Interesse an FreeBSD rückläufig? Schwächen und Stärken von FreeBSD.

turrican

Well-Known Member
Unternehmens-IT ist vllt nicht das einzig wahre Feld, vllt auch nicht das größte - aber der größte Antreiber.

Mit Enthusiasmus wird kein Geld verdient - und nur das zählt in der Wirtschaft und treibt eine entsprechende Entwicklung voran;

MS Windows ist vorrangig nicht an einer Hochschule entstanden (auch wenn sich vermutlich sehr viele Absolventen auf dem Weg zum Abschluss bzw zum Doktortitel dort ausgetobt haben; ich hab jetzt keine Studie gemacht, wieviele Master-/Bachelor/Doktorarbeiten in der Windows-Geschichte über Windows-Interna es gibt, ich vermute das jetzt aber mal).

Nur hatte halt noch keiner ein "Windows-artiges-OS" für PC/Tablet auf Basis von FreeBSD erstellt, somit ist die (Software)Industrie auch noch nicht auf einen entsprechenden Zug aufgesprungen...

Die Leute wären allerdings im Übrigen erstaunt, wo überall FreeBSD drin is.. die Lizenz erlaubt es ja, das FreeBSD in eigenen Produkten zu verwursten, nur muss man nicht zwingend der Community was zurückgeben, geschweige denn irgendwas veröffentlichen.

- PS4 - OrbisOS, basiert auf FreeBSD 9
- Nintendo Switch - Horizon, basiert auf FreeBSD, wars 11?
- Apple, darwin kernel XNU - basiert auf FreeBSD, macOS ab Leopard (auf darwin basierend) darf sich sogar "Unix" nennen, da SuSv3 zertifiziert
- Juniper OS, JunOS - FreeBSD basierend, seit 1998 rum...
- OPNsense, pfsense
- NetApp
- Isilon (früher Dell, jetzt Dell/EMC)
- Netflix (Infrastruktur)
- WhatsApp (Infrastruktur)
- uvm

Würd mich nicht wundern, wenns schon in Maschinensteuerungen drin wäre, nur halt nicht exponiert und schon gar nicht mit ner schönen grafischen Benutzer-Oberfläche.

Die Meldung, dass die Haupt-ZFS Entwicklung nunmehr seit einiger Zeit jedoch auf Linux passiert, läßt mich doch etwas nachdenklich werden.
Abseits von den anderen Dingen, welche FreeBSD von z.B. Linux unterscheiden (Base-/Userland getrennt, jails, bhyve, vnet etc), war ZFS eins der Argumente - wenn nicht sogar das Argument - für FreeBSD (für mich, und ggf auch für andere).
Wenn dieses Argument nun fällt, weil Linux das genausogut oder sogar erstmals oder besser kann... dann...
... bräuchte man salopp gesagt z.B. für ne VM- und Container-Umgebung wo man jetzt noch VMware/Proxmox und ne FreeNAS auf separaten Rechnern nimmt, dann nurmehr eine Lösung, anstatt zwei, da alles integriert ist; und - auch einfach verclusterbar, in die Breite skalierbar.

Wo ist da dann noch Platz bzw Grund für FreeBSD? Ich denke es wird uns weiterhin begleiten, aber immer in ner Art Nerd-Nische bzw in der Industrie in der Spezial-Performance-Ecke (siehe Netflix usw) bleiben - in 10 Jahren wissen wir mehr.

Zum Thema gibts ein paar gute Videos auf YT:

[1] robonuggie, FreeBSD runs your world
[2] George Neville-Neill, FreeBSD, Not a Linux Distro
 

kunstlust

New Member
ZFS unter Linux hat noch immer nicht den Stand von Freebsd erreicht. Ich denke Freebsd ist Arch Linux sehr ähnlich, es ist hervorragend dokumentiert, installiert nur das wirklich Wesentliche, gibt dir alle Freiheiten. Besitzt keine Lizenzeinschränkungen und ist immer sehr aktuell in seinen Paketen. Ich werde bald meine Freenas unter Proxmox gegen Freebsd tauschen, braucht weniger Speicher und eine NFS Server ist unter Freebsd ein Kinderspiel.
 

Alexco

Well-Known Member
Was ich bei der Diskussion um die Container unter FreeBSD nicht verstehe ist, dass es einen Docker Port seit 2015 gibt, der aber nicht weiterentwickelt wird (und wohl mittlerweile aus den Ports wieder gestrichen wurde). Wenn das doch ach so wichtig ist, warum wird da nicht weiterentwickelt? Da müsste es doch mehr Ressourcen geben, die da Interesse dran haben?
 

pillow

Well-Known Member
hi

Wenn die Ergebnisse von der suche Linux, Debian, Ubuntu, Suse, Opensuse, usw. Addiert werde sieht das Ergebnis anders aus :).

Es kommt darauf an nach was man sucht und wie man die Zahlen liest , Präsentiert. Viele Unternehmen entscheiden sich für Windows diese OS wird von vielen MA. privat genutzt, diese MA. upgraden ihre Windows Maschinen im privaten Umfeld und wenn sie sich an das neue Design gewöhnt haben und der erste Ärger verflogen ist kommt das upgrade irgendwann im Unternehmen an und der MA. findet eine vertraute Arbeitsumgebung vor.

Der User entscheidet was er Nutzen möchte, und selbst wenn man sagt du nutzt doch täglich FREEBSD wenn du WhatsAPP netflix oder die PS4 startest, es interessiert die wenigsten.


Hier ist eine Liste der Freebsd Foundation $upporter

Zum Abschluss verkündige ich 2020 ist das Jahr des Linux Desktops und FreeBSD wird es auch in 2030 ,2040 und in 20XX noch geben
eines von beiden ist sicher :)

ciao
 

mameko

Member
Hallo zusammen,
dieser Thread hier hat mich dazu animiert, mich in diesem Forum anzumelden. Jedes Jahr gibt es regelmäßig Diskussionen, warum oder ob dieses oder jenes OS populärer oder unpopulärer sein soll, insbesondere bei Linuxern.
Ich muss beruflich mit Windows 10 arbeiten, was für bestimmte spezielle Programme auch total in Ordnung geht. Es gib bei uns viele Online-Anwendungen, die teils über Windows- und teils auch über Linux-Server laufen. BSD war für einen Server noch nie im Gespräch. Ein Grund dafür ist vielleicht auch, das für BSD keine Schulungen vorliegen. Die Firmenleitung entscheidet "gemeinsam" mit "Experten" und teilweise den Admins, welche Infrastruktur angeschafft und geschult wird.
Mehrere Versuche, Linux Desktops anzuschaffen, um Lizenzgebühren zu sparen, blieben ungehört. Linux ist ja nur für Hacker und Nerds. Was der Bauer nicht kennt, das isst er nicht.
Ich selbst nutze privat Windows (Zum Zocken) und seit 20 Jahren Linux (hauptsächlich für tägliche Arbeiten). Daneben nutze ich auch immer wieder BSD, meist in Form von FreeBSD (OpenBSD hatte ich auch mal), weil es den echten Unix-Geschmack hat.
Mit Abstand am stabilsten kommt mir dabei FreeBSD vor. Als Heimserver aber auch Desktop läuft es stoisch und quasi im Ruhepuls vor sich hin. Und das mag ich. Die Administration eines FreeBSD kommt mir leichter vor als bei Linux (Debian/Buntu/Fedora). Bei BSD ist alles aus einem Guss.
Total happy bin ich mit dem aktuellen NomadBSD für den Desktop. Ich habe einfach das heruntergeladene img-File auf eine 500GB SSD entpackt. Reinstecken, booten und glücklich sein. Openbox als WM kommt in einem frischen und modernen Design und es ist alles an Bord, was man so braucht, inklusive verschlüsselter HD.
Ich habe es vorhin sogar hinbekommen, Adobe Digital Editions mit Wine anzuwerfen, um über die Onleihe meine Zeitungen und Bücher lesen zu können. Da kann ich mir wieder einen Windows-Boot sparen.
NomadBSD zeigt, das BSD sehr wohl super als Desktop OS in Frage kommt. Ich will da drin auch gar nicht viel verschlimmbessern und kaputtbasteln, sondern es mit nur wenig Anpassungen "out of the box" nutzen.
Da ich zu Hause eine Nextcloud laufen lasse (Raspberry Pi3) und meine Daten im LAN (und auch nur da) immer online sind, kann ich nach Belieben das OS wechseln und habe trotzdem alle Daten zur Hand. Nur seit 2 Wochen wechsele ich kaum noch das OS bzw. den Rechner. Ich habe fast immer NomadBSD an. Es macht mich einfach an. Dicken Dank an die Devs.
BSD ist ein Urgestein und gehört einfach immer in die Computerwelt. Vielleicht tut sich ja irgendwann noch mehr in Richtung moderner Desktops.
 

mameko

Member
Viele Unternehmen entscheiden sich für Windows diese OS wird von vielen MA. privat genutzt, diese MA. upgraden ihre Windows Maschinen im privaten Umfeld und wenn sie sich an das neue Design gewöhnt haben und der erste Ärger verflogen ist kommt das upgrade irgendwann im Unternehmen an und der MA. findet eine vertraute Arbeitsumgebung vor.
Wir könnten heute auch alle an BSD oder Linux Rechnern arbeiten. Der Mensch ist bequem und Bill Gates war zur richtigen Zeit da und hat allen Menschen Windows verkauft. Windows wurde zumindest auf dem Desktop zum Quasi-Standard und schließlich fast zum Monopol. Ich will gar nicht wissen wie viel Dollar an Lizenzgebühren nur für Windows 10 weltweit bei Microsoft eingehen.
Viele MA wollen sich nicht umstellen. Fast kostenlose Office-Pakete werden an die MA offiziell verteilt, damit auch alle zu Hause schön Windows nutzen. Die MA mögen Windows einfach (Sie kennen auch nichts anderes).
Gegen diese Masse kommt man mit sinnvolleren oder günstigeren Systemen nicht an. Ich habe diversen Kollegen einfache Linux Systeme gezeigt. Sie hatten auch ganz kurz Interesse daran, weil es so anders ist. Sie waren aber schon wieder bei Windows, als sie den Raum verließen. Die einzige Alternative wäre eben ein Mac, weil der ja so schick ist. Und oft auch nur deshalb.
Gäbe es Bill Gates nicht, wäre in der Computerwelt so einiges anders gelaufen. Aber es ist, wie es eben ist.
 

waldbaer59

Well-Known Member
Ich bin ja gerade dabei mit einer Installation von FreeBSD Erfahrungen zu sammeln. Und obwohl ich von Arch Linux komme habe ich so gewisse Probleme. Dabei ist ein ansprechender, funktionaler Desktop nicht schwierig. Was mich zur Zeit - und damit könne ich zum eigentlichen Thema - etwas stresst sind die z.T. nicht konsistenten oder einigermaßen aktuellen Versionen.

Hier Beispiele:
1) gmic als Standalone hat eine höhere Version als das gmic-Plugin für gimp. Damit kann man nicht Beides auf der Maschine haben (wäre für Batch nützlich); und ein "gmic update" um die aktuelleren Filterdefinitionen zu laden klappt auch nicht.
2) de-mediathekview ist vergleichsweise veraltet. Es gibt natürlich beim Start eine Meldung das eine aktuellere Version verfügbar sei, aber das nutzt mir ja nix. Immerhin ist es nutzbar.
3) Aktuell wirft der youtube-dl einen Fehler.
...

Das mag nur für die Multimedia Fraktion ärgerlich sein, aber es sind auch keine überaus exotischen Sachen und: der initiale Aufwand wurde ja schon mal erbracht.

Für mich sind es diese Hakeleien, die es etwas mühsam und verdrießlich gestalten. Als Arbeitspferd für die meisten klassischen Dinge wie Surfen, Office, u.dgl. ist es mehr als ausreichend. Ich denke aber dass es für viele potentielle Anwender eben etwas mehr braucht als nur die "klassische Basis".

Dies nur aus der Sicht des Anwenders, nicht eines Unternehmens.

VLG
Stephan
 

foxit

Well-Known Member
Was ich bei der Diskussion um die Container unter FreeBSD nicht verstehe ist, dass es einen Docker Port seit 2015 gibt, der aber nicht weiterentwickelt wird (und wohl mittlerweile aus den Ports wieder gestrichen wurde).
Weil das kein "richtiges" Docker ist sondern einfach eine Linux VM die gebootet wird und darin dann Docker gestartet wird. Das ist in meinen Augen einfach Quatsch und ich kann da auch direkt Linux verwenden.

Bei uns in der Firma haben wir einen ziemlichen Wildwuchs an Betriebssystemen laufen. Es gibt hier: OpenBSD, FreeBSD, MacOS und natürlich Linux in mind. 4 Varianten (Ubuntu, SLES und Debian, Alpine Linux). Ach ja und Windows natürlich auch in X Varianten. Wir haben (hatten) XEN für die Debian VMs und FreeBSD für Fileserver. OpenBSD machte einen guten Job bei der Firewall und auch Ubuntu, SLES wurde gebraucht (Kunden). Ja einige von euch finden das sicher sehr geil ABER es ist auch ein riesiger Aufwand. Jedes System funktioniert anderst und hat seine Macken. Grundsätzlich funktionierte es aber ziemlich gut. Doch dann kam der grosse GAU! Die Firma ist gewachsen (von 200 auf über 500 Mitarbeiter in 8 Jahren) und es gab immer mehr und mehr Meinungen über das was "richtig" ist und auch 1000 Server per Hand zu warten ist nicht möglich... Das Ergebnis sehe ich jetzt. VMware Horizon ist die Basis und VMs (Windows und Debian) werden alle mit Puppet ausgerollt. Für Container gibt es ein OpenShift Cluster und Fileserver macht direkt der PureStorage. Fürs Datengrab gibt es einen Ceph-Cluster und über die Firewall will ich gar nicht reden... Wo bitte soll ich hier noch ein Argument für FreeBSD liefern? Wie es Yamagi gesagt hat: In der klassische Unternehmens-IT hat FreeBSD leider keinen Mehrwert sondern Einschränkungen bezüglich Containern und Virtualisierung.

Persönlich habe ich Zuhause FreeBSD auf meinem NAS und ich liebe es. Ich habe mich dazu vor Jahren hier im Forum angemeldet und ich habe sehr viel gelernt (Danke ans Forum!). Ich baue meine Pakete mit "poudriere" selber und bin über ZFS einfach nach Jahren immer noch begeistert. Trotzdem hat sich bei mir die Arbeit auch privat in Projekte niedergeschlagen. Ich habe sehr viel mit CI/CD zu tun und auch die Verwaltung der VMs will man einfach nicht mehr von Hand machen. Daher fahre ich seit Jahren privat NixOS. Damit kann ich mein Linux "deklarativ" beschreiben und habe am Ende ein System, welcher diesem Zustand entspricht. So ein System ist toll hat aber auch sehr viel Automagie im Gepäck (und Speicherplatz), was mir nicht immer gefällt. Das ist aber halt der Preis, wenn man sich auf so ein System einlässt und ich bin bereit diesen zu zahlen.

Schlussendlich muss ich ein System in der Hand haben, welches mir den Job erledigt, für den ich es brauche. Daher habe ich persönlich keine Probleme mit dem "loslassen" oder einem " modernen in C gegossenen Egotrip" wie es @wernerm geschrieben hat. Wenn es funktioniert super wenn nicht muss man es halt fixen oder sich umschauen. Ich habe keine Zeit für dummes Ideologie Geschwätz oder unendlich Zeit, welche ich "vergeuden" kann... daher: Feel free and Happy coding!
 

Lance

Well-Known Member
Es macht mich einfach an. Dicken Dank an die Devs.
BSD ist ein Urgestein und gehört einfach immer in die Computerwelt. Vielleicht tut sich ja irgendwann noch mehr in Richtung moderner Desktops.
So denke ich über GhostBSD. Ich mag es einfach aber eben auch weil es sehr gut läuft.
Gäbe es Bill Gates nicht, wäre in der Computerwelt so einiges anders gelaufen. Aber es ist,
Ja da freut man sich, dass man zu den Leuten gehört, die etwas mehr Ahnung haben und von dem einen oder anderen OS nicht abhängig sind.
Ich muss aber auch gestehen, mich in sowas wie OS-2 oder Freecom Station einzuarbeiten, dazu hätte ich keine Lust mehr.
 

Zirias

Well-Known Member
ZFS unter Linux hat noch immer nicht den Stand von Freebsd erreicht.
Vor dem Hintergrund, dass FreeBSD auf die ZoL Implementierung wechseln will, wundert mich diese Aussage. Da ich nie auf einem Linux ZFS ausprobiert habe frage ich hier mal nach: Was konkret meinst du? Falls es "nur" darum geht, dass ZFS nicht in Linux integriert ist (was auch nie passieren wird) verstehe ich es natürlich -- ansonsten würden mich die Details interessieren :)
 

turrican

Well-Known Member
ZFS unter Linux hat noch immer nicht den Stand von Freebsd erreicht.

Meinst du jetzt vom Feature-Set her oder von der Versionsnummer?

Man kann zumindest Pools zwischen FreeBSD und Linux per send/recv hin- und hertransferieren (wenn auch mit ACL Problemen auf Linux-Seite), es scheint also technisch bereits eine Art Gleichstand zu herrschen.
ZoL meldet Version 0.8.3, bei ZoF steht 0.8.0 im Repo.
 

Rosendoktor

Well-Known Member
Meinst du jetzt vom Feature-Set her oder von der Versionsnummer?

Man kann zumindest Pools zwischen FreeBSD und Linux per send/recv hin- und hertransferieren (wenn auch mit ACL Problemen auf Linux-Seite), es scheint also technisch bereits eine Art Gleichstand zu herrschen.
ZoL meldet Version 0.8.3, bei ZoF steht 0.8.0 im Repo.

Man kann auch im Dualboot FreeBSD/Linux auf gemeinsam genutzte ZFS Partitionen zugreifen, solange man darauf achtet, keine Features zu aktivieren, die nur von einem der beiden Systeme unterstützt werden. Läuft schon lange tadellos hier auf einem PC und zwei Notebooks.
 

satriani

SysLion
Ich nutze FreeBSD produktiv auf den Servern und betrachte das OS, wie offiziell beworben als "The Power To Serve", allerdings wie gesagt nicht auf einem Desktop. Es ist schlicht die fehlende Unterstützung der Anwendungen die leider unverzichtbar ist.
Als ich vor über 10 Jahren vom Linux auf FreeBSD übergesprungen bin, da war ich absolut begeistert von FreeBSD. Ich dachte mir "das ist genau das was ich gesucht habe", stabil, aufgeräumt, benutzerfreundlich. Nachdem ich mich mit ZFS und Jails auseinander gesetzt habe, war ich sofort verliebt. Da erschien mir Linux ziemlich altbacken. Ich habe meine FreeBSD Server extrem minimalistisch gehalten und eigene Werkzeuge (ausschließlich in Shell) entwickelt. ZB. zum Administrieren von Jails (nein, ich war mit ezjail und Co. nicht zufrieden) oder HW-Monitoring, automatisches Beckup auf ZFS und vieles mehr. Ich habe sehr viel Energie und Zeit investiert.
Was mich immer wieder enttäuschte, der fehlende Support seitens SW Entwickler. Ich weiß, dass es nicht an FreeBSD an sich liegt, doch das hilft trotzdem nicht weiter und kann nichteinfach ignoriert werden.
Ein Beispiel: Der Kunde ist überzeugt und möchte unbedingt FreeBSD als ganz normaler Webserver auf seinem Server laufen lassen. Ein wenig später kommt er mit einem Haufen Anwendungen die unter FreeBSD gar nicht laufen. Was mache ich nun? VM anschmeißen oder doch auf Linux umsteigen? Fast immer wird die zweite Variante gewählt. Man will schließlich keine unnötigen Krücken.

Unsere Projekte wachsen und wir müssen auch skalieren. Bis jetzt habe ich mich noch nicht damit befasst, wie es mit FreeBSD out of the box und ohne fremde SW möglich wäre. Mit Linux und Kubernetes etc. geht es natürlich ziemlich easy. Und ich muß ehrlich gestehen, man kommt schnell in die Versuchung auf Linux überzuspringen und ganz entspannt skalieren.

Meine Schlussfolgerung: Ich bezweifle, dass man in naher Zukunft all die Probleme lösen kann und genug Aufmerksamkeit der SW Entwickler für sich zu gewinnen. Aber ich denke die einfachste und schnellste Lösung wäre, eine vollwertige Linux-Jail. Ich meine eine Jails die, sage ich mal alle Linuxanwendungen problemlos starten und verwalten kann. Und die Skalierbarkeit natürlich, à la Kubernetes.
Und schon sind einige Probleme vom Tisch.

Wie gesagt ich schätze FreeBSD sehr, schon alleine deswegen, weil es wie Schweizer Uhren läuft. Aber die Zeit steht nicht und es kommen immer neue Dinge raus. Ich wünschte mir eine Entwicklung von FreeBSD die mit der Zeit Schritt hält.
 

cabriofahrer

Well-Known Member
Das hast Du falsch herum verstanden. Es geht um die Netflix Server, nicht was beim Kunden steht.

Dann war es vielleicht falsch ausgedrückt? Wenn ich "Netflix Streaming-Box" in der Suchmaschine eingebe, bekomme ich Boxen/Sticks angezeigt, die man an den Fernseher anschließen kann.

Es gibt einige Filesystem-Benchmarks, aber unterm Strich sind die Unterschiede wiederum nicht kriegsentscheidend.

Die Benchmarks sind echt der Hammer und zeigen fast durchgehend die Überlegenheit der Kombination von FreeBSD und ZFS. Da geht es nicht um lediglich geringe Vorteile. Man wäre echt schön blöd, diese hervorragende ZFS-Implementierung von FreeBSD zugunsten von ZoL einfach aufzugeben.

Zu den Argumenten hier, dass FreeBSD zwar toll ist, aber leider Software XY nicht läuft oder existiert: Was gibt es denn für Möglichkeiten, eine Portierung zu initiieren? Wenn Monster wie KDE oder Gnome portiert werden, warum nicht andere Software, die üblicherweise verwendet wird?

Ach und @Lance, wenn atril z.Zt. nicht funktioniert, versucke es mal mit okular. Der ist sowieso viel besser. Und mit dsbmc funktioniert das Automounten von externen NTFS-Platten 100 pro!
 

Alexco

Well-Known Member
Weil das kein "richtiges" Docker ist sondern einfach eine Linux VM die gebootet wird und darin dann Docker gestartet wird. Das ist in meinen Augen einfach Quatsch und ich kann da auch direkt Linux verwenden.

Echt? Ich hatte das anders verstanden:

Docker is a popular application containment environment on GNU/Linux that is available on FreeBSD as of June, 2015. Docker on FreeBSD relies heavily on ZFS, jail and the 64bit Linux compatibility layer that was introduced in June, 2015. Docker on FreeBSD is genuine Docker and retrieves containers from the official docker.io repository. Consult the official Docker documentation and resources for further assistance.
FreeBSD Docker
 

turrican

Well-Known Member
Wir könnten heute auch alle an BSD oder Linux Rechnern arbeiten. Der Mensch ist bequem und Bill Gates war zur richtigen Zeit da und hat allen Menschen Windows verkauft. Windows wurde zumindest auf dem Desktop zum Quasi-Standard und schließlich fast zum Monopol.

Und dieses Quasi-Monopol hat dafür gesorgt, dass auf dem Desktops sämtlicher Freunde/Bekannter/Schwägerinnen und auch sonstwo Windows läuft...

Wollte selber in den letzten 15 Jahren immer wieder mal komplett auf FreeBSD umsteigen (auf dem Laptop) - bin aus verschiendenen Gründen immer wieder davon ab- und zu Linux zurückgekommen; ich allein bin kein Kriterium, aber ich könnte mir vorstellen, dass es anderen genauso geht... sie würden gern, aber...

Dieses "aber" setzt sich aus etlichen Gründen gegen BSD zusammen - welche mit Sicherheit bei jedem anders gelagert sind, wo es jedoch vermutlich auch einige Gemeinsamkeiten gibt.

Andererseits gibts aber auch gute Gründe für BSD, hier z.B. eine kleine Sammlung [1], etliche Gründe wurden hier im Forum ja auch schon genannt, mit Ports z.B. bin ich selber aber eher auf keinem guten Stand.

[1] Technical reasons to choose FreeBSD over GNU/Linux
 

mr44er

moderater Moderator
Teammitglied
Wollte selber in den letzten 15 Jahren immer wieder mal komplett auf FreeBSD umsteigen (auf dem Laptop) - bin aus verschiendenen Gründen immer wieder davon ab- und zu Linux zurückgekommen; ich allein bin kein Kriterium, aber ich könnte mir vorstellen, dass es anderen genauso geht... sie würden gern, aber...

Kenne ich, der Hauptgrund könnte sein, dass man zuhause nur ein Gerät hat und das halt 'laufen muss'. Wegen Platzmangel, 'Normalität' whatever. Kein Scheiß...als ich noch bei meinen Eltern wohnte, kam ab dem zweiten PC höllisches Unverständnis bei meiner Mutter auf, was als nicht normal abgewatscht wurde. :D
Der Parallelbetrieb mehrerer Geräte und Systeme hat da einfach nix zerschossen und man kann damit bedenkenlos rumspielen.
 

Azazyel

Well-Known Member
Diese ganze Container-Geschichte und Microservices e.t.c. macht doch meist erst so richtig "Sinn" wenn es sehr viel breitere Nutzerschichten gibt, sich da Admins Vollzeit um mehrere solcher Anwendungen / Systeme kümmert e.t.c. und es villeicht sogar um eigene Softwareentwicklungen geht oder zumindest um individueller angepasste Software und Systeme.

Bei Microservices hast du recht, die lohnen sich nur ab einer bestimmten Größe bzw. in bestimmten Konstellationen.

Bei Container hängt es stark vom Einzelfall ab, ob und ab wann sich der Container-Einsatz lohnt. Ich kenne auch einen 3-Mann-Betrieb, der aufgrund des geringeren Wartungsaufwandes Software von der Stange als Container laufen lässt, weil es einfach deutlich weniger Aufwand und besser testbar ist.

Wo ist da dann noch Platz bzw Grund für FreeBSD? Ich denke es wird uns weiterhin begleiten, aber immer in ner Art Nerd-Nische bzw in der Industrie in der Spezial-Performance-Ecke (siehe Netflix usw) bleiben - in 10 Jahren wissen wir mehr.

Im Vergleich zu vor 10 Jahren stelle ich in diesem Zusammenhang einen großen Unterschied fest.

Als ich vor 10 Jahren von interessiertem IT-Nachwuchs nach der Wahl zwischen Linux und FreeBSD gefragt wurde, konnte ich sagen "hat beides seine Eigenheiten und Vor- und Nachteile, aber eigentlich ist es Geschmacksfrage". :)

Heute tue ich mir schwer, dem Nachwuchs FreeBSD nahezulegen. Spätestens beim Besuch eines IT-Community-Workshops, bei dem die Testumgebung für die Teilnehmer als Container bereitgestellt wird, wird er ein langes Gesicht ziehen und seine Plattformwahl überdenken. :(

Dann gibt es einen FreeBSD-Nutzer und -Fürsprecher weniger und der FreeBSD-Welt ist ein potenzieller Committer und Maintainer verloren gegangen. :grumble:

Die Benchmarks sind echt der Hammer und zeigen fast durchgehend die Überlegenheit der Kombination von FreeBSD und ZFS. Da geht es nicht um lediglich geringe Vorteile.

Lass dich nicht von einem 15 Monate alten Benchmark mit zwei experimentellen OpenZFS-0.7.x-Setups gegen ein gut abgehangenes FreeBSD-ZFS-Setup täuschen. Man sieht schon an den nicht-synthetischen Benchmarks wie den Read-Write-Tests von SQLite und PostgreSQL mit <10% Unterschied, wohin die Reise geht. Der Rest ist nur eine Frage von Zeit und Optimierung.

Ich vermute, mit Ubuntu 20.04 wird es in den kommenden 2 Monaten einen Schwung aussagekräftigere Benchmarks auf aktuellerer Basis geben.

Man wäre echt schön blöd, diese hervorragende ZFS-Implementierung von FreeBSD zugunsten von ZoL einfach aufzugeben.

Oha, mutige Worte in direktem Widerspruch zur Meinung der FreeBSD-Entwickler:
The sources for FreeBSD's ZFS support are currently taken directly from Illumos with local ifdefs to support the peculiarities of FreeBSD where the Solaris Portability Layer (SPL) shims fall short. FreeBSD has regularly pulled changes from Illumos and tried to push back any bug fixes and new features done in the context of FreeBSD. In the past few years the vast majority of new development in ZFS has taken place in DelphixOS and zfsonlinux (ZoL). Earlier this year Delphix announced that they will be moving to ZoL. This shift means that there will be little to no net new development of Illumos.
While working through the git history of ZoL I have also discovered that many races and locking bugs have been fixed in ZoL and never made it back to Illumos and thus FreeBSD. This state of affairs has led to a general agreement among the stakeholders that I have spoken to that it makes sense to rebase FreeBSD's ZFS on ZoL.
OpenZFS hat die bessere Codebasis und die Entwickler haben mit den Füßen abgestimmt, die gesamte Weiterentwicklung findet dort statt. FreeBSD hat die Wahl, mit seiner alten ZFS-Implementierung langsam aber sicher zurückzufallen oder auf OpenZFS zu setzen.

Zu den Argumenten hier, dass FreeBSD zwar toll ist, aber leider Software XY nicht läuft oder existiert: Was gibt es denn für Möglichkeiten, eine Portierung zu initiieren?

Bei kommerzieller Software: Nachfrage. Hier würde es natürlich enorm helfen, wenn FreeBSD auf breiterer Basis eingesetzt werden würde, in dem es zum Beispiel produktionsreife Virtualisierung und Container mitbringt. ;)

Bei freier Software müsste man Container und in Folge Flatpak egal in welcher Form auf FreeBSD bringen. Letzteres wäre natürlich ein technisch anspruchsvolles Unterfangen, nachdem die BSDs sich bei beiden Projekten nicht beteiligt haben und sie dadurch noch Linux-lastiger geworden sind. Dann könnte man aber jederzeit auf ein riesiges und gut gepflegtes Repository an Server- und Desktop-Anwendungen zurückgreifen, ohne dass man initiale oder laufende Portierungsaufwände pro Anwendung hätte.

Wenn Monster wie KDE oder Gnome portiert werden, warum nicht andere Software, die üblicherweise verwendet wird?

Das hat viele Ursachen. Entwickler- und Maintainer-Kapazitäten sind begrenzt. KDE und GNOME haben eine vergleichsweise riesige Nutzer- und Entwicklerbasis, dementsprechend viel Aufmerksamkeit bekommen sie. Manchmal gibt es aber auch technische oder ideologische Gründe, die eine Portierung in weite Ferne rücken lassen.
 

Idefixx

Well-Known Member
Solche Diskussionen verlaufen alle auf die gleiche Art, seit über 25 Jahren. Mitunter wird am Beginn ganz vernünftig angefangen, aber es dauert nie lange bis das Ganze in die übliche Welt der Wunschvorstellungen und Mythen abgleitet. Das Linux, die BSDs kamen eigentlich nicht vor, nächstes Jahr zum "Großen Sprung" ansetzen würde konnte man schon 1994 in den einschlägigen Foren lesen: "In Redmond sollen sie sich warm anziehen! Linux rulez!". Auf dem Desktop "rulezte" es nie! Und wird es auch nicht mehr, der Zug ist abgefahren.

Die ehemaligen Linuxforen sind entweder verschwunden, oder es herrscht da heute Totentanz: SuSE-Forum, KDE-Forum, Linxforen.de, Debian, Ubuntu, sogar das Linux-Magazin hatte damals ein wirklich gutes Forum. Sieht man heute ins Mint-Forum rein, kommen nostalgische Gefühle auf: "Sind das nicht (fast) dieselben Probleme wie vor 25 Jahren?". Zeit stehen geblieben!

Ich habe fast 15 Jahre lang SuSE als Zweitsystem neben Windows auf meinen Rechnern gehabt, bis 2011, und es erreichte nie die problemlose Funktionalität von Windows. Meine Win-Versionen liefen immer stabil, aber ich habe auch nicht auf alles drauf geklickt was nicht bei drei auf dem Baum war. SuSE dagegen lief mal ganz ordentlich, aber bei der nächsten Version gab es schon wieder Probleme. Da ich immer brav alle halbe Jahre die Boxen kaufte, hatte ich auch Anspruch auf Support. Dem Support bei SuSE kann ich keinen Vorwurf machen, die haben sich immer wirklich Mühe gegeben, aber mehr als einmal mußten auch die das Handtuch schmeißen.

Im Serverbereich sieht es anders aus, aber auch wenn Linuxkernel heute in allen möglichen Geräten werkeln wird dies nichts mehr daran ändern, daß der Desktopzug abgefahren ist . . . und die BSDs haben ihn ernsthaft nie zu Gesicht bekommen.

Linux auf dem Desktop war von Anfang an mit zu viel Ideologie überfrachtet, und die anderen ix-Systeme auch. Es war zu keiner Zeit einfach nur ein Betriebssystem wie Windows - besonders belustigend oder irritierend war und ist bis heute, daß geradezu irrationale Verhalten der OpenSource-Freiheitsjünger bezüglich der Firma Apple, da diese wie keine andere ihre Nutzer an sich knebelt.

Der Artikel hat bis heute seine Gültigkeit behalten:
Luftbuchungen der freien Softwareszene
 
Zuletzt bearbeitet:

Lance

Well-Known Member
versucke es mal mit okular.
Danke aber es liegt nicht am viewer selber sondern offenbar an einer der Abhängigkeiten, denn der ePDFViewer spinnt genauso.

Der Automount von FAT32 geht wieder, UFS2 mounte ich (leider) fix über die Shell und den Rest auch (muss das aber noch nachlesen, hab da den Befehl noch nicht im Kopf gespeichert, da selten benutzt)
 

turrican

Well-Known Member
Solche Diskussionen verlaufen alle auf die gleiche Art, seit über 25 Jahren.

Naja, wenn man bedenkt, in welchem Zustand BSD und Linux vor 25 Jahren waren, da hat sich doch schon einiges getan, gerade in Bezug auf Desktop.

Auch konnte ich Anfang der 2000er Jahre tägl. anfallende Arbeiten an ner HP-UX Maschine mit CDE erledigen.

Will ich dahin zurück (CDE könnt ich ja auf Linux/BSD installieren)? Nein.

Ich gebe zu: ich bin von dem was mir ne Linux-Installation auf dem Laptop heutzutage bietet, verwöhnt; seit Jahren. BSD ist da noch nicht ganz angekommen.

Bin ich Maßstab für den Großteil der (BSD) User da draußen? Nein.

Was ich mir aber wünschen würde, damit dieserlei Diskussionen nicht 25 Jahre so weitergehen, sondern BSD und Linux auf dem Desktop durchstarten, wäre eine größere Bündelung der vorhandenen Ressourcen auf ein Ziel.

Nicht falsch verstehen - ich finde es toll, wenn Leute sowas wie Nomad oder Ghost auf die Beine stellen - Hut ab, wäre ich hoffnungslos mit überfordert.

Aber was ich da immer nicht verstehe: es soll (hier im Beispiel) BSD als Desktop OS den Leuten näher gebracht werden, ja warum mach ich das nicht unter dem Mantel von z.B. FreeBSD, sondern forke? Da gibts doch automatisch wieder Zersplitterung, mit allen bekannten Vor- aber auch Nachteilen...
 
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