mittels automatischer Vorgänge aus diesem Ports-Tree erstellt und veröffentlicht.
Das ist auch bei einem Ubuntu nicht wesentlich anders.

Nochmal ganz deutlich, weil ich immer häufiger das Gefühl habe, dass dies nicht verstanden wird:
FreeBSD ist kein Desktop-System (kann aber gut dazu genutzt werden).
Die zusätzliche SW in den Ports (ich nenne das ThirdParty-SW), wird nicht eigens für FreeBSD entwickelt. Es gibt kein "FreeBSD"-LibreOffice und auch kein "Windows"-LibreOffice. Die Ports-Maintainer versuchen Hände-ringend, wenigstens die wichtigsten Ports für FreeBSD aktuell und verfügbar zu halten.
Aus den Ports werden automatisch Pakete erstellt, die nicht weiter auf Funktion und Fehler in FreeBSD getestet sind. Sie werden zur Verfügung gestellt, doch, wenn sie nicht funktionieren oder Störungen enthalten, ist selten FreeBSD dafür verantwortlich und wenn doch, dann bemühen sich die Ports-Maintainer mehr als vorbildlich, eine Lösung zu finden.

nomad-bsd oder ghost-bsd oder hardened-bsd nutzen nichts anderes. Sie zeigen nur jeweils eigene Vorstellungen und bringen eigene Konfigurationen mit.
Das ist ein großer Unterschied zu den unterschiedlichen GNU/Linux Distributionen, bei denen es nahezu alle denkbaren Varianten gibt. Da werden mal komplett eigene Kernel eingestellt oder viele Module hinzugefügt oder eben auch nicht, da wird unter Umständen auch tatsächlich mal etwas an einem Firefox verändert und eine eigene Version geschaffen und ausgeliefert. Also, da ist viel viel mehr Bewegung und Man-Power und daher ist das für mich auch so ungemütlich, weil einfach nicht zu überschauen.
 
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