.mp said:
Das kann nur jemand sagen, der entweder selbst nicht studieren will/kann oder jemand, der sich ohne Probleme so ein Studium leisten könnte (bei jugendlichen Schulabgängern also jemand, der reiche Eltern hat).
Das übliche Argument was ich so nicht stehen lassen kann.
Ich kann nicht verstehen was an 500 Euro, oder von mir aus 1000 Euro, pro Jahr so schlimm sein soll. Ich bin auch dafür, dass dieses Geld welches eingenommen wird auch in die Bildung zurückfliesst und nicht für eine Deckung anderer Haushaltslöcher missbraucht wird. Das ist der einzige Punkt den ich als Kritik verstehe.
Weisst Du denn was beispielsweise eine Ausbildung zum Physiotherapeuten kostet? Oder glaubst Du das bei allen Ausbildungsberufen, bis auf die Studiengänge, die Auszubildenden etwas verdienen? Weit gefehlt.
Eine Ausbilung dauerte damals, als ich sie gemacht hatte, 2 Jahre (plus ein Jahr Anerkennungsjahr in dem man 400 Mark pro Monat bekam). Da kostete der Spass 700 DM. PRO MONAT. Nicht mitgerechnet die Unterlagen, Bücher, und was dazugehört. Mittlerweile sind es 3 Jahre, pro Monat ca. 350 Euro. Kommt immer darauf an welche Ausbildungsstätte man besucht, das kann diese frei entscheiden. Eine Ausbildung an einer staatlichen Schule kann man vergessen, da muss man sich Jahre zuvor anmelden, und die Ausbildung ist bei weitem nicht so gut.
Da ich mittlerweile Informatiker bin (nenne mich selbst aber nur Sysadmin), hätte ich auch hier eine Gebühr bezahlt, da ich die 500 oder 1000 Euro im Vergleich zu den Kosten der PT-Ausbildung als Witz ansehe.
Und nein, reiche Eltern muss man dazu nicht haben. Ich kenne viele die diese Ausbildung auch ohne reichen Eltern machen konnten um danach in einen Job zu arbeiten der weit weniger abwirft im Leben als jemand der studiert hat und den entsprechenden Job dann annimmt.
Ganz zu schweigen von den Fortbildungen die dann noch kommen. Alles aus eigener Tasche zu finanziern. Meine Freundin bekommt da immer feuchte Augen wenn ich auf einer Fortbildung bin die 5000 Euro kostet und ich nichts zahlen muss, sie hingegen die 5000 selbst zahlen muss.
Ich sehe also kein Problem was die läppischen 500 oder 1000 Euro angeht. Absolut nicht. Man kann das finanzieren, ich habe meine Ausbildung zum grösstebn Teil selbst finanziert, beide.
Gerecht ist das überhaupt nicht, denn es ist definitiv ein Nachteil für diejenigen, die sich das aus eigener Tasche nicht leisten können. Schon das derzeitige Hochschulsystem funktioniert da nicht richtig. Unzählige Studenten sind auf Nebenjobs angewiesen, damit sie sich überhaupt ernähren können.
jaja, die armen. Ich hatte teilweise auch nur 300-400DM om Monat. Musste davon noch ein BVG-Ticket kaufen, ich habe es auch geschafft. Und ich rede hier von der Praxis nicht der Theorie. Das geht und ich kenne genug Menschen bei denen es auch geklappt hat ohne das diese Tauben jagen und grillen mussten oder nun hochverschuldet sind und die nächsten Opfer eines Hochhauses werden.
Das führt natürlich dazu, daß die Regelstudienzeiten immer mehr überschritten werden. Wenn jetzt der Staat auch noch Geld nehmen will für das Studium, dann bleibt das Studium einer finanzkräftigen Elite vorbehalten, weil sich der Rest das nicht mehr leisten kann.
Ich habe meine Ausbildung mit einer 2 abgeschlossen, Informatiker mit einer 1. Ich habe auch nebenher gejobt. Bin ich nun die Ausnahme oder geht das? Ich sage das es geht. Das es jeder kann. Und ich sehe da nur mal mich als praktisches Beispiel, keine Geschichten von irgendjemandem oder aus der Zeitung, und da muss ich sagen das es geht.
Die Frage wie das sonst zu finanzieren sei ist ganz einfach zu beantworten. Der Bund nimmt afaik jährlich über 600 Milliarden Euro Steuern ein. Es muß lediglich dafür gesorgt werden, daß völlig sinnfreie Geldverschwendung unterlassen wird und schon sind etliche Milliarden verfügbar. Da wären so Geschichten wie die zweistellige Millionensumme, die jährlich für die Produktion von Landminen ausgegeben wird, nur mal so als Beispiel (es gibt hunderte solcher Dinger).
Vollkommen richtig. Sehe ich genauso.
Es wird Zeit das der Bund lernt mal zu sparen, und nicht das er noch mehr Geld aus irgendwelchen Kanälen bekommt. Wenn er spart dann gibt es da aber noch mehr Löcher die es zu stopfen gilt, das ist ja nicht nur das Bildungswesen. Wenn das Geld, welches durch die Gebühren eingenommen wird, auch wieder in das Bildungswesen zurückfliesst, dann ist dies perfekt. Dann finanziert sich dies zum grossen Teil durch die Gebühren. Wäre doch schön.
Da der Bund nicht sparen kann, will, was auch immer, muss man dies eben machen um das System am leben zu erhalten, bzw. es zu verbessern. Und dann bin ich für Gebühren. Nochmals, ich halte diese nicht für zu hoch, keineswegs.